Projekt «Gumdrop»

08. März 2018 21:42; Akt: 08.03.2018 21:42 Print

Sohlen aus Kaugummi? So geht Recycling

Anna Bullus hat sich vorgenommen, britische Strassen von klebrigen Kaugummis zu befreien. Die Designerin weiss auch, wohin mit ihnen.

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Die Britin Anna Bullus schlägt mit ihrem Projekt «Gumdrop» zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Produktgestalterin rezykliert gebrauchte Kaugummis und stellt daraus nützliche Objekte her. Wie BBC berichtet, gibt es mittlerweile zahlreiche Produkte aus dem rosaroten Kunststoff: von Besteck und Schreibstiften bis hin zu Trinkbechern und Schuhsohlen.

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Wie finden Sie die Idee, Kaugummis zu rezyklieren?

Pro Jahr werden allein in Grossbritannien umgerechnet etwa 65 Millionen Franken ausgegeben, um das klebrige Zeug vom Boden zu entfernen. Nach Zigarettenkippen sind achtlos weggeworfene Kaugummis die zweite Quelle von Strassenabfall. Vor zehn Jahren – damals war sie noch Design-Studentin an der Universität Winchester – überlegte sich Bullus, wie man die Kaumasse wiederverwerten könne.

Vom Uni-Gelände bis nach London Heathrow

«Ich setzte mich mit den Eigenschaften des Materials auseinander und stellte dabei fest, dass es sich um einen äusserst vielseitigen Stoff handelt», erklärt die 33-Jährige der BBC. Doch wie brachte sie die Menschen dazu, die gekauten Kaugummis für ihr Projekt zu «spenden»? Zunächst entwickelte Bullus einen Behälter, den man an Strassenlaternen und Pfosten anbringen kann, um Passanten zu motivieren, gekaute Kaugummis darin zu entsorgen. Die rosaroten Behälter, die sie Gumdrop nannte, sind ebenfalls aus wiederverwerteten Kaugummis hergestellt.

Das Pilotprojekt fand auf dem Gelände ihrer Uni statt. Rund 8000 Menschen arbeiten und bewegen sich auf dem Campus. In einer ersten Phase wurden elf Behälter an Pfosten installiert. Um sie zur Teilnahme zu motivieren, verteilte Bullus unter ihren Kommilitonen Hunderte Trinkbecher, die aus rezykliertem Kautschuk gemacht waren.

Gute Resultate brachten das Projekt weiter

18 Monate später wurden die Resultate des Projekts ausgewertet: Die Uni Winchester stellte einen «markanten Rückgang von am Boden entsorgten Kaugummis» fest und erweiterte das Programm. Auch der internationale Flughafen London Heathrow installierte einige «Gumdrop»-Behälter. Nach drei Monaten waren auch hier die Ergebnisse erfreulich: Die Verwaltung des Flughafens sparte in nur drei Monaten umgerechnet fast 8000 Franken an Reinigungskosten.

Bald fand Bullus eine Kunststofffabrik in Leicester, die bereit war, ihre Designs umzusetzen. Dafür erhielt die junge Frau finanzielle Unterstützung vom weltgrössten Kaugummihersteller Wrigley. Ihre Firma «Gum-Tec» stellt mittlerweile eine ganze Palette von Produkten her. Ausserdem überprüft das britische Parlament eine Gesetzesvorlage, die höhere Steuern für Kaugummi-Hersteller vorsieht, die keine Massnahmen gegen den Kaugummi-Abfall ergreifen.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seraina P. am 08.03.2018 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    So innovativ wäre die Schweiz gerne

    Das ist mal richtig innovativ. Nicht nur herbeigeredete Innovation von Dingen die Schweizer von anderen kopiert haben.

    einklappen einklappen
  • SoGuet am 08.03.2018 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo kaufen

    Das ist toll; wo kann man die Produkte kaufen?! Danke.

  • Marco Lombardi am 09.03.2018 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es gratis

    Man muss nur vor einem McDonalds herumlaufen, dann hat man gratis Kaugummisohlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • EDI am 09.03.2018 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaugummi

    Für eine sauberes freies Kaugummi Trottoir in der Schweiz deshalb Kaugummi Mülleimer oder was immer das heisst;)

  • LuArt am 09.03.2018 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    tolle idee. kompliment!

  • Simon am 09.03.2018 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Really?

    Ein Trinkbecher aus zig durchgekauten Kaugummis, uääärx, mif wird grad übel. Die Schuhe dagegen absolut top.

  • Clao am 09.03.2018 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iiiiiiiihhhhh

    Ist auf heissem Asphalt sicher auch toll...

  • Lukas am 09.03.2018 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Noch was

    Nun müsste man nur noch die Zigarettenreste verwerten können. Auch da wäre genügend Material in der Schweiz vorhanden.