Ferieninsel Phuket

06. Juli 2018 13:06; Akt: 06.07.2018 14:42 Print

Mehrere Leichen nach Schiffsunglück gefunden

Vor der thailändischen Ferieninsel Phuket sind zwei Boote mit 146 Menschen gekentert. Rettungsteams suchen nach Vermissten.

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Rettungsteams haben nach zwei Bootsunglücken vor der Küste Thailands die Leichen von 21 chinesischen Touristen geborgen. Ein Toter sei am Donnerstag gefunden worden, die übrigen am Freitag, sagte Prapan Chantaseng, Chef des örtlichen Katastrophenschutzes.

35 Menschen wurden demnach noch vermisst. Bei starkem Wind und hohen Wellen waren am Donnerstag vor der Küste der thailändischen Ferieninsel Phuket zwei Boote mit insgesamt 146 Menschen an Bord gesunken, davon 129 Touristen aus China. Zuvor hatten die Behörden lediglich von 129 Menschen an Bord berichtet.

Touristen im Boot eingeschlossen?

Ein Boot mit 90 Touristen sank vor der Insel Koh He. Eine Jacht mit 39 Chinesen ging vor der Insel Koh Mai Ton unter. Wie viele Crewmitglieder sich jeweils auf den Schiffen befanden, war nicht bekannt.

Die noch vermissten chinesischen Touristen werden im untergegangenen Wrack vermutet. «Ich nehme an, dass sie im Boot eingeschlossen sind», sagte der Gouverneur von Phuket, Noraphat Plodthing, vor Journalisten. «Aber ich hoffe, dass einige von ihnen überlebt haben.» Das Schiff liegt demnach 40 Meter unter der Wasseroberfläche.

Die Marinepolizei konnte den überwiegenden Teil der Menschen retten. Auch ein russisches Paar, dessen Jet-Ski bei der Insel Koh Racha kenterte, konnte nach Angaben der Polizei gerettet werden.

Fünf Meter hohe Wellen

Das für Tauchausflüge genutzte Boot Phoenix mit überwiegend chinesischen Touristen an Bord war am Donnerstag in einen Sturm geraten. Nach Angaben des Kapitäns überschwemmten fünf Meter hohe Wellen das Deck und brachten das Boot zum Kentern.

Die Phoenix war von der südlicher gelegenen Inselgruppe Koh Racha auf dem Rückweg nach Phuket. Die Gegend ist für ausländische Touristen ein beliebtes Reiseziel.

Laut Gouverneur Noraphat war am Mittwoch eine Wetterwarnung herausgegeben worden. «Es gab heute Abend starke Winde», sagte er und fügte hinzu, zehn weitere Freizeitboote seien in Seenot geraten und würden von Rettungsschiffen von Polizei und Marine betreut.

Schweizerin wurde gewarnt

«Momentan fliegen immer noch extrem viele Helikopter des Militärs und der Polizei über die Insel zum Hafen, um dort nach weiteren Opfern zu suchen», sagt eine Leser-Reporterin zu 20 Minuten. Ihr Hotel befinde sich direkt in der Flugschneise.

Ihr selbst sei von einem Hotelmitarbeiter geraten worden, derzeit keine Meeresexkursionen zu buchen, so die Schweizer Touristin. «Er warnte uns, dass das Wetter momentan extrem instabil sei und ein Ausflug auf das Wasser keine gute Idee wäre.»

In Thailand gibt es häufig tödliche Unfälle mit Schiffen, Bussen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Sicherheitsstandards sind niedrig.




(kko/mlr/afp)