Attacke auf Homosexuelle

18. Februar 2018 11:51; Akt: 18.02.2018 11:51 Print

Ex-Bischof vergleicht Homo-Ehe mit einem KZ

Der Münchner Kardinal Marx sagte, auch homosexuelle Paare könnten den kirchlichen Segen bekommen. Für den Salzburger Ex-Weihbischof Laun ist das wie ein «Segen für KZ».

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Ex-Bischof Andreas Laun vergriff sich beim Thema Homo-Ehe massiv im Ton. (Bild: AP / Archivbild aus dem Jahr 2004) (Bild: Keystone/AP/Martin Schalk)

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Ein österreichischer Ex-Bischof sorgt mit seinen Aussagen für Schlagzeilen. Nachdem kürzlich der Münchner Kardinal Reinhard Marx in einem Radiointerview behauptet hatte, dass auch homosexuelle Paare den kirchlichen Segen bekommen könnten, verglich der emeritierte Salzburger Weihbischof Andreas Laun die Absichten des Kardinals mit dem Segnen eines Konzentrationslagers.

Anfang Februar erklärte Kardinal Marx im Interview, dass die Seelsorge die Lebensgeschichte jedes Einzelnen betrachten müsse und dass er «eigentlich kein Probleme» darin sehe, homosexuellen Paaren im Einzelfall das Segnen zu geben.

Kurz darauf meldete sich Ex-Bischof Laun im katholischen Nachrichtendienst Kath-Net zu Wort: «Man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen», sagte er. Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. «Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschliesslich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind», meinte Laun.

Kritik aus den eigenen Reihen

Für seine Aussagen wird Laun in seiner Heimat nun scharf kritisiert. So sagte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner: «Diese Dinge sind nicht vergleichbar. Wortwahl und Vergleich sind gänzlich unangemessen. So zu reden ist inakzeptabel». Es sei unverständlich, wie man systematische Verbrechen gegen die Menschheit in irgendeiner Weise in Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Lebensformen bringen könne, so Lackner zu OE24.at.

Der Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B., Thomas Hennefeld, nannte die Aussagen «abstrus». Damit stelle Laun die Pfarrer und Pfarrerinnen der evangelisch-reformierten Kirche, die Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften vornehmen, «auf eine Stufe mit jenen Menschen, die nationalsozialistische Konzentrationslager gutgeheissen haben».

Entschuldigung bei der LGBT-Gemeinschaft

Ex-Weihbischof Laun entschuldigte sich inzwischen in einer an die LGBT-Community gerichteten Stellungnahme. Er habe nur erklären wollen, dass die Kirche grundsätzlich alle Menschen, «Heilige und Sünder, aber niemals die Sünde selbst oder Einrichtungen, die ihr dienen» segne und deshalb «einige drastische Beispiele» genannt.

Laun erklärte weiter, er missachte keinen Menschen, der homosexuelle Neigungen habe. Er würde sonst posthum einem mittlerweile verstorbenen Jugendfreund Unrecht tun, meinte Laun.

(kle)