Drohender Bandenkrieg

27. Oktober 2015 17:14; Akt: 27.10.2015 18:35 Print

Japans Mafia hat Angst vor Halloween

Kürzlich hat sich Japans grösste Yakuza-Gang gespalten. Nun müssen die Kinder darunter leiden: Die Halloween-Party ist abgesagt.

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Yakuza-Boss Shinobu Tsukasa (73) fordert von seinen Migliedern immer höhere «Loyalitätsgelder». Nun gründeten diese eine neue Organisation darunter leiden jetzt die Kinder. (Bild: Jiji Press)

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Das alljährliche Halloween-Fest ist für viele Kinder im japanischen Kobe ein Höhepunkt. Seit über zwanzig Jahren organisiert die Yakuza, wie die japanische Mafia genannt wird, die Kinderpartys in ihrem Hauptquartier und verteilt Geschenke und Süssigkeiten.

Dieses Jahr aber hat die Yakuza das Fest am 31. Oktober abgesagt. Am Samstag hängten die Chefs der Yamaguchi-gumi — mit 24'000 Mitgliedern der grösste Mafia-Clan im Land — einen Zettel an die Tür des Büros: «Wir bedauern, dass wir Eltern und Kinder enttäuschen, denn wir wissen, mit wie viel Spannung das Fest erwartet wird. Wir versprechen, es im nächsten Jahr wieder abzuhalten.»

Die Organisation nannte keinen Grund für die Absage. Doch laut der britischen Zeitung «The Guardian» hat der Entscheid der Yakuza mit einer kürzlichen Spaltung in der Organisation zu tun. Im September gründeten 13 der 72 Fraktionen der Yamaguchi-gumi eine neue Gang. Die neue Gangster-Gruppe rebellierte mit der Aufspaltung gegen Yakuza-Chef Shinobu Tsukasa (73), der von seinen Mitgliedern unter anderem immer höhere «Loyalitätsgelder» fordert. Dies ist laut «Guardian» auch der Hintergrund für die Absage des Halloween-Fests: Man habe Angst, dass es wegen der internen Kämpfe zu blutigen Auseinandersetzungen auf offener Strasse kommen könnte. Tatsächlich scheint dies auch die Polizei zu befürchten. Sie hat in den letzten Wochen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Es passierte schon einmal vor 30 Jahren

Bereits in den 1980er-Jahren hatte es ein Boss der Yamaguchi-gumi gewagt, eine neue Gruppierung zu gründen. Prompt brach ein brutaler Krieg aus, im Zuge dessen 20 Bandenmitglieder getötet, 70 verletzt und 500 verhaftet wurden.



Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Das Halloween-Fest der Yakuza im Jahr 2014.

(kle)

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