Schwerer Unfall

15. November 2012 20:35; Akt: 16.11.2012 10:55 Print

Deutscher rettet Deutschen – mit Schweizer Messer

Rüdiger Leonardy kaufte sich während seiner Ferien in der Schweiz ein klassisches rotes Sackmesser. Das war vor vierzig Jahren. Jetzt hat es sich als lebensrettend erwiesen.

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Rentner und Retter Rüdiger Leonardy mit seinem 40-jährigen Schweizer Sackmesser. Beide retteten Leben. (Bild: Victorinox.ch)

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Der Deutsche Rüdiger Leonardy kehrte vergangenes Wochenende auf der Bundesstrasse 1 zwischen Hemmendorf und Oldendorf von einer Wanderung zurück. Entsprechend entspannt tuckerte der 73-Jährige heimwärts. Bis er plötzlich ein Auto sah, das beim Überholen ins Schleudern kam, auf die Gegenfahrbahn geriet, einen Leitpfahl umriss, gegen einen Baum stiess, sich überschlug, im Strassengraben landete – und sofort Feuer fing. Der Fahrer darin konnte sich aus eigener Kraft nicht befreien.

Rentner Leonardy und andere Autofahrer eilten ihm sofort zur Hilfe. Mit wachsender Panik aber mussten sie feststellen, dass der 38-Jährige kopfüber im Sicherheitsgurt hing, während die Flammen bereits die Vorderachse frassen. Die Zeit drängte also, doch alle Bemühungen der Helfer, den Sicherheitsgurt manuell zu lösen, scheiterten.

Der helvetische Moment der Rettung war gekommen: Leonardy zückte sein rotes Schweizer Sackmesser, das er seit vierzig Jahren auf sich trägt, kroch trotz brenzliger Situation an das Auto heran und schnitt ruckzuck den Gurt entzwei.

Der Schwerverletzte, dessen Jacke und Hose bereits brannten, konnte so aus dem Auto gezogen und sein Leben gerettet werden. Der Mann wird derzeit auf der Intensivstation behandelt.

Die Moral von der Geschicht: Unterschätzt das Schweizer Sackmesser nicht (und auch nicht die PR-Abteilung des Sackmesserherstellers Victorinox, die die Geschichte stolz kolportierte: So macht Werbung Freude).

(gux)