Kapitalisten-Trick

15. August 2013 13:29; Akt: 15.08.2013 13:29 Print

Marxismus gratis - Vietnam will Studenten locken

Marxismus-Seminare an der Ho-Chi-Minh-City-Universität sind wegen schlechter Auslastung neu kostenlos.

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Das Bild, das zur Ikone des Vietnamkrieges wurde: Vietnamesische Kinder flüchten schreiend nach einem Napalm-Angriff. Der Konflikt begann schon 1946 als Kolonialkrieg. Nach der Niederlage von Dien Bien Phu 1954 (Bild) zog sich die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zurück; die Amerikaner «erbten» den Krieg. Ab 1965 wurden immer mehr amerikanische Soldaten in die Reisfelder Südvietnams geschickt. Ende 1965 waren es bereits über 184 000 ... ... Ende 1968 über eine halbe Million. In «Search-And-Destroy»-Aktionen kämpften sie gegen einen Feind, der sich geschickt vor ihnen zu verbergen verstand. Bald stiegen die Verluste massiv an. Während des gesamten Krieges starben über 58 000 US-Soldaten. Ein toter Soldat wird geborgen. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung waren allerdings noch weit höher. Insgesamt starben drei Millionen Menschen. Infanteristen im Kampf gegen Scharfschützen des Viet Kong. Ein US-Marinesoldat bringt im Oktober 1965 einen Viet Kong zum Gefangenenlager. Ein südvietnamesischer Soldat schlägt einen gefangenen Viet Kong mit dem Messerknauf. Südvietnamesische Soldaten begegnen einem Bauern, der ein totes Kind hält. Der amerikanische Verteidigungsminister McNamara (M.) und der US-Kommandant General Westmoreland (r.) besprechen im September 1965 mit dem südvietnamesischen General Tee die Lage. Hubschrauber versorgen 1966 die Bodentruppen nordöstlich von Saigon mit Nachschub. Ein verwundeter südvietnamesischer Soldat wird 1967 aus der Kampfzone bei Phan Rang geborgen. Hubschrauber bieten der Infanterie Schutz. Im Kampf gegen die Guerillakämpfer des Viet Kong setzten die USA Entlaubungsmittel wie Agent Orange ein. Heute noch leidet die Bevölkerung unter diesen giftigen chemischen Altlasten. Um Nordvietnam verhandlungswillig zu machen und den Nachschub aus dem Norden zu unterbinden, bombardierte die US-Luftwaffe das Land gnadenlos. Acht Millionen Tonnen Bomben wurden auf Vietnam abgeworfen. Die nordvietnamesische Luftabwehr wurde von der Sowjetunion aufgerüstet. Hier wird im September 1966 eine amerikanische F-105 nördlich von Hanoi abgeschossen. Auf die abgeschossenen Piloten wartete keine angenehme Gefangenschaft. Auch der spätere Präsidentschafts-Kandidat John McCain wurde 1967 bei Hanoi vom Himmel geholt (Bild). Dieser Pilot kehrt 1973 aus der Gefangenschaft zurück und wird von seiner Familie begrüsst. Begegnung auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad. Der Pfad war die Lebensader des Viet Kong, auf dem ... ... tausende von Trägern unablässig Nachschub in den Süden brachten. Aber auch Lastwagen mit Fahrern und Soldaten als Eskorte ... ... waren auf dem Pfad unterwegs. Kämpfer des Viet Kong erklettern einen verlassenen Panzer in Hue. Die Tet-Offensive im Januar 1968 war - zumindest psychologisch - ein schwerer Schlag für die USA und stellte den Wendepunkt des Krieges dar. Das Massaker von My Lay im März 1968, das erst Ende 1969 bekannt wurde, untergrub den moralischen Anspruch der US-Armee enorm. 504 Zivilisten wurden in dem Dorf von US-Soldaten umgebracht. Die amerikanische Friedensbewegung wurde von solchen Vorfällen gestärkt. Die Schauspielerin Jane Fonda reiste gar zum nordvietnamesischen Feind, um gegen den Krieg zu protestieren. In den USA selber nahmen die Proteste laufend zu. Nationalgardisten eröffneten 1970 das Feuer auf Demonstranten an der Kent State University. Vier Studenten starben. Verzweifelte Menschen belagern Ende April die US-Botschaft in Saigon, um aus der Stadt evakuiert zu werden. Ein nordvietnamesischer Panzer dringt auf das Gelände des Präsidentenpalastes in Saigon ein. Nordvietnamesische Soldaten vor brennenden Flugzeugen auf dem Flugplatz von Saigon. Eine Mutter und ihre drei Kinder haben es geschafft; sie werden auf einem Amphibienfahrzeug aus Saigon evakuiert. Die Einwohner von Saigon begrüssen die nordvietnamesische Truppenspitze. Gefangene südvietnamesische Soldaten in den Strassen Saigons. Der Krieg ist vorbei.

