Mexiko schützt Schweinswale

17. April 2015 02:58; Akt: 17.04.2015 05:18 Print

Wegen 100 Walen wird die Fischerei verboten

Wie der Panda für China sei der scheue Kalifornische Schweinswal für Mexiko. Darum greift der Präsident zu drastischen Massnahmen

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Für die bedrohten Kalifornischen Schweinswale lässt der mexikanische Präsident sogar Fischerei verbieten. (Bild: Paula Olsen, Nationale Ozean- und Atmosphärenverwaltung der USA)

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Mexiko startet ein Rettungsprogramm für die akut vom Aussterben bedrohten Kalifornischen Schweinswale. Staatschef Enrique Peña Nieto gab am Donnerstag die Umsetzung der Massnahmen bekannt, die ein Verbot von Kiemennetzen in weiten Teilen des auch als Cortes-See bekannten Golfs von Kalifornien vorsehen. Solche Netze werden in der Regel für den Fang von Totoaba-Fischen eingesetzt, doch verfangen sich in ihnen oft Schweinswale.

Inzwischen tummeln sich nur etwas unter 100 sogenannte Vaquinas in den Gewässern zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien. Nirgendwo sonst auf der Welt sind die wenigen Exemplare zu finden.

Bei einer Zeremonie in San Felipe übergab Peña Nieto der Marine die Schlüssel zu den neuen Patrouillenbooten, die das Kiemennetz-Verbot durchsetzen sollen. Zudem sollen Überwachungssatelliten und Drohnen eingesetzt sowie drei Marinestützpunkte in das Rettungsprogramm für die Kalifornischen Schweinswale eingebunden werden. Auch einige örtliche Fischer sollen mithelfen. Gerade die Kooperation mit ihnen sei entscheidend für den Erfolg der Massnahmen, betonte Peña Nieto.

Fischer unterstützen Initiative dank Entschädigungsfonds

Ein Leiter der örtlichen Fischergemeinde, Sunshine Rodriguez Peña, versprach, den Behörden entgegenzukommen. «Wir sind unser ganzes Leben lang Fischer gewesen, von Generation zu Generation», sagte er. «Deshalb sind wir die ersten, die Nachhaltigkeit unterstützen.»

Die 37 Millionen Dollar (35 Millionen Euro) schwere Initiative sieht zudem einen Entschädigungsfonds für Fischer vor, denen durch das Netzverbot Verluste entstehen.

Der Leiter der örtlichen Abteilung der Naturschutzorganisation WWF, Omar Vidal, führte die Wichtigkeit des Projekts vor Augen. Der scheue Kalifornische Schweinswal sei «eine charakteristische Spezies für Mexiko - wie es der Panda für China ist.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WitZZbold am 17.04.2015 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegen 100 Walen?

    Wegen 100 Walen hört sich hört sich für mich ein bisschen so an als wären die Tiere nichts besonderes. Danke Mexico, viele andere Länder könnten von denen was lernen...

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  • Tierschützerin am 17.04.2015 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ist doch gut oder?

    Überschrift ist schlecht gewählt...wegen 100 Walen...klingt so, als wäre das völlig übertrieben :-(

  • mirja m. am 17.04.2015 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    danke mexiko! und an alle: schaut euch doch mal mission blue an. passt zum thema.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Th am 17.04.2015 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebewesen-keine Schlagzeile

    Interessante Formulierung. Will dem Verfasser des Artikels nichts unterstellen. Art des Titels passt aber zu ähnlichen Darstellungen anderer Fälle. Das Tier wird hier doch klar als Sache oder als Schlagzeile dargestellt, aber nie als Lebewesen in respektvoller Weise.

  • Klaus am 17.04.2015 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    IF THE OCEANS DIE, WE DIE! P.W.

    Gute Aktion, kommt leider etwas spät, bekannt ist das schon lange. Nur ist dies eins der kleineren Probleme die unser Ozeane haben. 60% des Sauerstoffes kommen aus dem Meer, damit ist es eine der wichtigsten Grundlagen für unser aller Leben. Die Überfischung und Wilderei in Schutzgebieten tut ihren grossen Teil dazu. Eigentlich sollte man garkeinen Fisch mehr essen, damit sich die Bestände erholen könnten. Das Märchen der nachhaltigen Fischerei und irgendwelchen Labeln für Fischerei die nicht mehr wert sind als man sie werfen kann, glaubt doch schon lange niemand mehr.

  • coralie am 17.04.2015 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bravo mexico

    bravo! endlich mal eine schöne positive nachricht zum thema tierschutz!

  • Lala am 17.04.2015 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Das scheint jetzt alles vorbildlich und ist meiner Meinung ist es auch wichtig die Natur zu schützen. Aber vor dem Hintergrund der Probleme von Mexiko ist es wieder mal eine gut geplante Aktion, damit Peña Nieto sein Image im Ausland aufbessern kann. Ihm scheinen Menschenleben leider weniger wert zu sein: 13 Personen verschwinden jeden Tag, seit dem er an der Macht ist. Und in das Krisengebiet der ermordeten 43 Studenten ist er kein einziges Mal gereist, es sei ja kein staatliches Problem...

    • Klaus am 17.04.2015 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      Oh ja!

      Klingt vielleicht für manche unverständlich, aber kein Leben ist mehr wert wie das andere. Egal ob menschliches oder nichtmenschliches Tier, alle wollen leben und sollen auch ein Recht darauf haben. Der Mensch breitet sich immer weiter aus, nimmt anderen Lebewesen die Lebensgrundlage und wundert sich wenn eine Art nach der anderen ausstirbt. Ausbeutung und Mord kann doch nicht die einzige Möglichkeit sein für uns Menschen um zu überleben, vor allem wenn es problemlos möglich ist uns ohne Umwege über ein anderes Tier zu ernähren.

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  • W.D. am 17.04.2015 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit

    Wenn die Meere ausgefischt sind hätten wir ein Problem! Die Meere sind genau so wichtig wie der Regenwald für unser Klima. Wenn wir uns auch wirklich um die Meere und den Regenwald kümmern würden müssten wir nicht mal auf alternative Varianten wie z.B. Elektroautos ausweichen. Die Zukunft liegt also in unserem Konsumverhalten. 1. Weniger Fisch essen. 2. Auf tropische Früchte, und Edelholz aus dem Urwald verzichten. Für viele heutzutage leider undenkbar.