Algen und Larven

22. Mai 2013 18:57; Akt: 23.05.2013 16:25 Print

Food aus 3D-Printer soll die Welt ernähren

Im Auftrag der NASA tüfteln Techniker am Essen der Zukunft: Das könnte aus dem 3D-Drucker kommen und auch mal aus Insekten oder Algen bestehen.

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Noch ist es Zukunftsmusik, doch wer weiss: Statt Backofen und Herd stehen möglicherweise eines Tages nur noch 3D-Drucker in unseren Küchen. Die NASA lässt sich ein auf vorerst sechs Monate angelegtes Forschungsprojekt nun 125'000 Dollar kosten: Das texanische Unternehmen Systems & Materials Research Corporation SMRC soll einen Universal-Food-Synthesizer bauen, mit dem künftig Astronauten im All – ähnlich wie mit dem Replikator in Star Trek – ihre eigenen Mahlzeiten «drucken» können, wie die Newssite Quartz berichtet.

Dazu werden ähnlich wie bei herkömmlichen Druckern aus verschiedenen Patronen Proteine, Kohlehydrate und Zucker in Pulverform in verschiedenen Mischungen Schicht um Schicht aufgesprüht, um das individuelle «Menü» zuzubereiten. Für lange Weltraumreisen strebt das Unternehmen 30 Jahre Haltbarkeit an.

Erst die Pizza...

Als erstes Projekt will SMRC-Boss Anjan Contractor eine Pizza «backen» – dank ihrer flachen und in Schichten aufgebauten Form ein logischer Schritt. Nachdem eine Lage Teig aufgesprüht und gleich gebacken wird, wird die Tomaten-Basis mit Wasser und Öl gemischt appliziert und schliesslich eine Protein-Schicht aufgetragen – fertig ist die Margarita aus dem 3D-Drucker. Wie gut diese im Vergleich zu der aus dem Holzofen schmeckt, sei dahingestellt - ebenso nahrhaft dürfte sie aber werden.

..und dann die ganze Welt?

Doch nicht nur für Astronauten, sondern auch für die Ernährung einer ständig wachsenden Weltbevölkerung könnten 3D-Drucker zum Zug kommen. «Ich glaube nicht, dass das derzeitige System zur Nahrungserzeugung 12 Milliarden Menschen ernähren kann», so Anjan Contractor. «Wir werden unser Verständnis von dem, was wir als Nahrung ansehen, ändern müssen.»
Auch das holländische Unternehmen TNO Research werkelt gemeinsam mit SMRC an 3D-Druckern für Nahrungsmittel. Gemäss den Tüftlern aus den Niederlanden könnten bei den Grundsubstanzen auch Algen, Wasserlinsen, Gras, Rübenblätter und sogar Würmer und Insekten oder deren Larven zum Zuge kommen. Spätestens dann ist der Konsument froh um eine etwas ansprechendere Form der Nahrung.

(trx)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

ich hätte gerne eine Portion Zylinderchen mit Pesto und Nanostreuseln....äähm... nein danke, ich esse keine Tetraeder... bin Rundarier...sorry! – Geniesser

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Interessierter am 23.05.2013 21:54 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Das Zeug sieht ja aus wie Brekkies oder Hundefutter! Besser mal etwas gegen das Bevölkerungswachstum tun!

  • Pfrä Müller am 23.05.2013 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schön, aber ... UEBERBEVÖLKERUNG

    Dennoch ist das Problem der Überbevölkerung und der Zerschandelung unseres Substrates, der Erde damit nicht gelöst. DORT sollte man AUCH ansetzen - und zwar so rasch wie möglich.

  • D. Z. am 23.05.2013 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Insekten...

    Den 3D Drucker fras können die Forscher selber essen aber sicher nicht ich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Interessierter am 23.05.2013 21:54 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Das Zeug sieht ja aus wie Brekkies oder Hundefutter! Besser mal etwas gegen das Bevölkerungswachstum tun!

  • Cybot am 23.05.2013 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Replikator

    Solange nicht mehr Nahrung aus dem Drucker herauskommt, als man einfüllt, hat das mit dem Replikator aus Star Trek nicht das geringste zu tun. Dort wird Nahrung als Energie produziert, nicht nur ein eine neue Form gebracht.

  • Reto Camenzind am 23.05.2013 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Beilagendrucker

    Der Drucker kann also bestenfalls Beilagen drucken ? Wie sieht ein repliziertes Steak aus ? Auf den Mars und zurück mit Teigwaren könnte ggf. etwas eintönig sein.

  • MeinerEiner am 23.05.2013 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Soylent Grün

    Sowas will ich nicht essen!

  • Pfrä Müller am 23.05.2013 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schön, aber ... UEBERBEVÖLKERUNG

    Dennoch ist das Problem der Überbevölkerung und der Zerschandelung unseres Substrates, der Erde damit nicht gelöst. DORT sollte man AUCH ansetzen - und zwar so rasch wie möglich.