Fahndung läuft

15. Februar 2018 11:18; Akt: 15.02.2018 11:18 Print

Gruppenvergewaltiger schocken Deutschland

Die Polizei in Essen fahndet wegen mehrerer Gruppenvergewaltigungen nach Dean Martin Lauenburger (18). Drei seiner Kollegen wurden bereits festgenommen.

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Die Polizei fahndet nach dem 18-jährigen Dean Martin Lauenburger. Er war untergetaucht, nachdem seine Kollegen festgenommen worden waren. (Bild: Polizei Nordrhein-Westfalen/Essen)

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Im Ruhrgebiet soll eine Gruppe junger Männer mehrfach jugendliche Frauen sexuell missbraucht haben. Bislang sind den Ermittlern mindestens vier Fälle bekannt. Sie gehen aber davon aus, dass fünf Verdächtige im Alter von 16 bis 23 Jahren «in wechselnder Tatbeteiligung» noch für weitere Sexualstraftaten verantwortlich seien.

Offenbar verabredeten sich die fünf Jungs über soziale Medien mit den minderjährigen Mädchen, lockten diese dann in ihr Auto, nahmen ihnen das Handy ab und vergewaltigten sie in abgelegenen Gegenden. Das dauerte laut Kriminaloberkommissarin Milva Schonhauer jeweils «Stunden», wie NRZ.de schreibt.

Gesucht: Dean Martin Lauenburger

Drei Verdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft. Ein 16-jähriger Beschuldigter befindet sich zwar auf freiem Fuss, sein Aufenthaltsort ist der Polizei aber bekannt, und er wird anwaltlich vertreten.

Nach einem 18-jährigen Verdächtigen wird gefahndet:: Dean Martin Lauenburger ist trotz vieler Hinweise noch auf freiem Fuss. Er war untergetaucht, nachdem drei seiner Kollegen nach den Anzeigen zweier Opfer festgenommen worden waren.

«OMG!!»

Auf Facebook fällt auf, dass der Flüchtige viele Freunde hat: 1123 Personen zählen zu seinem Facebook-Freundeskreis. Das einzig pikante Detail auf seiner Facebook-Timeline ist ein geteiltes Video aus dem Jahr 2011. Es trägt den Titel: «OMG: Vater erwischt Tochter beim Strippen und vergewaltigt sie danach !!». Ein denkwürdiger Post, insbesondere in Zusammenhang mit der öffentlichen Fahndung sieben Jahre danach.

Polizei sucht weitere Opfer

Die Verbrechen ereigneten sich in den vergangenen Wochen in Essen und Gelsenkirchen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin haben die Ermittler bislang Kenntnis von zwei Vergewaltigungen von 16-jährigen Schülerinnen am 17. und 29. Dezember sowie einer versuchten Vergewaltigung am 16. Januar. Zudem gibt es Hinweise auf eine vierte Tat im November. In diesem Fall meldete sich bislang aber kein Opfer.

Es sei der Polizei ein besonderes Anliegen, Kontakt zu weiteren Betroffenen herstellen zu können, betonte eine Sprecherin. Ihren Angaben zufolge führten die Ermittlungen zu den angezeigten Taten zu ersten Verdächtigen. Durch die Auswertung von Handys ergaben sich Hinweise auf weitere Beschuldigte und Taten.

(gux)