Ärztepfusch

15. Februar 2017 15:44; Akt: 15.02.2017 15:44 Print

Frau verliert Arme und Beine nach Abtreibung

Die Französin Priscilla Dray hat nach einem Schwangerschaftsabbruch im Spital von Bordeaux hohes Fieber. Die Ärzte nahmen die Sache aber nicht ernst genug.

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Priscilla Dray war 36 Jahre alt und bereits Mutter dreier Kinder, als sie sich im Juli 2011 zu einem Schwangerschaftsabbruch in der Uniklinik in Bordeaux entschied. Dieser Tag sollte ihr Leben komplett verändern, denn kurz darauf mussten ihr beide Unterbeine, der linke Unterarm und Teile der rechten Hand amputiert werden. Der Zeitschrift «L’ Obs» erzählt sie nun von ihrem unvorstellbaren Leidensweg.

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«Am Tag nach der Abtreibung wachte ich mit 40 Grad Fieber auf», erzählt die Frau. Weil sich die Familie gerade in den Ferien in Cap Ferret befand, zögerte Dray zunächst, die 75 Kilometer weite Reise nach Bordeaux zu machen. Schliesslich dachte sie aber: «Es stand in den Anweisungen, dass man sich bei hohem Fieber zum Notfall begeben sollte.» Also fuhr die Frau wieder nach Bordeaux.

Eine Infektion im Anmarsch

Im Notfall entfernten die Ärzte die Spirale, die sie der Frau nach der Abtreibung eingesetzt hatten, und schickten diese zur Analyse ins Labor. Zudem wurde Dray Blut entnommen. Während sie auf die Resultate wartete, rief sie ihre Schwägerin an. Ihr Mann ist Arzt, eine zweite Meinung konnte nicht schaden.

Er riet ihr, sofort Antibiotika zu verlangen. Als Dray dies den Ärzten im Notfall mitteilte, hielten die das aber nicht für nötig. Damit würde man nur Symptome kaschieren, bevor eine Diagnose erstellt werden könne, sagten sie Dray. Das war der erste grosse Fehler.

Am Abend, schon zurück in Cap Ferret, wurde es der Frau schlecht. «Ich schwitzte stark und fühlte mich krank.» Am nächsten Morgen suchte sie das lokale Gesundheitszentrum auf. Dort wurde sie von einem Allgemeinmediziner untersucht, der die Situation rasch erkannte: Die Patientin habe offenbar eine Septikämie erlitten, also eine Infektion, die durch Bakterien oder Toxine im Blut verursacht wird. Sie müsse dringend eingeliefert werden, meinte er.

Jung, arrogant – und dumm

Eine Ambulanz brachte die Frau zurück in den Notfall nach Bordeaux, diesmal mit einem Begleitbrief des Arztes aus Cap Ferret. Das nützte aber wenig. «Eine etwa 25-jährige Assistenzärztin nahm sich meiner an. Sie war äusserst arrogant und sehr unfreundlich zu mir.»

Als Dray ihr sagte, der Allgemeinarzt habe eine Einlieferung empfohlen, lachte die junge Ärztin: «Ich werde mir doch nicht von einem Dorfarzt sagen lassen, was ich zu tun habe», meinte sie.

Zu diesem Zeitpunkt waren Drays Schwägerinnen eingetroffen. Schockiert, Dray in einem solchen Zustand zu sehen, forderten sie die Notfallärztin auf, etwas zu unternehmen. «Das sind nur psychologische Folgen der Abtreibung», meinte jedoch die Frau. Als Erklärung dafür, dass die Hände der Patientin stark geschwollen waren, sagte sie: «Sie wird sich wohl angeschlagen haben.»

Stunden später wachte sie ohne Arme und Beine auf

Zwölf Stunden später lag Priscilla Dray im OP-Saal. Zwischen den Betäubungen informierten die Chirurgen die Frau, dass ihr Körper von fleischfressenden Bakterien befallen sei und ihr nun alle vier Extremitäten amputiert werden müssten.

Heute kann Priscilla Dray mit Hilfe von Prothesen wieder gehen. Sie wartet zudem auf eine Handtransplantation, die im Unispital Philadelphia durchgeführt werden soll. Vor wenigen Wochen gewann sie einen Prozess gegen das Spital in Bordeaux, das ihr eine Entschädigung von über 300'000 Euro bezahlen muss. Die beiden Ärzte, die sie im Notfall behandelt hatten, kann sie jedoch rechtlich nicht belangen. «Ich würde am liebsten den Arzt, der mir ein paar Milligramm Antibiotika verweigerte, hinter Gittern sehen.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hundi am 15.02.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    aerzte belangen

    ich finde bei schwerem Vergehen sollten Aerzte rechtlich belangt werden koennen!

    einklappen einklappen
  • Dani am 15.02.2017 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Das Urteil ist viel zu mild.

  • Markus H. am 15.02.2017 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Götter

    Ärzte sind noch immer Götter in Weiss. Die sind immer unschuldig. Darum dürfen sie auch nicht bestraft werden.......

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zimi62 am 16.02.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ärzte am PC hören nicht ZU!...

    Schrecklich!Unglaublich hartes Schicksal! Die Krux von heute sehe ich auch hier: Ärzte hören kaum mehr zu,da sie mit "eintöggele" am PC beschäftigt sind... Als Patient weiss man kaum noch, ob man jetzt reden darf oder warten muss, bis der Arzt seine Aufmerksamkeit einem wieder schenkt. Und im Notfall fungieren zu viele cand.med.'s/Assistenzärzte,denen die Erfahrung fehlt.Oft sind diese ZU stolz und ehrgeizig, um an höherer Stelle Hilfe zu holen. Dazu kommt die viel zu hohe Präsenzzeit der Ärzte. Müdigkeit verursacht weit mehr Fehler,als Unwissen...

  • Tropicthunder am 16.02.2017 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jeder der zu ihr geht = am a**ch

    Diese Ärztin bitte sofort kündigen und weltweit Berufsverbot in Medizinbranche.

  • Tristan72 am 16.02.2017 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldig ......

    Jemand zerstörte zuerst ein Leben und dann ein anderer das nächste, nur das die schuldige Person nun keine Arme und Beine mehr hat und das Unschuldige Leben gar keines mehr hat !!

  • WaleLi am 15.02.2017 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Restrisiko

    Sehr tragisch, was dieser Frau passierte. Aber deswegen Abtreibungen zu verurteilen, finde ich falsch, denn ein minimales Restrisiko besteht immer, selbst bei der Verhütung mit der Antibabypille, man denke dabei an den traurigen Fall Celine.

  • Anti Femnsm am 15.02.2017 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu milde!

    In Amerika bekommt jemand Millionen weil Redbull keine Flügel verleit, und hier wird ein Leben zerstört aus dummheit, und sie bekommt gerademal 300'000... Wenigstens ist damit ein Bein bezahlt... Eine 0 mehr dahinter, und den Ärzten die Lizenz wegnehmen.