Klimaschutz in Australien

13. Januar 2010 11:29; Akt: 13.01.2010 14:10 Print

Kamele sollen ausgerottet werden

Eine Tonne Treibhausgas rülpst jedes Kamel Jahr für Jahr in die Luft. Das ist für einen australischen Politiker zu viel. Er fordert die Ausrottung der gesamten Kamel-Population.

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John Cobb ist Agrarsprecher im australischen Parlament und sorgte mit seiner Forderung, sämtliche Kamele auf dem fünften Kontinent auszurotten, für Aufsehen. Cobb sagte, er hasse die Tiere keinesfalls. Aber - im Gegensatz zu den anderen Klimasündern, den Rindern - sei das Kamel ein wildes und nicht einheimisches Tier.

Es gibt in Australien bereits Pläne, die Anzahl der Kamele zu reduzieren, doch Cobb geht weiter. Laut n-tv.de sagte er, jedes der Tiere rülpse im Jahr eine Tonne Treibhausgase in die Luft. Wenn der gesamte Bestand von schätzungsweise einer Million Tieren getötet werde, spare das mehr klimaschädliches Gas ein als wenn 300 000 Autos aus dem Verkehr gezogen würden.

Kamele vermehren sich rasant

Wer an die australische Fauna denkt, dem kommen zunächst Kängurus und Koalas in den Sinn. Doch im Landesinneren leben über eine Million Kamele. Sie sind Nachfahren der gezähmten Lasttiere, die vor über 150 Jahren nach Australien gebracht wurden. Dort schufteten sie jahrzehntelang für die Menschen. Bis das Auto erfunden wurde. Dann entliess man die Tiere in die Wildnis, wo sie sich seither fleissig vermehren. Die Herde verdoppelt sich nach Schätzungen alle sieben Jahre.

Die australischen Kamele gelten als grösste Herde der Welt. Die Bauern betrachten die Tiere als Pest, weil sie Felder zertrampeln und eine Konkurrenz auf der Suche nach dem wenigen Wasser sind. Die Regierung hat erst im Juli 14 Millionen Australische Dollar (12,7 Millionen Franken) bereitgestellt, um die Herde von Scharfschützen verkleinern zu lassen.

(lue)