600-Meter-Tunnel bis zur Bank

05. Oktober 2017 08:16; Akt: 05.10.2017 08:16 Print

Grösster Raub aller Zeiten platzt in letzter Minute

Eine brasilianische Verbrecherbande will eine Milliarde Reais erbeuten. Der Tunnel bis zum Tresor ist bereits fertig. Da schlägt die Polizei zu.

Kurz vor dem Ziel gefasst: Eine Räuberbande in São Paulo grub einen rund 600 Meter langen Tunnel zu einer Bank. (Video: Tamedia)
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Sie plante nach eigenen Angaben den «grössten Bankraub der Welt» – und hätte es beinahe geschafft. Eine Räuberbande hatte im Süden São Paulos vor rund vier Monaten ein Haus angemietet. Von dort aus gruben sie einen Tunnel bis unter die Verteilzentrale der staatlichen Banco do Brasil.

Dort wollten sie aus dem Tresorraum eine Milliarde Reais (umgerechnet rund 300 Millionen Franken) entwenden, wie Fábio Pinheiro Lopes von der zuständigen Sondereinheit der Zeitung «Folha de S. Paulo» sagte. Doch die Polizei hatte die Bande schon mehrere Wochen lang im Visier und wusste, dass der Tunnel Mitte vergangener Woche fertiggestellt worden war. Am Montagabend schlugen die Ermittler zu und nahmen 16 Mitglieder der Räuberbande fest, gehen aber von vier weiteren Tätern aus.

Beeindruckender Tunnel

Der Tunnel bot den Beamten einen beeindruckenden Anblick: 600 Meter lang, 1,5 Meter hoch und mit Holz- und Stahlstützen stabilisiert. Weiter war er mit Licht und Ventilatoren ausgestattet. Wie brasilianische Medien berichten, sind in dem gemieteten Haus Werkzeuge, Arbeitskleidung und -schuhe für den Bergbau gefunden worden. Für die Bandenmitglieder standen auch Kühlschrank, Fernseher und Matratzen bereit.

Nach Polizeiangaben haben die Täter rund 1,2 Millionen Franken in ihren Plan investiert. Demnach soll jeder Beteiligte umgerechnet rund 60'000 Franken* Eigenkapital aufgewendet haben.

Den Ermittlern zufolge waren einige der jetzt Festgenommenen schon an einem früheren Coup beteiligt – beim bisher grössten Bankraub Brasiliens wurden 2005 164,8 Millionen Reais (rund 52 Millionen Franken) in Fortaleza, der fünftgrössten Stadt des Landes, erbeutet.

* In einer früheren Version war die Rede von 200'000 Franken Eigenkapital, die jeder Bankräuber aufgewendet haben soll. Klar falsch. Danke für die Hinweise aller richtig rechnenden Leser!

(kko)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René B. am 04.10.2017 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechenkünste?

    16 Mitglieder investieren alle 200000.- das ergibt dann also 1,2 Mio???

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  • Serienjunkey am 04.10.2017 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix

    Super, das gibt wieder neuen Stoff für die nächste Netflixserie :-)

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  • Der Ironiker am 04.10.2017 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wieviel stammt aus Korruption?

    Ich will ja nicht wissen wie viel des Geldes durch Korruption erwirtschaftet wurde. Von da her würde ich es den Tunnelbau-Gaunern viel eher gönnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 05.10.2017 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke, danke, danke!

    Auch wenn das vielleicht schon seit längerer Zeit so ist (ich schaue selten Videos, mag Bildstrecken mehr), es ist super, dass die Untertitelung nicht mehr zweifarbig akzentuiert ist - endlich ist 'neutraleres' Lesen möglich.

  • tom am 05.10.2017 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade,Schade...

    Lange gepuddelt haben diese Leute, denn sie witterten ganz fette Beute.Nur wenige Meter fehlten, man glaubt es kaum, bis zum prall gefüllten Tresorraum.Doch die Polizei, ach du Schande, hat durchschaut die ganze Bande, und bevor sie betraten diesen Raum, war schon aus der ganze Traum..

  • Ed am 05.10.2017 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oceans 16

    Filmreif diese Aktion. Clooney wird sich die filmrechte sichern und die millionen dann so garnieren ;)

  • FuVision am 05.10.2017 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Danke für die lobenden Worte des Verfassers. Wenn du es halt nicht kannst wird nachgeholfen :)

  • Elmar Sperger am 05.10.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Pech gehabt

    Pech gehabt,Jetzt dürfen sie in einem Brasilianischen Gefängnis die Strafe absitzen.Das Essen müssen ihnen Familie oder Freunde bringen.Sie sind mit 8 oder mehren Personen in der Zelle.