Brechdurchfall-Epidemie

10. Dezember 2012 00:27; Akt: 10.12.2012 08:11 Print

Norovirus stoppt zweites Rhein-Kreuzfahrtschiff

Gleich auf zwei Rhein-Hotelschiffen sind am Wochenende über 150 Menschen an einem rätselhaften Brechdurchfall erkrankt. Hinter beiden Ausbrüchen scheinen die hochansteckenden Noroviren zu stecken.

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Gleich auf zwei Rhein-Hotelschiffen sind am Wochenende über 150 Menschen an einem rätselhaften Brechdurchfall erkrankt. Hinter beiden Ausbrüchen scheinen die hochansteckenden Noroviren zu stecken.

Im baden-württembergischen Breisach musste am Sonntag das Hotelschiff «MS Britannia» auf dem Rhein stoppen, nachdem 85 Reisende an starkem Brechdurchfall erkrankt waren. Als mögliche Ursache der plötzlichen Erkrankung kommen laut Polizei ein Virus oder verdorbene Lebensmittel in Frage.

Das Schiff war nach ersten Erkenntnissen auf dem Weg vom französischen Strassburg über Breisach bei Freiburg im Breisgau nach Basel in der Schweiz. Bei den Reisenden handelte es sich überwiegend um Schweizer und Deutsche.

Zunächst wurden in der Nacht zum Sonntag in Strassburg 71 Erkrankungen festgestellt, wie die Freiburger Polizei am Sonntag mitteilte. Sechs Menschen wurden in Spitäler gebracht. Bei der Weiterfahrt nach Breisgau erkrankten dann 14 weitere Reisende. Neun von ihnen kamen am Sonntag in Kliniken. Einige Erkrankte stünden unter Quarantäne, hiess es.

Noroviren als Ursache

Erst am Freitagabend waren auf einem Hotelschiff auf dem Rhein im hessischen Wiesbaden rund 70 Passagiere und Crewmitglieder an Brechdurchfall erkrankt. Sie hatten sich mit dem hoch ansteckenden Norovirus infiziert.

Daraufhin musste das Schiff mit 190 Menschen an Bord am Samstag vor Wiesbaden ankern. Das Gesundheitsamt verhängte eine Quarantäne über das Schiff. Rettungskräfte rückten mit einem Grossaufgebot an und brachten in weissen Schutzanzügen und Atemmasken Infusionen und Medikamente an Bord.

Auf dem Schiff in Quarantäne

Nur drei besonders geschwächte Passagiere durften in ein Spital. Für alle anderen galten strenge Quarantänevorschriften. Am Sonntag wurden die Urlauber mit Bussen nach Köln zurückgefahren. Dem Schiff wurde die Weiterfahrt untersagt, bis es gründlich gereinigt und desinfiziert ist.

Erst am Nachmittag war klar: Das Norovirus hat die Krankheitswelle verursacht. Die meisten der erkrankten Passagiere waren nach Angaben der Feuerwehr älter als 60 Jahre und daher anfällig für eine Infektion.

Noroviren leicht übertragbar

Noroviren gehören zu den häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Sie sind leicht übertragbar und weltweit verbreitet. Typische Symptome sind neben Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auch Bauchschmerzen und Mattigkeit. Übertragen werden sie von Mensch zu Mensch, aber auch durch verunreinigte Speisen und Getränke.

Gerade auf Kreuzfahrtschiffen kommt es immer wieder zu Infektionen. So erkrankten im Sommer an der Mosel 15 Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes an dem Virus.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Charly Störtebecker am 10.12.2012 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Desinfizieren kann helfen..

    Ich war vor einer Woche auf der Brittannia. Der Kapitän hatte auf diese Gefahr deutlich hingewiesen. Auch waren bei jedem Eingang spezielle Hand-Desinfektions Automaten installiert. Nur sollten die Passagiere diese halt auch benützen.

    • Regula Bern am 10.12.2012 17:32 Report Diesen Beitrag melden

      Keine faulen Sprüche bitte!

      Ha ha ha!!! wir haben alle Vorsichtsmassnahmen eingehalten und ich bin trotzdem erkrankt... Sprüche sind hier wirklich fehl am Platz. Ich wünsche so ein Erlebnis niemandem.

    • Tomislav Delic am 10.12.2012 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schiff.

      Alle Vorsichtsmasnahmen kann man auf einem Schiff nicht gewährleisten. Es braucht Mundschutz und Einwegkittel sowie spezielle Säcke für Kleider, spezielles Desinfektionsmittel und Eimweggeschiss für die Mahlzeiten Ansonsten viel spass beim Campen auf der Toilette :))

    einklappen einklappen
  • ohne virus am 10.12.2012 05:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    virus ohne pass

    und hopp wieder ein virus in die schweiz eingeschleppt....

  • Tomislav Delic am 10.12.2012 01:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug erlent

    Der Vorteil ist, man muss nicht arbeiten und man nimmt ab ^^ Als ich noch auf einer Geronto-Abteilung gearbeitet habe erlebte ich 2x eine Quarantäne. Angenehm ist es auf jedem Fall nicht. Beide Löcher haben da einiges zu tun :)