Gejagter wird zum Jäger

04. Dezember 2012 22:40; Akt: 05.12.2012 11:13 Print

McAfee sagt Belizes Regierung den Kampf an

von Roman Rey - Der flüchtige Computer-Antiviren-Pionier John McAfee ist in Guatemala. Mit Hilfe eines Star-Anwalts will er von dort aus die korrupte Regierung Belizes bekämpfen – und hat offenbar Heiratspläne.

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Am Abend des trifft John McAfee in Miami, Florida, ein. Seine Odyssee scheint damit ein vorläufiges Ende zu haben. Am , kann John McAfee das Gefängnis in Guatemala verlassen. Er will in die USA zurückkehren. Kurz nach seiner Verhaftung muss John McAfee am in Guatemala-Stadt in ein Spital eingeliefert werden. Software-Pionier John McAfee, der in Belize in Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird, wird am . Der 67-Jährige war auf seiner Flucht zwei Tage zuvor in Guatemala angekommen. Am . Die beiden wollen nach Aussagen McAfees heiraten. Am . Von Guatemala aus will McAfee die Korruption in Belize bekämpfen. Am Montag, veröffentlicht «Vice» auf seiner Website ein Bild von McAfee: Angeblich sind zwei Journalisten des US-Magazins mit dem Flüchtigen unterwegs. Die Meta-Daten des Bildes sollen Hinweise auf seinen Aufenthaltsort enthalten – diese seien aber von ihm manipuliert, sagte McAfee. Drei Wochen nach der Flucht, mit einem sichtlich gezeichneten McAfee. Auf die Frage, wie es weitergehe, antwortete er: «Ich habe keine Ahnung. Ich werde weiterkämpfen, mich keinesfalls ergeben.» Ob er Angst habe? «Hättest du keine Angst?» Nach seinem Rückzug aus der IT-Branche betätigt sich McAfee in Colorado als Yogalehrer und schreibt mehrere Bücher zum Thema. Eine weitere Leidenschaft ist das Aerotrekking – das Fliegen in geringen Höhen mit einem Ultraleichtflugzeug. Ein bizarres Katz-und-Mausspiel beginnt: Auf . 2008 wandert er in den zentralamerikanischen Staat Belize aus. . John McAfee wird in England geboren, den grössten Teil seines Lebens verbringt er in den USA. Er arbeitet für verschiedenste IT-Firmen und gründet das Computer-Sicherheitsunternehmen McAfee. 1997 verkauft er dieses und wird zum Multimilionär.

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Der Krimi um den Computer-Antiviren-Pionier John McAfee ist um ein Kapitel reicher: Im neuesten Eintrag seines Blogs schrieb er am Dienstag, er befinde sich in einem Hotel in Guatemala-Stadt. Gemäss der Nachrichtenagentur AFP will er dort politisches Asyl beantragen. Sollte er zu einem Verhör nach Belize zurückkehren, fürchte er, getötet zu werden.

Ausserdem sagt er den Behörden seiner Wahlheimat den Kampf an: «Der ehemalige Generalstaatsanwalt Guatemalas, Telésforo Guerra, wird mir beim Kampf gegen die Korruption in der Regierung Belize helfen», schreibt McAfee, der in Belize von der Polizei im Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird. Guerra sei einer der bekanntesten Anwälte Guatemalas und «kennt sich sehr gut mit dem komplexen System der Korruption in Belize aus».

Gemäss «Vice» ist der Star-Anwalt auch der Onkel von Sam, der 20-jährigen Freundin McAfees. Der 67-Jährige hat zwei Journalisten des Magazins im Schlepptau, die ausführlich über seine Flucht berichten. McAfee eröffnete Guerra auch, er wolle seine junge Nichte heiraten.

