Österreich

05. August 2009 14:25; Akt: 06.08.2009 20:41 Print

Krems: 14-Jähriger starb durch Schuss in den Rücken

Die österreichische Polizei schoss Ladendieb Florian P. (14) in den Rücken. Dies geht aus dem Obduktionsbericht hervor.

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Gemäss ersten Ermittlungen sei der Jugendliche unterhalb des Schulterblatts getroffen worden. Die Kugel sei anschliessend im Brustbereich wieder ausgetreten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft von Krems der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
Die Polizeistreife, ein Mann und eine Frau, hatten den Jugendlichen und einen zwei Jahre älteren Komplizen in der Nacht zum Mittwoch beim Merkur-Markt von Krems erwischt. Nach Angaben der Polizei fühlten sich die Beamten durch die beiden plötzlich in der Dunkelheit auftauchenden Gestalten bedroht und eröffneten das Feuer. Der 16-Jährige wurde durch Oberschenkeldurchschüsse schwer verletzt. Sein Zustand sei stabil, teilten die behandelnden Ärzte mit.

Die Beamten stehen laut Polizei nach wie vor unter Schock und sind noch nicht vernehmungsfähig. APA zufolge wurde eine fünfköpfige Sonderkommission eingerichtet, um die genauen Tat­umstände zu klären. Nach ersten Erkenntnissen schossen beide Polizisten auf die mit einem Schraubenzieher und einer Gartenharke ausgerüsteten Jungen. Jugend­liche in Krems zeigten sich von dem Vorfall «tief bestürzt» und warfen den Beamten Schiesswütigkeit vor. Ein Sprecher von Amnesty International stärkte derweil den Polizisten den Rücken: «Von Wildwest-Manier kann keine Rede sein.»

(sda)