Tragischer Unfall

29. Januar 2018 22:11; Akt: 30.01.2018 06:10 Print

Mann wird in MRT-Gerät gesaugt und stirbt

Rajesh Maru begleitet eine Verwandte zu einer MRT-Untersuchung ins Spital. Er ahnt die Gefahrenquelle, doch das Personal beruhigt ihn. Jetzt ist der 32-Jährige tot.

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In einem Spital in Mumbai in Indien kam es am Samstag zu einem tragischen Unfall: Geschäftsmann Rajesh Maru und zwei andere Familienmitglieder begleiteten eine ältere Verwandte zu einer Untersuchung in das Nair Hospital. Dabei half Maru der Patientin, die Sauerstoffflasche zu tragen. Vor dem Betreten des Raums mit dem Magnetresonanztomografen* (MRT) meldete der 32-Jährige Bedenken an – Metall-Objekte sind im MRT-Raum eigentlich strikt verboten, da sie mit dem Magnetfeld des Geräts reagieren. Das Personal winkte ab.

Ein Youtube-Video illustriert die Reaktion einer Sauerstoffflasche mit einem MRT-Gerät:

Dann ging alles blitzschnell: Das Magnetfeld wirkte auf den Zylinder der Sauerstoffflasche, wodurch Maru mit voller Wucht in die Röhre des MRT hineingezogen wurde.

Beim Aufprall gegen das MRT-Gerät wurde die Flasche beschädigt und Maru inhalierte den flüssigen Sauerstoff, der aus dem Zylinder austrat. Obwohl Spital-Angestellte sofort zur Hilfe eilten, verstarb der junge Mann innert zweier Minuten an den Folgen eines Pneumothorax, einer Luftansammlung im Brustkorb.

Personal behauptete, MRT-Gerät sei abgeschaltet

Wie der Sender Al Jazeera berichtet, hatte der Techniker, der die MRT-Untersuchung durchführen sollte, Maru versichert, dass der Tomograf abgeschaltet sei. «Bevor Rajesh mit der Flasche in den MRT-Raum ging, haben wir das Personal auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Aber sie sagten, es sei alles in Ordnung», erzählt sein Schwager Harish Solanki der «Times Now News».

Der Verwandte des Opfers ist fassungslos, denn bisher habe das Spital den Fehler offiziell nicht eingestanden, so Solanki zu «Zee News India».

Marus Familie wirft dem Spital vor, die Sicherheitsvorschriften vernachlässigt zu haben. Die Spitalleitung hat eine Untersuchung angeordnet. Mittlerweile nahmen die Behörden den Techniker und einen Arzt fest. Sie wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Die Verwaltung des indischen Bundesstaates Maharashtra bot den Angehörigen 500'000 Rupien (umgerechnet rund 7400 Franken) Schadenersatz an.

Gefahr durch Sauerstoffflaschen

Unfälle im MRT-Raum endeten schon in der Vergangenheit mit bösen Verletzungen oder gar tödlich. 2014 wurden in Delhi zwei Spitalangestellte schwer verletzt, als sie bei einem ähnlichen Vorfall mit einem Sauerstofftank in ein MRT-Gerät hineingesaugt wurden. Vier Stunden lang lagen sie dort vom Behälter erdrückt.

Im Jahr 2001 starb ein sechsjähriges Kind, als eine Flasche im MRT-Raum mit einer Geschwindigkeit von fast neun Metern pro Sekunde durch die Luft geschleudert wurde und es am Kopf traf. Der Junge erlitt einen schweren Schädelbruch.

*Die Magnetresonanztomografie, abgekürzt MRT oder MR, ist ein Verfahren, das vor allem in der Medizin zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spitaltechniker am 29.01.2018 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgeschaltet, na klar.

    "Abgeschaltet" Es handelt sich um einen Dauermagneten. Den kann man nicht einfach ausschalten. Wir hatten schon Fälle in denen es Infusionsständer angezogen hat, die bekommt man zu dritt mit dem Brecheisen kaum mehr weg.

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  • Insider am 29.01.2018 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Irgendetwas ist an dieser Geschichte faul. Ein MRT kann kurz vor einer Untersuchung nicht abgeschaltet sein. Das Magnetfeld ist immer an, ausser es wurde ein sog. Quench durchgeführt. Dann ist der MRT nicht mehr brauchbar, bis der Hersteller dem Magneten wieder Helium zugeführt hat.

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  • Jigsaw am 29.01.2018 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Final Destination

    Errinert mich irgendwie an Final Destination.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rsd777 am 30.01.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Untauglich

    Ich hoffe mal das Spital wird verklagt und stellt fähige Arbeiter ein...

  • M.S. am 30.01.2018 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht

    Ich hoffe wirklich, dass ich nie so eine schlimme Szene erleben werde in meinem Leben. Gibt es was schlimmeres als zu sehen, wie jemand auf so eine Weise umkommt und man kann nicht helfen und muss sich das ganze ansehen? Ich wäre für den Rest des Lebens traumatisiert.

  • prisi am 30.01.2018 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorsicht bei kupferspirale!

    ich wurde vor der untersuchung darauf hingewiesen meine piercings zu entfernen. in der röhre fühlte ich mich komisch, hatte schmerzen im unterleib und sagte der röntgenassistentin das etwas nicht stimmt. auf meine frage ob das wegen der kupferspirale sei wurde verneint. am nächsten tag hatte ich immer noch einen stechenden schmerz und ging zum frauenarzt. dort musste die spirale gezogen werden da sie total verkrümmt war!

    • joschi am 30.01.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      Magnetischer Kupfer?

      Kupfer ist wie Titan nicht magnetisch!

    • prisi am 30.01.2018 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @joschi

      und wieso wird empfohlen nach dem mrt die spirale vom gyn untersuchen zu lassen da sie verrutschen kann? nur so zum spass?

    • Sabine am 30.01.2018 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Spirale

      Ist vielleicht nicht nur Kupfer drin.

    • Hugop am 30.01.2018 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @prisi

      Vielleicht haben Sie es mit den Kegelübungen übertrieben?

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  • Metallman am 30.01.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Habe demnächst

    eine MR Untersuchung und ein paar (!) Schrauben im Gelenk. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

    • Manuela am 30.01.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Sorge Metallmann

      Nein, musst du nicht. In der Regel sind diese verwendete Schrauben im Gelenk MR-tauglich. Du erhältst bei der Anmeldung noch einen Fragebogen, darauf solltest du erwähnen, dass du Schrauben im Gelenk hast, damit das Personal Rücksprache nehmen kann.

    • Martin Reusser am 30.01.2018 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      Metallman

      Kommt darauf an. Wenn die Schrauben alt und aus Rostfreiem Stahl sind, sollten sie es dem Personal vor der Untersuchung unbedingt mitteilen. Neuere Schrauben bestehen aus Titan und sind nicht magnetisch. Sogar ältere schwarze Tätowiertinte wird vom Magnetfeld durch die Haut gerissen, da sie Eisenoxyd enthält.

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  • MAAAAAAGNET am 30.01.2018 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Countermagnet

    In modernen Spitaelern (bei uns in der neuen Welt) hat man ein Gegenmagnet fuer solche Faelle bereit (im Nebenraum) aber das wisst Ihr ja alle sicher besser... Das Gegenmagnet ist elektrisch und man schaltet es nur im Notfall ein da der Gebrauch das MRT ausser Gefecht setzt.