Mit der Gattin im Gepäck

21. November 2012 19:09; Akt: 21.11.2012 19:09 Print

Greis durchquert drei Kontinente – per Autostopp

17'000 Kilometer hat Mike Howitt mit ausgestrecktem Daumen zurückgelegt. Er brachte die Asche seiner verstorbenen Diana nach Südafrika, um sie dort zu verstreuen.

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Zum letzten Mal Daumen hoch: Der 80-jährige Mike Howitt am Ziel in Kapstadt.

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«Viele halten mich für verrückt. Sie könnten Recht haben.» Mike Howitt ist es egal, was andere über ihn denken. Er nahm Mitte September ein selber gebasteltes Schild mit der Aufschrift «Cape Town» in die linke Hand, stand in Leicester an den Strassenrand und hielt den Daumen seiner rechten in die Höhe.

56 Tage und 17 000 Kilometer später ist der rüstige Engländer am Ziel. Seine Reise führte Mike Howitt durch 21 Länder und drei Kontinente (der Trip im Detail). Der 80-Jährige war mit Autos unterwegs, stieg bei Lastwagenchauffeuren ein, fuhr auf dem Frachtschiff mit, durfte es sich auf Rikschas und Pferdekutschen gemütlich machen. Ein Tag startete in Deutschland und endete fünf Länder und 1000 Kilometer später in Bulgarien.

Erfahrungen fürs Leben

Auf seiner Reise habe er viele wunderbare Menschen kennengelernt und Erfahrungen gesammelt, die sein Leben bereichern, erinnert sich Howitt. So schwärmt er von seinem Besuch der historischen Stadt Petra in Jordanien – aber auch von seiner Nacht unter freiem Sternenhimmel im Sudan, als er in Wadi-Haifa keinen Schlafplatz finden konnte. In Afrika bezahlte Howitt auch dafür, mitgenommen zu werden. «Die Busse sind dort günstig», erläutert er, «und wenn dich jemand im Auto mitnimmt, erwartet er auch, dass er etwas dafür erhält.»

Howitt reiste nach Kapstadt, um dort und auf dem Weg dahin die Asche seiner verstorbenen Ehefrau Diana zu verstreuen. Zudem sammelte er mit seiner Aktion Geld für das Loros-Hospiz in Leicester, in welchem Diana ihre letzten Stunden verbracht hatte. Ihre sterblichen Überreste befinden sich nun auf dem Tafelberg in Kapstadt, einem ihrer absoluten Lieblingsorte.

(rme)