Rätselhafte Phänomene

02. Dezember 2012 13:25; Akt: 02.12.2012 13:25 Print

Das sind die schönsten Launen der Natur

Ein versteinerter Elefant, wandernde Felsen, ein kreisrundes Loch im Karibischen Meer – bei diesen Naturwundern kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Selbst Wissenschaftler rätseln.

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Diese Gesteinsformation mit dem treffenden Namen ist die Hauptattraktion im Naturschutzpark Valley of Fire in Nevada. Der rund 140 Quadratkilometer grosse Park war übrigens Schauplatz der Dreharbeiten für den Film «Star Trek: Treffen der Generationen». Kein Witz: Bis zu 350 Kilogramm schwere Felsbrocken bewegen sich in einem ausgetrockneten See im Westen des Death-Valley-Nationalparks in den USA - zum Teil sogar entgegen dem sehr geringen Gefälle, also nach oben. Die Ursache für diese Bewegung konnte bisher noch nicht entdeckt werden, doch die Spuren im Wüstensand sind deutlich. Den kann man nur vom Flugzeug aus sehen, da das Betreten der Insel Middle Island in Westaustralien verboten ist. Warum das Wasser in diesem See auf einer Insel in Westaustralien pink ist, konnte bis heute nicht restlos geklärt werden. An der Küste von Otago auf der Südinsel Neuseelands liegen riesige Steinkugeln. Die sogenannten sind einzeln oder in Gruppen anzutreffen und erreichen eine Grösse von bis zu 2,5 Metern Durchmesser. Wie sie genau entstehen, ist noch nicht restlos geklärt. Fest steht, dass sie aus aus Schlamm, feinem Lehm und Ton bestehen, die von Calcit zusammengehalten werden. Und dass immer neue Exemplare auftauchen. Natürlich haben sich um diese seltsamen Formationen auch Legenden gebildet. So glauben die Maori, dass es sich bei den Gebilden um Flaschenkürbisse und Süßkartoffeln handelt, die aus dem gigantischen Wrack des legendären Kanus Arai-te-uru stammen und an Land gespült werden. Auf den ersten Blick ist das einfach hübsch. Das Faszinierende an diesem Gebiet zeigt sich jedoch nicht auf dem Bild: Seismische Aktivitäten und eine hohe Regenrate haben hier Hunderte von Höhlen und unterirdischen Flüssen entstehen lassen. Dazwischen spriesst - wo immer möglich - sattes Grün. Diese Steine scheinen aus dem Sand zu wachsen, manche von ihnen recken sich bis zu fünf Metern aus dem Dünensand. Der Gedanke ist gar nicht so abwegig: Überall dort, wo jetzt eine Kalksteinsäule steht, standen nämlich einst Pflanzen. Entstanden ist dieses Naturphänomen im Jahren. Diese Heisswasserquelle befindet sich im Yellowstone-Nationalpark, USA. Sie enthält leuchtende Algen und Bakterien, die den Teich in verblüffenden Farben leuchten lassen und ihm den Namen Beauty Pool verliehen haben. Entdeckt wurden diese bis zu 350 Meter tiefen Löcher erst 1964 bei einem Flug über die Tafelberge des im Südosten von Venezuela. Erstmals erkundet wurden sie 1974. Dabei entdeckten die Forscher eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die nur hier vorkommt. Diese - je nach Quelle - bis zu 650 Meter hohe Insel heisst und liegt etwa 600 Kilometer östlich des australischen Festlands in der Tasmansee. Der Name leitet sich vom Briten Henry Lidgbird Ball ab, der die Insel 1788 entdeckte. Sie ist das Überbleibsel eines ungefähr sieben Millionen Jahre alten Schildvulkans. Seit 1982 ist das Betreten der einst beliebten Klettersteilwand verboten. Gut so: Schliesslich hat man hier bei einer Expedition in den Jahren 2000/2001 den Baumhummer wiederentdeckt - eine lange für ausgestorben erachtete Art der Stabheuschrecken. Der Name dieser Gesteinsformation in den argentinischen Anden ist irreführend: Die (dt: Brücke der Inkas) wurde nicht von Menschenhand, sondern von Mutter Natur gebaut. Das schwefelhaltige Wasser schmückte das Bauwerk mit einer gelben Farbe. Der Legende nach besteht die Brücke aus Soldaten, die dem Inkakönig und seinem Sohn den Weg über den reissenden Fluss ermöglicht hatten und bei der Aktion versteinert wurden. Der Mount-Mazama-Vulkan im Crater-Lake-Nationalpark in Oregon hat sich längst in einen See mit aussergewöhnlich blauem Wasser verwandelt. Obwohl die letzte Eruption rund 7700 Jahre her ist, rechnen Wissenschaftler mit einem erneuten Ausbruch. Die (Zaubererinsel) in der Mitte ist selbst ein kleiner (inaktiver) Vulkan, der etwa 4600 v. Chr. entstanden ist. Der See ist durchschnittlich 350 Meter tief, der tiefste Punkt liegt 594 Meter unter der Wasseroberfläche. Was wir hier sehen, sind versteinerte Sanddünen im in Arizona. Der atemberaubende Anblick macht die Gegend zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Fotografen. Allerdings braucht man eine Bewilligung, um bis zur Welle zu gelangen, und diese sind auf zwanzig Personen pro Tag limitiert. Charakteristisch sind die sechseckigen Schollen in der Salzkruste am Rand des im Tal des Todes. Sie entstehen durch Gefrieren und Auftauen sowie durch Verdunstung. Die Verdunstungsrate im Badwater-Becken ist sehr gross, doch der See wird ständig durch eine Quelle und durch heftige Regengüsse gespeist. Der Name Badwater (dt.: schlechtes Wasser) kommt übrigens vom Salz im Boden, das das Wasser ungeniessbar macht. Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Thermalquelle im Norden Neuseelands enthält keinen Sekt (der überdies mit seinen rund 75 Grad völlig falsch temperiert wäre). Der Name kommt von den kleinen Blasen, die unentwegt nach oben strömen - ähnlich den Bläschen in einem Glas Schaumwein. Baumeister dieser Szenerie im US-Bundesstaat Utah ist der Wind. Er arbeitet seit 40 bis 60 Millionen Jahren an den sogenannten (dt.: Unglücksboten) im Bryce-Canyon-Nationalpark. Die skurrlisten Formationen erhalten natürlich einen Namen. So sind hier etwa Thors Hammer oder das Amphitheater (Bild) zu bestaunen. Rund 70 Kilometer vor der Küstenstadt Belize City zeichnet sich im flachen, türkisblauen Meer ein tiefblauer Kreis ab. Es handelt sich um eine Doline, eine gigantische Senke. Sie misst rund 300 Meter im Durchmesser und ist etwa 125 Meter tief. Ab rund 35 Metern Tiefe können erfahrene Taucher ein traumhaftes Höhlensystem erforschen. Das (dt.: grosses blaues Loch) wurde 1996 zum Nationaldenkmal erklärt und ist seitdem zusammen mit anderen Teilen des Riffsystems Belize Barrier Reef ein UNESCO-Weltnaturerbe. Diese Kalktuff-Säulen waren jahrelang vom Wasser des kalifornischen Natronsees bedeckt. Weil aber die Stadt Los Angeles das säure- und salzhaltige Wasser ableitete und zu Trinkwasser aufbereitete, sank der Pegelstand ständig - und machte die seltsamen Formationen sichtbar. Erst seit die Ableitung seit Mitte der Neunzigerjahre begrenzt wurde, steigt der Wasserstand wieder.