Die Bildstrecke: Fotos des Vietnamkriegs

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Das Interesse an Marxismus-Kursen in Vietnam lahmt, deshalb will die kommunistische Regierung die Schulung in linken Lehren nun kostenlos anbieten. Ministerpräsident Nguyen Tan Dung hat per Dekret an staatlichen Universitäten die Studiengebühren für alle Studenten erlassen, die sich für vierjährige Kurse in Marxismus-Leninismus und die Gedanken des Revolutionshelden Ho Chi Minh einschreiben.

Die Zulassungsstellen der Unis erklären sich den Niedergang des Fachs Marxismus damit, dass künftige Arbeitgeber der Studenten daran wenig Interesse zeigen. Folglich schrieben diese sich eher in Fächer wie Kommunikation, Tourismus, Internationale Beziehungen oder Englisch ein. Die Studierenden nähmen an, dass «sie damit bessere Chancen auf Beschäftigung und auf gute Bezahlung haben, sobald sie ihren Abschluss in der Tasche haben», erklärt der Chef der Zulassungsstelle an der Ho-Chi-Minh-City-Universität, Pham Tan Ha.

Die Studiengebühren betragen normalerweise umgerechnet etwa 185 Euro. Nach dem Regierungsdekret kann man davon auch befreit werden, wenn man sich als Medizinstudent auf bestimmte Gebiete wie Tuberkulose oder Lepra spezialisiert. Die kommunistische Regierung des Landes hat seit den 80er-Jahren nach und nach marktwirtschaftliche Reformen zugelassen. Mehr als 60 Prozent der 90 Millionen Einwohner sind unter 30 Jahre alt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Student am 16.08.2013 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrje

    Tolle Universität - Marxismus und Tourismus. Es ist traurig, wie diese Menschen ihr Potenzial vergeuden. Leider gibt's auch in der Schweiz solch lächerliche Studiengänge - für die die nichts drauf haben, aber eben doch studieren wollen.

  • Hans Mattli am 15.08.2013 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lädt sie nach Bern ein

    Sie können die Studis gleich nach Bern einladen. Die Sozis zeigen ihnen wie das mit der Abschaffung bzw. Umverteilung des Kapitals läuft. Dazu der Lehrgang 1:12 Initiative, das bedingungslose Grundeinkommen und zum Abschluss die Übereichung des Diploms durch Tschäppät und Co.

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  • H. Krustowsky am 15.08.2013 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Kann ich gut nachvollziehen, dass junge Vietnamesen lieber was anderes studieren als marxistische, ewiggestrige Utopia-Theorien. Wie "gut" die Umsetzung dieser Theorien funktioniert hat, das zeigt uns ja die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nicht nur wirtschaftlich katastrophal, auch rein menschlich gesehen eine volle Tragödie: Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, Castro, Guevara etc. allesamt gewissenlose Mörder und Verbrecher.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Student am 16.08.2013 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrje

    Tolle Universität - Marxismus und Tourismus. Es ist traurig, wie diese Menschen ihr Potenzial vergeuden. Leider gibt's auch in der Schweiz solch lächerliche Studiengänge - für die die nichts drauf haben, aber eben doch studieren wollen.