«Tausende Videostunden Beweismaterial»

In seinem Blog macht McAfee dem Premierminister von Belize ein Angebot: Er würde ihn in einem neutralen Land treffen. Er habe tausende Stunden Videomaterial, mit dem er die Korruption beweisen könne. McAfee richtet sich auch an die Polizei von Belize: «Ich werde eure Fragen am Telefon beantworten. Wenn ich wirklich nur als Zeuge befragt werden soll, dann sollte das genügen.»

Wenige Stunden zuvor meldete er schon, in Guatemala in Sicherheit zu sein. Und richtete sich an seine Anhänger: «Ich entschuldige mich für die Irreführungen der letzten Tage.» Es sei nicht einfach gewesen, aus dem Land zu flüchten, und er sei dabei auf die Hilfe viele Unterstützer in verschiedenen Ländern angewiesen gewesen.

Erst am Montag waren neue Details der kuriosen Flucht an die Öffentlichkeit gelangt. Angeblich ist ein Doppelgänger McAfees an der Grenze zwischen Mexiko und Belize verhaftet worden - mit seinem Namen, aber einem nordkoreanischen Pass. Dabei habe es sich um ein Ablenkungsmanöver gehandelt.

Die beiden «Vice»Journalisten, die mit McAfee unterwegs sind, haben ein Bild veröffentlicht, in dessen Metadaten der genaue Aufenthaltsort des Programmierers ersichtlich war. McAfee schrieb später, er habe die Daten absichtlich manipuliert, um seinen wahren Aufenthaltsort zu verschleiern.

Im Zusammenhang mit einem Mord gesucht

Die Polizei Belizes will McAfee über den Mord an seinem Nachbarn, dem US-Bürger Gregory Foull, befragen. Beide lebten seit Jahren im Ort San Pedro auf einer Insel vor dem mittelamerikanischen Land.

Foull war am 11. November erschossen auf seinem Grundstück gefunden worden. Als die Polizei McAfee aufsuchte, vergrub er sich nach eigenen Angaben im Sand und ergriff anschliessend die Flucht. In einem Eintrag in seinem Blog richtete er sich am Dienstag direkt an die Hinterbliebenen des Toten: «Ich habe mit seinem Tod nichts zu tun. Ich habe in meinen 67 Jahren fünf enge Familienangehörige verloren und verstehe euer Leid», versicherte McAfee.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom am 03.12.2012 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles glauben ?

    Komische storry,aufsmal soll der McAffe ein irrer sein und mann stellt ihn erneut negativ in den Medien dar um Ihn zu diskreditieren...einfach ein wenig kritischer gegenüber den Medien sein und nicht einfach immer 1:1 alles glauben was die da schreiben.Bekanntlich nimm Papier alles auf...

  • Jonathan Crane am 05.12.2012 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heftiger Dachschaden

    ..aber liest sich ganz lustig, die Posse.

  • Nicht Anonymus :D am 04.12.2012 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie das wohl weitergehen wird?

    Ich weiss leider nicht wie diese Geschichte ausgehen wird aber ich finde sie sehr spannend! Ich hoffe das de Berichterstattung so weitergeht! Gut so!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 05.12.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Beeindruckend

    Ich steige wohl auf den McAfee Virenscanner um... Peter Norton traue ich solch eine Aktion jedenfalls nicht zu :-)

  • Jonathan Crane am 05.12.2012 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heftiger Dachschaden

    ..aber liest sich ganz lustig, die Posse.

  • paul am 05.12.2012 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag ihn

    den McAfee

  • Nicht Anonymus :D am 04.12.2012 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie das wohl weitergehen wird?

    Ich weiss leider nicht wie diese Geschichte ausgehen wird aber ich finde sie sehr spannend! Ich hoffe das de Berichterstattung so weitergeht! Gut so!

  • Tom am 03.12.2012 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles glauben ?

    Komische storry,aufsmal soll der McAffe ein irrer sein und mann stellt ihn erneut negativ in den Medien dar um Ihn zu diskreditieren...einfach ein wenig kritischer gegenüber den Medien sein und nicht einfach immer 1:1 alles glauben was die da schreiben.Bekanntlich nimm Papier alles auf...