«Libertad» ist frei

16. Dezember 2012 06:24; Akt: 16.12.2012 06:35 Print

Ghana muss argentinische Fregatte freigeben

Ghana muss das beschlagnahmte argentinische Schulschiff «Libertad» freigeben. Es war Anfang Oktober auf Antrag eines US-Hedgefonds festgesetzt worden, um Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 einzutreiben.

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Noch liegt die argentinische Fregatte «Libertad» im Hafen der ghanaischen Hauptstadt Accra. (Bild: Keystone)

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In einem komplizierten Streit zwischen Ghana und Argentinien um Entschädigungsansprüche der Cayman-Inseln und eine beschlagnahmte Fregatte hat der Internationale Seegerichtshof (ITLOS) der Regierung in Buenos Aires Recht gegeben.

Ghana dürfe nicht länger die argentinische Fregatte «Libertad» festhalten, die in dem westafrikanischen Staat seit Anfang Oktober zwangsweise vor Anker liegt, urteilte das Hamburger Gericht am Samstag. Die Richter führten zur Begründung an, dass für Kriegsschiffe wegen des hohen Konfliktpotenzials «Immunität» gelte.

Im Hafen von Tema, östlich der ghanaischen Hauptstadt Accra, war zunächst keine Reaktion auf den Richterspruch feststellbar. Ein AFP-Reporter, der dort Fotos von der «Libertad» machen wollte, wurde mit der Begründung abgewiesen, dass es sich um ein Kriegsschiff handle.

280 Seeleute evakuiert

Die «Libertad» liegt seit dem 1. Oktober in Tema vor Anker. Ghana liess Ende Oktober nach heftigen Beschwerden der Regierung in Buenos Aires 280 Seeleute von Bord der «Libertad» Richtung Argentinien ausfliegen. Etwa 40 Seeleute blieben an Bord des Segelschulschiffs.

Die «Libertad» war am 2. Oktober konfisziert worden. Der Finanzfonds NML Capital mit Sitz auf den karibischen Cayman-Inseln hatte vor einem Gericht in Ghana die Pfändung des Schiffs erreicht, um Argentinien zur Zahlung ausstehender Kredite und Zinsen zu zwingen.

Streit um 285 Millionen Euro

NML Capital hatte während der Wirtschaftskrise im Jahr 2000 Staatsanleihen gekauft, bevor Buenos Aires im Zuge eines Schuldenschnitts einen Grossteil seiner Kredite strich. Nach Darstellung des Fonds schuldet Argentinien ihm umgerechnet 285 Mio. Euro.

Im Zuge des Streits traten der Chef der argentinischen Kriegsmarine, Carlos Alberto Paz, und die Leiterin des militärischen Geheimdiensts, Lourdes Puente Olivera, zurück. Ausserdem wurden zwei ranghohe Offiziere suspendiert, die den Halt des Segelschiffs in Tema angeordnet hatten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tatwort am 16.12.2012 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Blaupause für Griechenland

    Na, dann wissen wir jetzt ja, was auf uns zukommt, falls Griechenland, Spanien oder ein anderes Land in den Bankrott schlittert: Die Steuerzahler müssen berappen, was Politiker uns einbrocken... Und Argentinien hat in der Zwischenzeit sein Geld nach Basel transferiert, wo der Bundesrat sagt, dass man es nicht anfassen darf...

  • Käpten Iglu am 16.12.2012 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Holzsegelschiff vs Gasturbinen Kreuzer

    Na ja die Finanzgesellschaften auf den Caymans haben ja nicht gerade den Ruf von sauberen Geschäften sind ja eher dafür bekannt das Steuerhinterzieher, Drogenkartelle usw deren Dienste Nutzen. Andererseits muss man sich auch über diie argentinische Marine wundern, ja das Schiff ist nett anzusehen, aber was ein Segelschiff als Marineschulschiff heutzutage taugt?? Richtige Kriegsschiffe haben keine Segel und sind mit Elektronik und Waffensystemen vollgestopft, sehe nicht warum z.B. ein ELINT oder Sonar Operator erst auf so ein Holzsegelschiff soll.

Die neusten Leser-Kommentare

  • tatwort am 16.12.2012 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Blaupause für Griechenland

    Na, dann wissen wir jetzt ja, was auf uns zukommt, falls Griechenland, Spanien oder ein anderes Land in den Bankrott schlittert: Die Steuerzahler müssen berappen, was Politiker uns einbrocken... Und Argentinien hat in der Zwischenzeit sein Geld nach Basel transferiert, wo der Bundesrat sagt, dass man es nicht anfassen darf...

  • Käpten Iglu am 16.12.2012 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Holzsegelschiff vs Gasturbinen Kreuzer

    Na ja die Finanzgesellschaften auf den Caymans haben ja nicht gerade den Ruf von sauberen Geschäften sind ja eher dafür bekannt das Steuerhinterzieher, Drogenkartelle usw deren Dienste Nutzen. Andererseits muss man sich auch über diie argentinische Marine wundern, ja das Schiff ist nett anzusehen, aber was ein Segelschiff als Marineschulschiff heutzutage taugt?? Richtige Kriegsschiffe haben keine Segel und sind mit Elektronik und Waffensystemen vollgestopft, sehe nicht warum z.B. ein ELINT oder Sonar Operator erst auf so ein Holzsegelschiff soll.