Frankreich

19. April 2016 22:21; Akt: 19.04.2016 22:21 Print

Frau mit Baby treibt Bewaffneten in die Flucht

Ein Räuber hält einer Kioskbesitzerin eine Pistole ins Gesicht. Doch die Frau lässt sich nicht einschüchtern.

(Quelle: YouTube/mister yolman)
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Vergangene Freitagnacht war es ruhig im französischen Dörfchen Champ-du-Boult – bis ein Mann mit Sturmmaske und Feuerwaffe die Kiosk-Bar Le Bocage Normand betrat. Das Video der Überwachungskamera zeigt, was dann geschah.

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Lokalbesitzerin Nathalie Leclerc-Pelan hält das Baby einer Kundin auf dem Arm und will sich gerade auf einen Stuhl setzen, als der Maskierte gegen 22.30 Uhr zur Tür hereinstürmt. Erst nimmt er sie gar nicht wahr und fuchtelt mit seiner Pistole Richtung Theke. Dann steht Leclerc-Pelan ruhig auf, geht unbeirrt an ihm vorbei und bringt erst einmal das Kind in Sicherheit.

«Ich dachte, es sei ein Scherz»

Ebenso gelassen kehrt Leclerc-Pelan zu ihm zurück, worauf er ihr einen Rucksack in die Hand drückt. Jetzt hat die Lokalbesitzerin offensichtlich die Nase voll. Sie schlägt mit der Tasche auf die Pistole und das Gesicht des Maskierten ein und treibt ihn Richtung Tür. Ein Gast packt einen Stuhl und eilt ihr zu Hilfe. Der Eindringling feuert die Waffe noch ab – es handelte sich um Platzpatronen, wie sich später herausstellte – und ergreift die Flucht.

«Ich dachte erst, es handle sich um einen Scherz, und sagte ihm, das sei hier keine Bank», erzählte Leclerc-Pelan laut «Figaro». Als der Mann hereinstürmte und «Die Kasse, das ist ein Überfall!», schrie, habe sie Panik in seiner Stimme gespürt. Erst als er ihr gesagt habe, dass die Waffe echt sei, sei ihr etwas mulmig geworden. Das sei auch der Moment gewesen, in dem sie angefangen habe, die Pistole wegzuschlagen. «Ich habe reflexartig reagiert. Ich bin ein temperamentvoller Mensch und bin es nicht gewohnt, mich herumdirigieren zu lassen», sagte Leclerc-Pelan zu «Ouest-France».

Reumütiger Täter

Der Täter kehrte kurz darauf zurück. «Er wusste, dass er aufgrund seiner Fingerabdrücke identifiziert würde. Und er hatte bestimmt ein schlechtes Gewissen», vermutet Leclerc-Pelan laut dem französischen «20 minutes». Die nach der Flucht alarmierte Polizei verhaftete ihn.

Wie «La Manche Libre» schreibt, wurde der 21-Jährige zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt, wovon er sechs Monate absitzen muss. Zudem muss er Leclerc-Pelan 1000 Euro bezahlen.

(kmo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Müller am 19.04.2016 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss

    Bei 0:48 sieht man wie sich ein Schuss löst. Wie im Artikel steht, handelte es sich nur um Platzpatronen, aber das wusste die Frau zu diesem Zeitpunkt nicht. Mein Leben ist mir mehr Wert, als den Kasseninhalt. Ich würde nie den Held spielen um dann einen Tag in der Zeitung zu stehen.

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  • milie am 19.04.2016 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zivilcourage

    Stört sich niemand ausser mir an der Flasche an der Theke, der unbeteiligt wegschaut?

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  • René B. am 19.04.2016 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr mutig

    hätte aber auch ins Auge gehen können. Trotzdem Hut ab. :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Right for Freedom am 20.04.2016 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Relativieren

    Der Typ hat Platzpatronen benutzt, also stand hinter seiner Tat bestimmt keine Gewalt, der war verzweifelt, hat aber trotzdem bewusst Platzpatronen gewählt! Das war ein versuchter Raubüberfall ohne Intention, jemandem (physisch) zu schaden. Die Frau hat intuitiv bemerkt, dass von diesem (unsicheren, nervösen) Dieb vermutlich weniger Gefahr ausgeht. Sie hat richtig Power gezeigt :) Dass der junge Mann dafür aber zwei Jahre ins Gefängnis kommt, finde ich für sein Verhalten nicht gerechtfertigt. Er hat zwar mit einer Waffe herumgefuchtelt und mit der Alten gerangelt, aber sie nicht geschlagen.

    • biba am 20.04.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Right for Freedom

      Kommt er ja nicht, aber 6 Monate und die tun ihm sicher gut, darüber nachzudenken, dass so auch keine Probleme gelöst werden können.

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  • Peter am 20.04.2016 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist mutig

    Habt ihr den alten Mann gesehen der mit dem Stuhl auf den Angreifer los geht! Der kann kaum selber gehen und greift dennoch ein. Da hat es einige mutige Menschen, ausser dem einen.

  • gusi am 20.04.2016 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist

    kein Professioneller:-) war wohl grad pleite

  • Kevin am 20.04.2016 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist so.

    Westeuropäische Täter sind in 90% Reumütige Täter, die Gewalttätigen, mit echten Schusswaffen und der ständigen Angst vor Augen morden zu müssen, sind keine unsere Facharbeiter.

  • Sepp am 20.04.2016 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück gut ausgegangen.

    Zivil Courage könnte auch tödlich sein.Zum Glück gut ausgegangen.Mag ihr die 1000 Euro gönnen.War aber nicht ungefährlich.