Staatsgeschenk

10. April 2013 11:20; Akt: 10.04.2013 14:12 Print

Malier machen Ragout aus Hollandes Kamel

Aus Dank für die Befreiung bekam Frankreichs Präsident in Mali ein Kamel geschenkt. Aus praktischen Gründen gab er es dort einer Familie in Obhut. Die hat offensichtlich etwas falsch verstanden.

François Hollande bekommt ein Kamel überreicht. (Video: Youtube/Channel4News)
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François Hollande ist derzeit nicht zu beneiden: Die französische Wirtschaft lahmt, die Umfragewerte sind schlecht, sein ehemaliger Minister Cahuzac ist der Lüge und der Steuerhinterziehung überführt – und jetzt vergreift man sich auch noch an seinen Staatsgeschenken.

Als der französische Staatspräsident vor zwei Monaten Mali besuchte, überreichten ihm die Behörden in Timbuktu aus Dank für die Vertreibung der islamistischen Rebellen ein Kamelbaby. Dieses zeigte sich während des Schenkungsakts durchaus störrisch und brüllte wie am Spiess – eine Vorahnung? Hollande nahm es mit Humor: «Ich werde es so oft wie möglich als Transportmittel einsetzen», sagte er im Hinblick auf die verstopften Strassen in Paris.

Das zweite ist «grösser und hübscher»

Das tat er natürlich nicht. Hollande liess das Tier in die Obhut einer Familie in Timbuktu geben. Diese wurde aber nicht ausreichend über Sinn und Zweck der Leihgabe instruiert: Laut lokalen Medienberichten schlachtete sie das Kamel und machte daraus eine Tajine, eine Art arabisches Ragout. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian musste seinem Chef die traurige Nachricht vergangene Woche überbringen, wie das Magazin «Valeurs Actuelles» berichtete.

Hollande wird den Verlust verkraften – doch welche Blamage für die malische Führung! «Als wir davon hörten, ersetzten wir das Kamel umgehend durch ein grösseres und hübscheres», wird ein Regierungsvertreter in Timbuktu von Reuters zitiert. Diesmal wollen sie auf Nummer sicher gehen und das Kamel nach Paris schicken.

(kri)