Russland

12. Februar 2018 20:36; Akt: 12.02.2018 20:36 Print

14-Jährige bekommt ihren eigenen Zug-Stopp

Karina Kozlova wohnt in einem abgelegenen russischen Dorf. Bis anhin war sie den ganzen Tag unterwegs, um in die Schule und zurück zu kommen – bis jetzt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die russische Bahngesellschaft hat vor einigen Tagen eine neue Haltestelle auf der Strecke zwischen Sankt Petersburg und der Hafenstadt Murmansk auf der nordrussischen Halbinsel Kola eingerichtet – in dem 50-Seelen-Dorf Poyakonda.

Umfrage
Pendeln Sie?

Zugute kommt dieser neue Zug-Stopp genau zwei Menschen: der Schülerin Karina Kozlova (14) und ihrer Grossmutter Natalja Wiktorowna. Bis jetzt mussten Enkelin und Grossmutter täglich dreieinhalb Stunden reisen, damit das Mädchen jeden Tag ins nördlich gelegene Knyazhaya zur Schule gehen kann.

Um 7 Uhr weg, erst um 21 Uhr wieder daheim

Wie das russische Portal «Gudok» berichtet, ist in Poyakonda ein Bio-Forschungsinstitut der staatlichen Universität von Moskau angesiedelt. Auch Karinas Eltern sind in dem wissenschaftlichen Zentrum angestellt. Die einzige Bahn, die bisher täglich in Poyakonda anhielt, war ein Bummelzug, der erst spät am Abend den kleinen Ort erreichte.

Für Karina und ihre Grossmutter hiess es darum, um 7.10 Uhr das Haus zu verlassen und erst gegen 21 Uhr wieder von der Schule zurückzukehren. «Ich habe das zehn Jahre lang gemacht», sagt Natalja Wiktorowna. Am Anfang habe sie auch andere Kinder bis zur Schule begleitet und dann nach Hause gebracht, inzwischen seien diese aus Poyakonda weggezogen, so die Frau.

Seit einigen Tagen können Karina und ihre Grossmutter den Direktzug um 15.51 Uhr nehmen, der extra für sie in Poyakonda anhält.

(kle)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jeah am 12.02.2018 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Schön zu hören, dass es noch menschen gibt!

    einklappen einklappen
  • Susen am 12.02.2018 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Endlich. Die Armen. Und hier regt man sich auf wenn der Zug Verspätung hat! Geht mal in euch ihr ewig meckernden Verwöhnten!!! Sie hätten wohl noch ewig so Reisen müssen, zum Glück hat dieser Konzern sich dort Niedergelassen.

    einklappen einklappen
  • Detlef von Soest am 12.02.2018 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind sie?

    Bei uns würde so was aktuell rigoros Eingespart. Ich warte schon auf die Russen Basher der hiesigen Fraktion.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • jane77 am 13.02.2018 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toll

    und wir beklagen uns über 5min Verspätung...

  • Simon am 13.02.2018 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns undenkbar

    Die Russen sind weltberühmt für pragmatische Lösungen. Das haben Sie auch auf der Sojus-Station immer wieder unter Beweis gestellt.

  • M.B. orig. am 13.02.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nur neuer Expresshalt

    Für mich klingt die Geschichte anders: Es gab schon eine Haltestelle, an der aber so gut wie kein Zug hielt. Der einzige, der abends hielt, war ein Bummelzug, gerade für die Arbeiter an dem Forschungsinstitut gedacht. Nun hält zusätzlich noch ein Eilzug, der deutlich früher fährt.

  • Alpenbartli am 13.02.2018 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön ...

    ... hat aber auch nur zehn Jahre gedauert, bis der Zugstop eingerichtet wurde.

  • Wulline am 13.02.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus

    Wow. Das ist eine schöne Nachricht. Wir wissen gar nicht, welchen Luxus wir jeden Tag geniessen.