Visa-Chaos

28. Dezember 2017 18:41; Akt: 29.12.2017 06:22 Print

Familie lebt seit zwei Monaten in Flughafenhalle

Sie können weder aus- noch in Thailand einreisen: Eine achtköpfige Familie aus Zimbabwe lebt seit über zwei Monaten am Flughafen von Bangkok.

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Ein thailändischer Flughafenmitarbeiter brachte den gestrandeten Kindern am Weihnachtstag Geschenke. (Bild: Facebook/Kanaruj Pornspolt)

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Die Geschichte erinnert an den Film «The Terminal» mit Tom Hanks: Eine Familie aus Zimbabwe steckt seit dem 7. November in der Abflugshalle des internationalen Flughafens Suvarnabhumi in Bangkok fest.

Die vier Erwachsenen und vier Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren dürfen nicht in Thailand einreisen, bekommen aber auch keine Aufenthaltsgenehmigung in einem anderen Land. Sie schlafen auf Sofas und werden täglich mit Snacks und Alltagsgegenständen versorgt, die das Flughafenpersonal ihnen bringt.

Visa abgelaufen

Die Odyssee der Familie begann am 23. Oktober: Nachdem sie bereits im Mai in Thailand mit Touristenvisa eingereist waren, wollten sie über die Ukraine nach Barcelona fliegen. Doch die Airline liess sie nicht an Bord, weil keiner der Reisenden die nötigen Einreisedokumente für Spanien hatte.

Laut dem Sender «NDTV» wurden zwei Wochen später neue Flugtickets erstellt, diesmal schaffte es die Familie bis nach Kiew, dann wurde sie wieder nach Bangkok geschickt. Die thailändische Grenzbehörde erlaubte ihr jedoch die Einreise nicht, weil ihre Touristenvisa längst abgelaufen waren.

Warten auf Asyl-Entscheid

Der Fall kam jetzt ans Licht, weil ein thailändischer Flughafenmitarbeiter am Weihnachtstag ein Foto auf seinem Facebook-Profil postete. Auf dem Bild ist zu sehen, wie Kanaruj Pornspolt einem der gestrandeten Kinder, dem Mädchen Mashia, ein Geschenk gibt.

Derzeit wartet die Familie auf den Bescheid des Asylbüros der Vereinten Nationen in Bangkok. Dort stellte sie kürzlich einen Antrag auf Asyl. Laut Vivian Tan, Sprecherin des lokalen Flüchtlingsbüros, kann die Familie nicht zurück nach Zimbabwe geschickt werden, weil dort ihr Leben gefährdet sei.

(kle)