«Iss Kuchen ohne Schuldgefühle»

09. Januar 2018 12:15; Akt: 10.01.2018 13:40 Print

Krebskranke (27) schreibt Abschiedsbrief

Holly Butcher wurde nur 27 Jahre alt. Vor ihrem Tod schrieb sie einen Brief, den ihre Eltern jetzt veröffentlichten.

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Die Australierin Holly Butcher ist am 4. Januar gestorben. Sie litt am Ewing-Sarkom, einer bösartigen Tumorerkranung. Sie wurde nur 27 Jahre alt. Als die Krankheit im Endstadium war, schrieb sie einen Brief, den ihre Eltern nach ihrem Tod veröffentlichen sollten.

«Es ist seltsam, deine Sterblichkeit im Alter von 26 Jahren zu erkennen und zu akzeptieren.» Mit diesen Worten beginnt der Text. «Jetzt bin ich 27 Jahre alt. Ich will nicht gehen. Ich bin glücklich. Ich liebe mein Leben ...»

Mit ihrem Text wolle sie der Nachwelt mitteilen, was sie vom Leben gelernt hat. So rät sie, sich nicht zu viele Sorgen «über kleine, bedeutungslose Stressituationen im Leben» zu machen. «Wenn ihr euch über lächerliche Sachen aufregt (...), denkt an jemanden, der wirklich ein Problem hat.»

«Gib, gib, gib!»

Egal ob man kleine Brüste oder Cellulitis hat, im Stau steht, der Coiffeur die Haare zu kurz geschnitten hat, ein Fingernagel abgebrochen ist oder einem die Babys wachgehalten haben: «Ich schwöre, du wirst nicht an diese Dinge denken, wenn du an der Reihe bist.» Alles was sie sich noch gewünscht habe, sei ein Geburtstag oder Weihnachten nochmals erleben zu können.

Sie rät den Lesern ihres Briefes, ihr Geld für Erlebnisse zu nutzen und diese wirklich zu geniessen – sie nicht nur mit dem Telefon festzuhalten. «Steht manchmal früh auf und hört den Vögeln zu und schaut euch die wunderschönen Farben an, die die Sonne macht, wenn sie aufgeht.»

Holly fordert: «Gib, gib, gib! Es stimmt, dass man glücklicher wird, wenn man Sachen für andere macht.» Mit einer letzten Bitte endet der Text. «Fangt an, regelmässig Blut zu spenden.» Ihr Leben sei durch Blutspenden um ein Jahr verlängert worden. «Ein Jahr lang hatte ich die grossartigste Zeit meines Lebens.»

«Sagt Nein zu Dingen»

Der Brief berührt die Herzen weit über Hollys Freundeskreis hinaus. Über 77'000 Personen haben ihre Worte auf Facebook geteilt, über 100'000-mal wurde der Eintrag geliket.

Holly schliesst ihren Brief mit einer Aufforderung: «Arbeitet, um zu leben, und lebt nicht, um zu arbeiten.» Man solle Nein sagen zu Dingen, die man nicht wolle und sich nicht mit anderen Leuten messen. «Wenn ihr ein mittelmässiges Leben wollt, ist das auch okay.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick Matter am 09.01.2018 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    wow

    einfach nur WOW. Bessere Lektüre als der ganze Rest in der Tagespresse

  • Privat am 09.01.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichst Beileid

    Hat mich SEHR berührt.

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  • B.B. am 09.01.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Starke Liebevolle Frau

    Wunderbar ! Sie hat das Leben verstanden . Du weisst nie wenn es Fertig ist. Also versuche so zu Leben , das du jederzeit gegen kannst, wenn deine Zeit gekommen ist .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sybille W. am 10.01.2018 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    die Einstellung

    Ich finde die Idee mit dem Brief ganz toll und versuche jeden Tag mit diesen Gedanken den Tag zu leben..sollte selbstsverständlich sein und nicht nur in solchen Fällen zum nachdenken anregen. Leider aber in der heutigen, stressigen und fordernden Zeit oft schwierig. Viel kraft allen da draussen und lasst euren Gefühlen freien Lauf

  • Blutspender Luzern am 10.01.2018 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Story, gib durch Blutspenden

    Und geht mal alle wieder Blut spenden! Die Anzahl Blutspenden geht seit Jahren rapide zurück, da jüngere Menschen kaum mehr spenden. Habe mein Jahr mit einer Blutspende gestartet.

    • Anandra87 am 10.01.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

      Blutspende

      Hab mein Jahr mit einer Blutspende beendet & gehöre wohl mit meinen 30 Jahren zu den "jüngeren" Spendern (spende bereits seit Jahren). Anstatt irgendwo auf einer anonymen Seite darüber zu schreiben, dass niemand mehr spenden geht, würde ich deine Bekannten / Freunde etc. fragen, ob sie nicht mal mitkommen möchten. Wenn sie Nein sagen, auch ok. Aber zumindest machen sie sich Gedanken dazu.....

    • Samariterin am 10.01.2018 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Danke an die Spender

      Seit ich alt genug bin um Blut zu spenden (18), gehe ich wenn ich die Anforderungen erfülle. Werde in einem Monat 28 Jahre alt. Meine Mama hat die Geburt von meiner Zwillingsschwester und mir nur Dank einer Spende überlebt. Sonst wäre mein Vater mit drei Kleinkindern alleine gewesen. Seither ging mein Vater und meine Mutter (solange sie noch durfte nach einer Bluttransfusion --> heute darf man danach nicht mehr Spenden) sowie wir vier Kinder nach dem Erreichen der Volljährigkeit spenden. Danke an die Spender, ihr rettet Leben!

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  • Martin am 10.01.2018 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsfremd ?

    Schöne Worte und trotzdem total an der Realität vorbei. Um zu Leben MUSS ich arbeiten, denn sonst hab ich irgendwann keine Kohle mehr um mir Wohnung, Essen und Strom zu leisten.

    • arke am 10.01.2018 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      umstellung

      dann hast du den text nicht verstanden ... arbeite soviel das du leben kannst, häufe es aber nicht an ... oder überleg dir was du wirklich brauchst ... spreche da aus eigener erfahrung ... seit ich finanziell gezwungen war auf ein minimum runter zu fahren, hab ich diesen technik stand gehalten obwohl meine finanzen wieder gestiegen sind. nun reichts dafür um so eher um in der welt rum zu reisen und so viel zu erleben und zu geniessen ...

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  • Hildi am 10.01.2018 04:48 Report Diesen Beitrag melden

    Es zählt nur eins im Universum! LIEBE

    ...und das hat sie getan, aus LIEBE zu uns, zu ihrer Familie, ihren Liebsten, ihrem Hund, aus Liebe zur Schönheit der Natur, der Welt zu allem, hat sie diesen Brief geachrieben! Die Welt WÄRE ein Paradies, wenn wir einfach alle genauso fühlten, alles, was uns umgibt lieben, von Liebe umgeben sind und allem und jedem und uns selbst einfach nur Sorge trügen.

  • Dattel am 10.01.2018 01:43 Report Diesen Beitrag melden

    .Berührend und voller Herz..

    Ein berührender Abschiedsbrief ..es stimmt, man sollte jeden Tag geniessen und dankbar sein dafür, für das was man hat. Das Leben ist ein Geschenk an uns. Ein Stücklein Himmel, ein Stücklein Paradies..wenn es einem bewusst wird. Ich wünsche Dir eine gute Reise und danke für Deine Worte..ciao..