Imagepflege

02. April 2014 19:29; Akt: 02.04.2014 19:29 Print

Japanische Mafia hat eine eigene Website

Mit einem Internetauftritt versucht ein Ableger der Yakuza, ihr Bild in der Öffentlichkeit aufzupolieren. Der Grund: Die japanische Mafia findet keine neuen Mitglieder mehr.

(Quelle: YouTube/麻薬追放国土浄化同盟)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Yakuza hat ein grosses Problem: Sie leidet unter akutem Mitgliederschwund. Vor allem junge Japaner interessieren sich nicht mehr für einen Eintritt in die mafiöse Organisation.

Das soll sich nun dank einer neuen Website ändern. Darauf präsentieren sich Mitglieder des grössten Yakuza-Ablegers Yamaguchi-gumi als anständige Bürger: Auf einem Video ist etwa zu sehen, wie hohe Funktionäre der Organisation einen heiligen Schrein besuchen – und sich dabei wie Prominente ablichten lassen. Dazu erklingt eine Art Firmensong, auf dem laut dem «Guardian» der «Ninkyo-Spirit» gepriesen wird, der sich den Kampf gegen Ungerechtigkeit auf die Fahnen schreibt.

Nützliche Mitglieder der Gemeinschaft

Fotos zeigen ausserdem, wie Yamaguchi-gumi-Männer nach den Erdbeben in Kobe (1995) oder vor der Küste Fukushimas (2011) Trümmer beseitigen. Und natürlich darf auch ein Kontakt-Link nicht fehlen, mit dem sich potenzielle Neumitglieder direkt an die Organisation wenden können.

Die Rekrutierung von Neumitgliedern ist denn auch der Hauptgrund für die Imagepolitur via Internet. Vorbei sind die Zeiten, als die japanischen Mafiosi als mutige Kämpfer für die Schwachen galten, die in Fanzines und Manga-Comics heroisiert wurden.

Heute gelten die Mitglieder der Yakuza gemeinhin als das, was sie sind: Verbrecher, die sich mit Zuhälterei, Erpressung, Drogenhandel und zunehmend auch mit illegalen Finanzgeschäften durchs Leben schlagen.

(kmo)