«Donna Corleone»

14. Februar 2009 11:44; Akt: 16.02.2009 18:19 Print

Ketty, der transsexuelle Mafiaboss

Mafiosi sind immer schick angezogen, haben vordergründig gute Manieren und sind männlich, sehr männlich. Nachdem «Gomorrha» dieses Image bereits ins Rütteln gebracht hat, wird es jetzt endgültig gekippt. Durch Ketty, den transsexuellen Mafiaboss.

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Ketty wurde am Freitag durch die Polizei in Neapel verhaftet. Eigentlich heisst Ketty ja Ugo, Ugo Gabriele. Aber er besteht darauf, Kitty genannt zu werden. Trotz des niedlichen Übernamens war Ketty ein brutaler Mafiaboss, der im Scissionisti Clan an einer Schlüsselposition der Camorra sass und mit Drogenhandel und Prostitution Geld generierte.

Auf dem Verbrecherfoto der italienischen Polizei sieht man einen kräftigen Mann mit breiten Schultern und Doppelkinn. Aber eben auch gepflegte Augenbrauen, Lippenstift und blonde Mèches. Die Polizei berichtet, es sei das erste Mal, dass sie einen transsexuellen Mafiosi verhaftet hätten.

Normalerweise zeigt die Mafia in Sachen Homosexualität keine Toleranz. Der «Corriere della Sera» schreibt denn auch, dieser Vorfall sei ein Zeichen, dass die Mafia ihre Regeln geändert habe. Nicht nur gegen aussen, in dem sie jetzt auch Frauen und Kinder töte, sondern eben auch gegen innen.

Nebst Ketty wurden bei der Aktion noch 27 andere Mafiosi verhaftet. Lippenstift trug keiner von ihnen.

(mlu)