  • Ex DDR Bürger am 15.08.2013 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nix kostet ist nix wert.

    Dass sich diese Ideologie allenfalls und höchstens nur in der Theorie ansatzweise hat diskutieren lassen, sich aber in der praktischen Umsetzung weltweit nicht bewährt, macht sie, auch wenn sie gratis angeboten wird, trotzdem nicht besser.

  • Hans Mattli am 15.08.2013 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lädt sie nach Bern ein

    Sie können die Studis gleich nach Bern einladen. Die Sozis zeigen ihnen wie das mit der Abschaffung bzw. Umverteilung des Kapitals läuft. Dazu der Lehrgang 1:12 Initiative, das bedingungslose Grundeinkommen und zum Abschluss die Übereichung des Diploms durch Tschäppät und Co.

    • Kritiker am 16.08.2013 07:22 Report Diesen Beitrag melden

      JA zur 1:12 Initiative

      Was hier abgeht ist genauso krank, Kapitalismus ist genauso schlimm wie Marxismus. Beide sind extremistische Haltungen die der Mehrzahl der Menschen schaden und auf Ablehnung stossen, ja sogar Gewalt gegen die Mehrheit ausüben in beiden Fällen. Die Kunst besteht darin einen Mittelweg zu finden der die Extreme verhindert. Dies schafft diese Initiative weil 1 nicht gleich 12 ist und dieser Anreiz genug ist und genügen muss. Es heisst zudem "Ladet sie nach ...", danke.

    • MS am 16.08.2013 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritiker

      Lesen Sie doch einfach mal "Marx für Jedermann", ist einfach zu lesen. Man muss ja nicht gerade "Das Kapital" lesen, was sich übrigens sehr schlecht verkaufte. Kommunismus funktioniert einfach nicht - zudem mutierten die meisten kommunistischen Führer zu Abzockern.

    • Roland am 16.08.2013 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ...

      haben die Arbeiter auch 1/12 verantwortung? nein?! dann ist die initiative nicht gerechtdertigt! als putzen braucht man weder verantwortung noch eine grössere Ausbildung. wieso solltr sie glaich wie andere am kuchen teilhaben?

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  • Lisa s. am 15.08.2013 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :D

    Ich würde mich sofort einschreiben ! :)

    • Kapitalist am 16.08.2013 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sofort anmelden

      Warum machst Du das nicht?

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  • H. Krustowsky am 15.08.2013 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Kann ich gut nachvollziehen, dass junge Vietnamesen lieber was anderes studieren als marxistische, ewiggestrige Utopia-Theorien. Wie "gut" die Umsetzung dieser Theorien funktioniert hat, das zeigt uns ja die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nicht nur wirtschaftlich katastrophal, auch rein menschlich gesehen eine volle Tragödie: Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, Castro, Guevara etc. allesamt gewissenlose Mörder und Verbrecher.

    • South Vietnamese am 16.08.2013 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht vergessen

      Bitte Ho Chi Minh nicht vergessen. Man das hast du schön gesagt, bin der gleichen Meinung.

    • Stef am 16.08.2013 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Problehm

      Und wo liegt das Problehm? Beim Marxismuss/Komunismuss oder beim Menschen?

    • maxx am 16.08.2013 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      @krustowsky

      naja, die theorie wurde in der praxis auch nicht so durchgeführt wie sie sollte.. der Kapitalismus funktioniert ja auch nicht, sieht man gerade aktuell..

    • South Vietnamese am 16.08.2013 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gute Idee, aber...

      Idee ist gut, aber nicht durchführbar. Gold ist nicht gleich Silber. Arzt verdient automatisch mehr als ein Bauarbeiter. Oder sollen alle gleich verdienen? Dieses Prinzip funktioniert auch in 1000 Jahren nicht.

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