Verdacht in Deutschland

23. Mai 2018 19:30; Akt: 23.05.2018 19:30 Print

Mann vergiftet Znüni eines Arbeitskollegen

Ein Werkzeugbauer wird verdächtigt, das Pausenbrot eines Arbeitskollegen vergiftet zu haben. Jetzt werden zwei weitere schwere Krankheitsfälle aus dem Betrieb geprüft.

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Ein 56-jähriger Familienvater wird in Deutschland verdächtigt, das Pausenbrot eines Mitarbeiters vergiftet zu haben (Symbolbild). (Bild: Leonsbox/iStock)

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Ein 56-jähriger Mitarbeiter der Firma Ari Armaturen in Nordrhein-Westfalen soll im Aufenthaltsraum das Pausenbrot eines Kollegen mit einer giftigen Chemikalie versetzt haben.

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Der Betroffene bemerkte eine pulvrige Substanz auf dem Sandwich, kurz bevor er dieses verzehren wollte. Er informierte die Firmenleitung, die die Polizei einschaltete.

Daraufhin wurden Aufnahmen einer Überwachungskamera aus dem Pausenraum gesichtet. Und tatsächlich zeigten diese den Verdächtigen, wie er die Brotdose des Kollegen öffnete und eine Substanz auf das Pausenbrot streute.

Gleichzeitig untersuchten Spezialisten des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen das Pausenbrot. Dabei ergab sich der dringende Verdacht, dass es sich bei der Substanz um eine toxische Chemikalie handelte.

Chemische Substanzen gefunden

Die Polizei nahm den zweifachen Familienvater fest. Dabei entdeckte sie eine kleine Flasche mit einer pulvrigen Substanz, die er auf sich trug. In seiner Wohnung in Bielefeld fanden die Beamten weitere Hinweise auf chemische Substanzen.

Jetzt sitzt der Werkzeugbauer wegen Mordversuches in Untersuchungshaft.

Die Firma empfahl den Mitarbeitern, die mit dem Verdächtigen zusammen arbeiteten, eine Blutuntersuchung vornehmen zu lassen. Der Inhalt von Getränkeautomaten sei aus Angst vor Gift vorsorglich ausgetauscht worden, schreibt Bild.de (Bezahlartikel).

Da es in der Firma in der Vergangenheit zu zwei schweren mysteriösen Krankheitsfällen gekommen war, prüft die Polizei weitere mögliche Fälle.

Ein Wachkoma-Patient und ein Dialyse-Patient

Vor zwei Jahren war ein 26-jähriger Mitarbeiter scheinbar aus dem Nichts an einer schweren Quecksilbervergiftung erkrankt. Er liegt seither im Wachkoma, wie deutsche Medien berichten.

Bei einem anderen Kollegen versagten unerwartet die Nieren. Er muss seither in die Dialyse.

Wie «Bild» weiter schreibt, ist der 56-jährige Verdächtige als Einzelgänger bekannt. Seine Nachbarn beschreiben ihn als streitbar und aggressiv. Zu einem möglichen Motiv gab es einem Polizeisprecher zufolge zunächst «keine Erkenntnisse». Der Mann schweigt bislang zu den Anschuldigungen.

(gux/afp)