Fahndung auf Hochtouren

29. September 2017 10:49; Akt: 30.09.2017 15:49 Print

Der Gift-Erpresser ist «gut strukturiert»

von Ann Guenter - Der Mann, der vergiftete Babynahrung im grenznahen Friedrichshafen deponiert haben soll, geht überlegt vor. Die Polizei hat 100 Hinweise erhalten.

Die Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt den Gesuchten in einem Laden in Friedrichshafen (Polizei Konstanz).
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Bei der Fahndung nach dem Erpresser, der mit der Vergiftung von Lebensmitteln droht, sind bei der Polizei Konstanz bislang 650 Anrufe und 60 Emails eingegangen. 100 betreffen konkrete Hinweise auf den Täter, stammen von Menschen, die den Gesuchten zu kennen glauben.

Die Polizei reagierte sehr schnell: mit der Bildung der Sonderkommission «Apfel» und der Einbindung der Öffentlichkeit. Um den Fahndungsdruck zu erhöhen, veröffentlichte sie Bilder des mutmasslichen Giftablegers. Es ist ein etwa 50-jähriger Mann, der mit einem weissen Hemd und grauer Hose in einem Supermarkt in Friedrichshafen unterwegs war. Die Polizei geht davon aus, dass er dabei die präparierten Gläser aufstellte. «Wir bezeichnen den Täter als gut strukturiert», so Sauter.

«Nicht ausschliessen, dass Gesuchter Schweizer ist»

Noch habe sich bei der Fahndung nichts Konkretes abgezeichnet, so der Polizeisprecher weiter. Auf Nachfrage, ob der Erpresser auch aus der grenznahen Schweiz stammen könnte, sagte er: «Wir können nicht ausschliessen, dass der Gesuchte Schweizer ist.» Ob und wie viele Hinweise die Polizei aus der Schweiz erhalten hat, teilte sie nicht mit.

Gestern war bekannt geworden, dass mehrere deutsche Lebensmittelketten (Aldi, Rossmann, Lidl, DM, Müller, Edeka, Norma und Rewe) Erpresserbriefe erhalten hatten. Die Briefe gingen als Emails ein.

«Ausnahmslos alle» präparierten Produkte gefunden

Darin wurden eine Reihe von Läden in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) aufgezählt, in denen der oder die Erpresser Gläser mit vergiftetem Baby-Brei deponiert haben. Keine leere Drohung – die Polizei wurde in fünf Fällen tatsächlich fündig.

Dabei war Baby-Brei mit Ethylenglykol verrührt worden, eine klare, süss schmeckende Flüssigkeit, die auch für Frostschutzmittel verwendet wird. 30 Milliliter sind bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend, für Babys tödlich.

Der Erpresser habe mit dem Deponieren der fünf vergifteten Gläser die Ernsthaftigkeit seiner Drohung unterstreichen wollen, so Sauter. Die Polizei ist aber sicher, «ausnahmslos alle» präparierten Produkte gefunden zu haben.

«Eine Garantie gibt es keine»

In den Erpresser-Emails hiess es weiter, dass man am Samstag erneut zuschlagen werde und statt fünf diesmal zwanzig Lebensmittel vergifte, sollte der geforderte Millionenbetrag nicht bezahlt werden.

Eine Drohung, die beunruhigt. Dennoch, so Polizeisprecher Sauter, «gehen wir nicht davon aus, dass es gelingen wird, weitere vergiftete Produkte zu deponieren. Dafür ist der Fahndungsdruck zu hoch. Aber eine Garantie gibt es keine.»

Wie sich Kunden jetzt verhalten sollen

«Die Mehrheit der bei uns eingegangenen Anrufe und Mails stammten von besorgten Bürgern, sie wissen wollten, wie sie sich verhalten sollen», sagt Sauter.

Die Verhaltenstipps: «Schauen Sie, ob die Verpackung manipuliert ist. Unversehrte Glasverpackungen haben üblicherweise einen Deckel, der wegen des Vakuums nach innen gewölbt ist. Beim Öffnen gibt es einen Plopp», so Petra Mock vom Stuttgarter Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baselbieter am 29.09.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verdächtiger

    ... könnte auch Liechtensteiner, Österreicher sein... Oder Zürcher :-)

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  • Martin Brändle am 29.09.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha!

    Logo könnte er auch Schweizer sein - oder sonst eine der Hunderten Nationalitäten unseres Planeten! Wer hätte das gedacht?!?!

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  • Frau Holle am 29.09.2017 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte auch Schweizer sein....?!

    Könnte auch Schweizer sein....?! Der hat wohl auch von der KK Prämienerhöhung gehört und kann die nicht mehr bezahlen und hat deshalb auf dieses "Mittel" gegriffen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani R. am 30.09.2017 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pixel?

    Warum wird das Fahndungsfoto verpixelt?Polizei und andere Medien zeigen den Täter!

  • Toni am 30.09.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne wenn und aber

    Wenn alles bewiesen ist nicht lange Fackeln. In eine Zelle sperren und den Schlüssel weit wegwerfen.

  • Browns am 30.09.2017 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Es heisst immer, die Polizei ruft zur Vorsicht beim Kauf auf... wie aber wir dies erkennen, wird nicht erwähnt! Gibt es da Löcher oder riecht man das?? Wie sollen wir vorsichtig sein, wenn wir nicht einmal wissen, auf was wir achten sollten ? Hoffe dieser kranke Typ kommt für immer und ewig weggesperrt!

  • Jöggi am 30.09.2017 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Kranke Kreatur!

    Was dieser Mann gemacht hat ist eine riesen Untat. Ganz Perfide ist es, Baby Narung zu vergiften. Wie Krank muss man sein, solches zu machen? Kränker geht wohl nicht mehr. Solch einer gehört mit Wasser und Brot für 50 Jahre hinter Gitter! Hier ging es nur um Geld, egal ob Menschen oder sogar Babys draufgehen. Das ist kein Mensch sondern eine Kranke Kreatur die hinter Gitter gehört für Immer!!! Hoffe nur das niemand zu Schaden kommt!

  • Ein Vater am 30.09.2017 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es nach mir ginge..

    Jetzt wo er gefasst ist würde ich ihm sein eigenes gläschen "pasta bambini" zu futtern geben. Stattdessen kosten solche irren das system wieder abertausende für psychische gutachten etc.