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Es scheint, als ob sich ein riesiger Elefant gerade von einem Nickerchen erheben wollte, als er urplötzlich versteinert wurde. Die rote Sandsteinformation mit dem treffenden Namen Elephant Rock (dt.: Elefantenfelsen) ist das bekannteste Gebilde im Naturpark Valley of Fire im US-Bundesstaat Nevada. Geschaffen wurde es von Mutter Natur.

Rund viereinhalbtausend Kilometer weiter südlich hat sich die fantasievolle Baumeisterin etwas ganz anderes einfallen lassen. Sie schuf ein über hundert Meter tiefes, kreisrundes Loch mitten im flachen, türkisblauen Karibischen Meer vor Belize. Ein spektakulärer Anblick aus der Luft und ein Paradies für Taucher.

Rätselhafte Strand-Kugeln

Mysteriöse, hohle Steinkugeln hingegen faszinieren die Strandspaziergänger an der Koekohe Beach auf der Südinsel Neuseelands. Sie erreichen Durchmesser von über zwei Metern und werden regelmässig aus dem Meer angespült. Und obwohl sie akribisch erforscht werden, ist ihre Entstehung nach wie vor rätselhaft.

Keine Frage, wenn die Natur mit all ihrer Kreativität erstmal loslegt, dann kommen selbst die klügsten Köpfe aus dem Staunen nicht heraus. Diese und andere ausgewählte Naturphänomenen aus aller Welt sind in unserer Diashow (s. oben) und in den Videos (s. unten) zu sehen.


Das kreisrunde Loch in der Karibik:

http://www.youtube.com/user/youngbelize

Die Steinkugeln an der Koekohe Beach, Neuseeland:

(Quelle: YouTube/ManatuTaonga)

Der rosarote See auf Middle Island, Australien:

(Quelle: YouTube/didyouknowclips)

(kmo)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno Manser aus Borneo am 04.12.2012 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    swiss alps

    So schön wie das Matterhorn ist sonst nix

  • Frau Meier am 04.12.2012 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unser Planet

    Wow! Wunderschöne Bilder. Dürft mehr davon zeigen!

  • lichtschatten am 04.12.2012 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kehrseite der Medaille

    Besonders schöne Naturphänomene sind dort zu sehen, wo früher Naturkatastrophen, insbesondere Vulkanausbrüche, alles zerstört haben. Die USA wird demnächst noch schöner, weil der Yellowstone-Supervolcano ca. alle 600000 Jahre ausbricht, das letzte Mal vor 640000 Jahren.

    • yip yap am 04.12.2012 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      hab ich auch gehört...

      ... und dann is schluss mit menscheit ;)

    • Derjenige Welche am 04.12.2012 20:52 Report Diesen Beitrag melden

      Schluss mit Menschheit...

      ...zumindest in der Form, wie wir sie kennen. Mal abwarten, ob die Natur etwas schwarzen Humor an den Tag legt und die Bombe ausgerechnet am 21.12.2012 hochgehen lässt... ;)

    einklappen einklappen
  • Pete B. am 04.12.2012 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Hammer Bilder

    Einfach nur schön anzusehen. Mehr davon!

  • R. am 03.12.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hier fehlen definitiv die Pancake rRcks von Neuseeland.