06. August 2006 23:07; Akt: 06.08.2006 23:23 Print

Medikamententester erkrankt an Krebs

Zuerst der fast tödlich verlaufende Medikamententest und jetzt das: Bei einem der sechs jungen Briten, die vor fünf Monaten nach der Einnahme eines neuen Medikamentes fast gestorben sind, haben Ärzte jetzt Lymphknotenkrebs festgestellt.

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Der 35-jährige David Oakley war einer der sechs jungen Männer gewesen, an denen Mitte März der Wirkstoff TGN412 erstmals getestet wurde. Für die Teilnahme erhielten sie umgerechnet rund 4000 Franken. Doch der Test des Wirkstoffes aus den Laboratorien des deutschen Unternehmens Tegenero geriet zum Horror-Trip: Das Mittel, das unter anderem gegen Multiple Sklerose zum Einsatz kommen sollte, löste bei den jungen Männern Organversagen und starke Kopfschwellungen aus.

Jetzt scheinen die Medikamente bei Oakley, der in den Medien den Übernamen «Elefantenmensch» bekommen hatte, eine Krebserkrankung ausgelöst zu haben. «Als ich aus dem Spital entlassen wurde, sagten mir die Ärzte eine vollständige Genesung voraus», erklärte Oakley. Er sei schockiert gewesen, als der Immunologe jetzt eine Krebserkrankung festgestellt habe.

Vermutlich würden nun auch die anderen fünf Testpersonen an Krebs erkranken. Bislang hat die Versicherung des Würzburger Pharmaunternehmens versucht, vier der Männer mit einer Summe von 23350 Franken abzuspeisen. Die Testpersonen aber fordern je über zehn Millionen Franken.