Klonfabrik in Südkorea

04. Februar 2017 13:16; Akt: 04.02.2017 13:16 Print

Der Tierarzt, der Hunde unsterblich macht

Wer den Tod seines Hundes nicht verkraftet, hat die Möglichkeit, ihn in der Hundefabrik von Dr. Hwang Woo-suk in Seoul klonen zu lassen. Ein fragwürdiges Unternehmen.

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In den Laboren des südkoreanischen Unternehmens Sooam Biotech spielen die Wissenschaftler Hundegott. Unter der Leitung von Firmengründer Hwang Woo-suk (64) werden südwestlich von Seoul aus den Zellen bereits verstorbener Tiere für rund 100’000 Dollar Klone hergestellt.

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Die deutsche Zeitschrift «Geo» hat Dr. Woo-suk kürzlich besucht. Dem Tierarzt war es 2005 erstmals gelungen, den Afghanischen Windhund Snuppy zu klonen. Heute produziert Sooam Biotech im Durchschnitt 15 Hundeklonwelpen pro Monat.

Das Riesengeschäft mit dem geklonten Fido

Die Kundschaft stammt in erster Linie aus einer wohlhabenden Oberschicht, es gibt aber auch Ausnahmen: jene Menschen, die sogar eine Hypothek auf ihr Haus aufnehmen, um die Kosten für ihr Glück zu begleichen. Egal ob arm oder reich, die Klienten von Sooam Biotech haben eines gemeinsam: Sie verkraften den Tod ihres Lieblings nicht und wollen es in einer Genkopie weiterleben lassen.

Dr. Woo-suk hat für sie einen ersten Ratschlag: Wer seinen verstorbenen Hund klonen lassen wolle, der soll die Leiche in feuchte Handtücher einwickeln und ihn in den Kühlschrank stellen. Nur so können die Forscher sicherstellen, dass aus dem entnommenen Gewebe das Haustier später geklont werden könne, heisst auf der Website des Unternehmens. Wer das Geld nicht gleich zur Hand habe, hat auch die Möglichkeit, das DNA-Material zunächst einfrieren lassen. Das kostet pro Jahr 3000 Dollar.

Die Klone sind allerdings nur genetische Zwillinge. Fell oder Augenfarbe könnten anders ausfallen als beim Original, warnt Sooam Biotech. Das hat damit zu tun, dass in der Eizelle auch etwas Erbgut der Eizellspenderin weitergegeben wird. Diese Gene tauchten dann im Klon auf.

Viele Hunde müssen sterben, damit einer geklont wird

Das Geschäft mit den Hundeklonen hat eine fragwürdige Kehrseite, schreibt «Geo». Zwar habe sich die Technik in den letzten zwölf Jahren deutlich verbessert, doch immer noch werden für jeden geklonten Welpen eine Vielzahl von Hunden — meistens geringerwertige Mischlinge — benutzt. Es braucht eine Eizellspenderin und mehrere Leihmütter. Anders als Menschen haben Hündinnen einen sehr unregelmässigen Eisprung und im Gegensatz zu anderen Säugetieren ovulieren unreife Eizellen erst im Eileiter heran. Es ist darum aufwendiger, geeignete Eizellen zu gewinnen.

Sooam Biotech behauptet, heutzutage mit nur vier Hunden pro Neuschöpfung auszukommen: einer Eizellspenderin und drei Leihmüttern. Überprüfen lässt sich das nicht. Was klar ist: Die Tiere werden im Labor mit Hormonen vollgepumpt, betäubt und operiert.

Das Klonen wird scharf kritisiert

Inzwischen hat das Unternehmen auch einen ergiebigen Deal mit der südkoreanischen Polizei ergattert, um Schnüffelhunde zu klonen. Auch eine Kooperation mit einem chinesischen Unternehmen ist auf der Liste. Dabei sollen etwa eine Million Klonrinder erzeugt werden.

Tierschutzorganisationen kritisieren das kommerzielle Kopieren von Lebewesen seit Jahren. Und auch in den sozialen Netzwerken stösst das Vorhaben, Hunde zu klonen, auf Unverständnis. Schon jetzt würden auf der ganzen Welt viele Hunde getötet oder landeten in Tierheimen, weil niemand sie haben wolle. Warum also Hundegott spielen?

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mags frisch am 04.02.2017 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso..

    der liebe Bello ist also ganz einfach ersetzbar. Der neue sieht fast gleich aus, aber mit dem alten hat er nichts gemein. Symtomatisch für unsere oberflächliche Zeit.

  • Tierfreund am 04.02.2017 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Wie kann man nur? Das hat nichts mit Tierliebe zu tun. Jedes Leben ist vergänglich, akzeptiert das.

  • Eve am 04.02.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?

    Und wieder einmal müssen Tiere leiden für die egoistische, oberflächliche und geldgierige Menschheit. Mit Tierliebe hat dies gar nichts zu tun!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anne am 06.02.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beängstigend

    Aha! Also könnte in Zukunft jeder, der genug Geld hat oder gewillt ist, dieses zu beschaffen, festlegen, welches Individuum es wert ist, sich zu vervielfältigen? Nun spinnt den Faden mal weiter: eines Tages funktioniert das ganz heimlich irgendwo auf der Welt auch beim Menschen in einem Labor! Trump hätte schon mal das Geld für seine Unsterblichkeit zusammen...

  • Monika am 05.02.2017 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klonen?

    Ich liebe meine Hunde ja auch. Doch sowas würde ich nie machen. Es ist schlimm wenn ein geliebtes Haustier stirbt doch jeder muss mal gehen. Ich vermisse sie,doch klonen? Nein danke. Machen wir bei den Menschen ja auch nicht. Es gibt noch viele andere Hunde wo ein neues Zuhause suchen. Helft denen

  • Igel am 05.02.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr Weitsichtig

    Das ist der Anfang bei Tieren. Nächster Level der Mensch. Im Momment alle Vehemment dagegen. Aber in Zukunft evtl. nächste 100Jahre? Es werden Spezialisten mit Einstein Niveau gebraucht. Der Wissensdurst muss gestillt werden. Solche Leute werden nicht einfach so in Mengen geboren. Da hatt es für kleinere Rucksäcke keinen Platz mehr. Einfache Aufgaben werden Robotern vorbehalten. Im Momment noch unvorstellbar.

  • Mainon am 05.02.2017 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie kann man nur?!

    Die armen Hündinnen! Werden dermassen Ausgenutzt, die vielen Nakosen die Haltung oh nein das ist ja echt schlimm. mir wird richtig übel.

  • oliver franz am 04.02.2017 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    unsterblich

    wir mussten unser hündin vor 8 monaten über die regenbogenbrücke lassen... unersetzbar... und in unseren herzen unsterblich! gehört zum leben...