Franzose durchschwimmt Pazifik

05. Juni 2018 16:13; Akt: 05.06.2018 16:13 Print

9000 Kilometer vorbei an Haien, Wellen und Müll

Der Extremschwimmer Benoît Lecomte will in sechs bis acht Monaten den Pazifik durchqueren. Er hat eine spezielle Methode, um nicht verrückt zu werden.

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Den Atlantik hat er bereits vor 20 Jahren durchschwommen – nun will es der Franzose Benoît Lecomte mit dem riesigen Pazifik aufnehmen. Am Dienstag ist der 51-Jährige von der japanischen Ostküste gestartet, um monatelang schwimmend Gefahren wie Haien oder Riesenwellen zu trotzen. «Ich mag es, meine persönliche Grenze auszudehnen», sagte Lecomte kurz vor dem Beginn des Abenteuers. Ihm geht es aber auch um den Schutz der Meere: Er will auf die riesigen Mengen Plastikmüll aufmerksam machen, die im Pazifik treiben.

«Als ich klein war und mit meinem Vater am Strand spazieren ging, habe ich kein Plastik gesehen oder fast keins», erzählt Lecomte. Wenn er heute mit seinen Kindern am Strand sei, sehe er hingegen dauernd Plastikmüll. Und bei seiner Pazifik-Durchquerung wird er durch den sogenannten Plastikkontinent schwimmen, wo sich im Meer riesige Mengen Plastik auf einer Fläche angehäuft haben, die drei Mal so gross wie Frankreich ist.

«Das ist ein enormes Problem, aber auch ein Problem, das wir lösen können, weil wir es verursacht haben», sagt Lecomte. Sein Begleitteam will regelmässig Wasserproben nehmen, um Erkenntnisse über die Belastung mit Mikroplastik zu gewinnen.

8000 Kalorien pro Tag

Der 51-Jährige plant, ausgerüstet mit Neoprenanzug, Schnorchel und Flossen täglich acht Stunden lang zu schwimmen – eine riesige körperliche Anstrengung, bei der er mehr als 8000 Kilokalorien pro Tag verbrauchen dürfte. Anschliessend schöpft Lecomte auf seinem 20 Meter langen Begleitschiff «Discoverer» Kraft, indem er sich ausruht, isst und schläft.

Franzose schwimmt durch Pazifik: Er will auf die riesigen Mengen Plastikabfall im Meer aufmerksam machen. (Video: Tamedia/AFP)

Am nächsten Tag lässt sich Lecomte genau an der Stelle wieder aussetzen, an der er am Vortag mit dem Schwimmen aufgehört hat. Auf diese Weise will er die rund 8800 Kilometer von der einen zur anderen Seite des Pazifiks zurücklegen und nach sechs bis acht Monaten San Francisco erreichen. Während der gesamten Zeit kümmert sich auf der «Discoverer» ein achtköpfiges Team um ihn, auch zwei Ärzte gehören dazu.

Sieben Jahre lang hat Lecomte seine Pazifik-Durchquerung vorbereitet. In dieser Zeit habe er sich gefühlt wie «ein Tiger im Käfig», sagt der französische Architekt, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in Texas lebt. Noch wichtiger als die körperliche Fitness ist laut Lecomte bei seinem Pazifik-Abenteuer die mentale Fitness. Entscheidend sei, dass er immer etwas habe, worüber er während des anstrengenden Schwimmens nachdenken könne, sagt er.

Jede Stunde andere Gedanken

Deswegen macht sich Lecompte einen Zeitplan, woran er wann während seiner acht Stunden im Meer denkt. Zum Beispiel will er in der ersten Stunde an seinen Geburtstag denken, in der zweiten Stunde sich Südafrika ausmalen, wo er noch nie war, und in der dritten einen Ausbau des Pariser Louvre ersinnen.

Dabei sei es wichtig, «alle Sinne» zu gebrauchen, sagt er. Wenn er an einen bestimmten Geburtstag im Kreise der Familie denke, versuche er, die Gerüche von damals zu riechen und auf seiner Haut den Wind von damals zu spüren. Unangenehme Empfindungen während des Schwimmens wie Kälte und Schmerz versuche er hingegen «beiseite» zu schieben.

Lecomte hat schon ziemlich konkrete Vorstellungen, was ihn in den kommenden Monaten erwartet. So habe ihn bei seiner Atlantik-Durchquerung einmal ein Hai fünf Tage lang verfolgt. «Nie wieder», hatte der Franzose nach den Strapazen damals gesagt. Aber das ist ja schon 20 Jahre her.

(hvw/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sablès am 05.06.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    WOW. Hut ab und viel Glück!

  • Nöggi am 05.06.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Krass...

    Aber leider wird sich dadurch auch nichts an der Umweltverschmutzung ändern.

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  • Mister X am 05.06.2018 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    wow...

    der Typ ist unglaublich! Was für ein Sportler..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heidi Bergler am 06.06.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    ist er dann glücklich.

  • Beobachter am 06.06.2018 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Garbage Pack

    Die Grafik hat uns mehr gebracht, denn dort könnten wir unsere Bestrebungen konzentrieren um etwas zu ändern am Abfall Malheur. Und natürlich bei der Vermeidung der Ursachen, denn die meisten Menschen und Länder scheinen nie gelernt zu haben mit dem Plastikmüll umzugehen.

  • Bud am 06.06.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn....

    da bin ich mal gespannt!!

  • Frau am 06.06.2018 05:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach genial

    SUPER..was für ein Mann. Für solch einen Mann und genialen Sportler würde ich meilenweit laufen um ihn kennen zu lernen.

    • Frida Schmid am 06.06.2018 06:00 Report Diesen Beitrag melden

      mitschwimmen

      versuche doch neben ihm zu schwimmen, wäre einfacher ihn kennen zu lernen als mit Meilen weit zu laufen :-)

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  • Orphelia am 06.06.2018 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fitness

    Ich habe mir auch vorgenommen 2 mal wöchentlich ins Fitness zu gehen, aber fange erst Montag an oder Montag in einer Woche, werde dort Pet Flaschen auch separat entsorgen!

    • Mike Gerber am 06.06.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      Ziehen Sie den Finger raus!

      Genau mit dieser "nächsten Montag, morgen, oder vielleicht doch erst am 01. Juli"-Einstellung werden Sie nicht weit kommen. Entweder JETZT oder nie.

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