Kilauea-Vulkan auf Hawaii

18. Mai 2018 06:27; Akt: 18.05.2018 07:09 Print

Es regnet weniger Asche als befürchtet

Nach dem bisher grössten Ausbruch des Kilauea in den letzten Wochen hat sich der Ascheregen in Grenzen gehalten. Die Lage bleibt aber angespannt.

Grosse Aschewolke: Das Teleskop des Gemini Observatoriums zeigt den wuchtigen Ausbruch. Video: Tamedia/AFP
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Nach einem explosiven Vulkanausbruch auf Hawaii sind die Bewohner der Insel Big Island glimpflich davon gekommen. Über dem Krater des Kilauea Vulkans stieg eine grosse Wolke auf, aber der befürchtete Ascheregen war geringer als zunächst erwartet.

Michelle Coombs vom Institut Hawaiian Volcano Observatory sprach Stunden nach dem Ausbruch am Donnerstag (Ortszeit) von einem leichten Ascheniederschlag.

Lage «sehr dynamisch»

Die Höhe der Wolke wurde von den Geologen auf bis zu 10'000 Meter geschätzt. Leichter Regen in dem Gebiet sorgte dafür, dass die Asche sich nicht weit über das Kratergebiet hinweg ins Umland ausbreitete. Die Lage sei aber weiter «sehr dynamisch», sagte Coombs. Dies sei der bisher grösste Ausbruch in den letzten Wochen gewesen.

In Hawaii ist ein Vulkan ausgebrochen

Die Geologen warnten davor, dass der Vulkan zusammen mit Asche und Gasen grössere Felsbrocken ausspucken könnte. Anwohner wurden angewiesen, sich vor dem Ascheniederschlag zu schützen und in ihren Häusern zu bleiben. In einer Ortschaft blieben mehrere Schulen geschlossen.

Lavaströme zerstören Häuser

Wissenschafter der US-Behörde USGS sprachen am Donnerstag von einem «explosiven» Ausbruch und stellten Fotos von der Aschewolke über dem Vulkan Kilauea auf Big Island ins Netz.


Seit Wochen gibt die Erde auf der zu den USA gehörenden Inselgruppe Hawaii keine Ruhe. Nach einer Serie von Erdbeben und Eruptionen des Vulkans Kilauea seit Ende April hatten Lavaströme Dutzende Gebäude zerstört, davon viele Häuser in einem Wohngebiet östlich des Vulkans auf Hawaiis grösster Insel Big Island.

Fernsehbilder und Videos in sozialen Netzwerken zeigen seit Wochen, wie glühende Lava aus Spalten aufsteigt. An vielen Stellen sind Strassen aufgerissen. Hunderte Anwohner haben die gefährdeten Gebiete verlassen.

Der Kilauea gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Auf den Hawaii-Inseln leben etwa 1,5 Millionen Menschen. Laut Vulkanwarte gibt es dort sechs aktive Vulkane. Brechen die für Hawaii typischen Schildvulkane aus, kann Lava nicht nur aus dem Krater fliessen, sondern auch durch unterirdische Risse andernorts an die Oberfläche dringen.

Swiss beobachtet Entwicklung

Im Zuge des Vulkanausbruchs sind seit dem Wochenende weitere Risse im Boden aufgetreten. Durch sie entweichen giftige Gase. Sie riechen nach faulen Eiern und können tödlich sein. Entsprechend gab es die meisten Evakuierungen in der Gemeinde Leilani Estates im Südosten der Hauptinsel Big Island.

Inwieweit der internationale Flugverkehr von dem Vulkanausbruch auf Big Island betroffen sein wird, wird sich zeigen. Bei der Swiss, die mit Partner-Airlines die Hauptstadt Honolulu auf der weiter nordwestlich liegenden Insel Oahu anfliegt, hiess es auf Anfrage von 20 Minuten: «Wir beobachten die Entwicklung, unsere Flüge sind allerdings im Moment nicht betroffen.»

(fur/gux/sda)