Waldbrände in Kalifornien

12. Oktober 2017 04:55; Akt: 12.10.2017 18:36 Print

Feuerwehr evakuiert eine 5000-Einwohner-Stadt

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien haben wieder an Kraft gewonnen. Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für acht Bezirke aus.

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Die Brände zerstören in Kalifornien ganze Strassenzüge: Ausgebranntes Auto in Santa Rosa. (12. Oktober 2017) Bleiben trotz Aufforderung zu Evakuierung: Ein Jugendlicher und seine Familie in Calistoga. (11. Oktober 2017) Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren: Anwohner umarmen sich in Santa Rosa. (10. Oktober 2017) Tausende Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die nach Behördenangaben insbesondere in den berühmten Weinbaugebieten Sonoma und Napa Valley zehntausende Hektar Land und hunderte Gebäude zerstörten. Allein im Bezirk Sonoma starben elf Menschen. Drei weitere Tote wurden in Mendocino gemeldet. Im Bezirk Napa seien zwei Menschen ums Leben gekommen und in Yuba einer. Insgesamt sind mindestens 21 Menschen in den Waldbränden in Kalifornien ums Leben gekommen. 75 Jahre verheiratet: Charles und Sara Rippey sind bei den Waldbränden ums Leben gekommen. Notstand ausgerufen: Häuser in Anaheim, Kalifornien, stehen in Flammen. (9. Oktober 2017) Die Gefahr bleibt: Tausende Häuser sind noch von den Flammen bedroht. (9. Oktober 2017) Nach draussen in Sicherheit: Die Bewohner wurden aufgefordert, die bedrohten Wohngebiete schnell zu verlassen. (9. Oktober 2017) Unbändige Naturgewalten: Starke Winde haben die Brände vergrössert. (9. Oktober 2017) Zu Hause bleiben: In vielen Bezirken bleiben Schulen und Behörden geschlossen. (9. Oktober 2017) Brandursachen: Hohe Temperaturen im Sommer und Trockenheit haben die Brandgefahr verstärkt. (9. Oktober 2017) Verrauchte Sicht: Auf einer Luftaufnahme von North Bay im Norden San Franciscos ist die Verwüstung durch das Feuer sichtbar.(9. Oktober 2017) Vom Wind verweht: Flugzeuge spritzen Löschmittel auf die Brandherde. (9. Oktober 2017) Durch die Rauchsäule: Ein Helikopter spritzt Wasser auf das vom Wind aufgepeitschte Feuer in Kalifornien. (9. Oktober 2017) Selbstschutz geht vor: Ein Polizist trägt eine Maske, um sich vor den Rauchschwaden zu schützen. (9. Oktober 2017) Kahle Bäume ragen in die Höhe: Nach der Feuersbrunst stehen nur noch die verkohlten Gebäude und Pflanzen da. (9. Oktober 2017)

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Die Waldbrände in einem kalifornischen Weinanbaugebiet haben erneut an Kraft gewonnen. Die Zahl der Toten bei den verheerenden Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien ist weiter gestiegen: Mindestens 21 Menschen kamen nach Medienberichten vom Dienstagabend ums Leben, mehr als hundert wurden noch vermisst.

Für die Stadt Calistoga im Norden des US-Staats wurde eine Evakuierung angeordnet. Einsatzkräfte gingen von Tür zu Tür und forderten die rund 5000 Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen.

Tausende Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die nach Behördenangaben insbesondere in den berühmten Weinbaugebieten Sonoma und Napa Valley zehntausende Hektar Land und hunderte Gebäude zerstörten. Mehr als 25'000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für acht Bezirke aus.

Bilder aus Santa Rosa zeigen das Ausmass der Zerstörung. (Video: Tamedia/AFP)

Medienberichten zufolge gab es insgesamt 21 Tote, elf davon allein im Bezirk Sonoma. Drei weitere Tote wurden in Mendocino gemeldet. Im Bezirk Napa seien zwei Menschen ums Leben gekommen und in Yuba einer. Die Gegenden nördlich der Bucht von San Francisco sind vor allem als Weinanbaugebiete bekannt.

Bei den beiden Toten in Napa handelte es sich dem Fernsehsender KTUV-TV zufolge um ein 99 und 100 Jahre altes Ehepaar. Die beiden konnten sich nicht rechtzeitig vor den Flammen retten.

Rund 150 Vermisste

Nach Angaben der Polizei von Sonoma wurden in dem Landkreis rund 150 Menschen vermisst. Die Behörden zeigten sich «zuversichtlich, dass die meisten dieser Menschen wohlauf wiedergefunden und mit ihren Liebsten vereint werden».

Ein Sprecher des Sheriffs von Mendocino sagte dem Sender CBS, es werde mit weiteren Opfern gerechnet. Davon ging auch Gouverneur Brown aus. In einem Brief an US-Präsident Donald Trump schrieb er, die Brände hätten in weniger als 24 Stunden mehr als 2000 Häuser zerstört. Tausende weitere Gebäude seien bedroht.

Schätzungen zufolge sind mindestens 3500 Häuser zerstört worden, wie die Behörden am Mittwoch mitteilte. Nach Behördenangaben wurden seit Sonntagabend mehr als 69'000 Hektar Land zerstört. Brown forderte Trump auf, den Katastrophenfall zu erklären, um Bundesmittel freizugeben. Dies tat das Weisse Haus am Dienstag.

Weiterhin mindestens 22 Brände

Feuerwehrleute kämpften in der Region nördlich der Metropole San Francisco gegen 22 grosse Waldbrände. Die Feuerwehr erklärte aber, sie habe dank abnehmenden Winds und kühleren Wetters «über Nacht gute Fortschritte gemacht».

Angefacht wurden die Brände unter anderem durch sogenannte Santa-Ana-Winde, die mitunter eine Geschwindigkeit von mehr als 90 Stundenkilometern erreichten. Es handelt sich hierbei um ein meteorologisches Phänomen, das trockene Winde aus dem Bergland östlich der kalifornischen Küste bringt.

Autobahnen und Strassen gesperrt

In der am schlimmstem betroffenen Stadt Santa Rosa wurden ein Spital sowie das Hilton Hotel evakuiert. Das Hilton brannte vollständig ab. Mehrere Autobahnen und Strassen wurden gesperrt.

Nach Angaben des Versorgers Pacific Gas & Electric fiel zunächst bei 196'000 Kunden wegen der Brände der Strom aus. Später waren noch 99'000 Kunden von der Stromversorgung abgeschnitten, insbesondere in den Bezirken Sonoma und Napa.

Sogar im rund 60 Kilometer entfernten San Francisco waren riesige Rauchwolken zu sehen, auch der Brandgeruch drang bis in die Millionenmetropole. Im Norden der Stadt wurde wegen Asche in der Luft von Aktivitäten im Freien abgeraten.

(kaf/sda)