Parasiten statt Romantik

01. Februar 2018 12:31; Akt: 01.02.2018 12:31 Print

Paar hat nach Strandferien total verwurmte Füsse

Zurück aus den Ferien in der Dominikanischen Republik klagen zwei junge Kanadier über juckende Füsse. Doch das ist erst der Anfang.

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Eddie Zytner und seine Freundin Katie Stephens machten Ferien in der Dominikanischen Republik und brachten ein unliebsames Souvenir mit nach Hause. Erst klagten die beiden «nur» über Juckreiz und geschwollene Füsse: So sahen Zytners Füsse am 20. Januar, zwei Tage nach der Rückkehr aus den Ferien, aus. Die Füsse seiner Freundin: Hier sieht die Schwellung noch harmlos aus. Einen Tag später haben sich an den Füssen des 25-jährigen Kanadiers bereits Blasen gebildet. Nach dem Wochenende zeichnen sich blutunterlaufene Linien ab. «Dienstag», dokumentiert Zytner dieses Foto, das vom 23. Januar stammt. Auch seine Freundin hat ihren Krankheitsverlauf auf Facebook dokumentiert. Unförmige Blasen an den Zehen der 22-Jährigen. Die beiden Kanadier konnten einige Tage lang nur mit Krücken gehen. Die Diagnose: Hakenwürmer. Nach dem Einsatz einer Medikamenten-Kombination befindet sich das Paar mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Der Fall der Kanadier erinnert an jenen von Sam Kanizay. In der Hand hält der junge Australier die Verursacher ... ... seiner blutigen Füsse. Kanizay hatte mit zahlreichen Bisswunden ins Spital gebracht werden müssen. Diese stammten von Meeresflöhen, wie die Meeresbiologin Genefor Walker-Smith feststellte. Sie kommen in allen Weltmeeren vor und greifen «eigentlich keine Menschen an». Das sei ein dummer Zufall gewesen. Walker-Smith erklärte die starken Blutungen des 16-Jährigen damit, dass der Junge eine halbe Stunde lang in kaltem Meerwasser gestanden sei. Wegen der niedrigen Temperaturen habe er die Bisse vermutlich nicht bemerkt. Erst nach Stunden gelang es, die Blutungen zu stillen und die Schuldigen zu identifizieren. Gleich mehrere Forscher vermuten, dass Seeläuse (Caligidae) die Schuldigen sind – auch wenn das ein sehr drastisches Beispiel für den Fleisch-Appetit der Wirbellosen wäre. Doch nun ist klar: Es handelt sich um Amphipoden, die normalerweise auf tote Fische oder Seevögel losgehen. Amphipoden sind nur zwischen sechs und 13 Millimeter gross. Die Art, die den Schüler angriff, wird Meeresfloh oder auch Meereslaus genannt. Walker-Smith äusserte die Vermutung, dass der Schüler in der Nähe eines toten Tieres gestanden sei und die Amphipoden dann auf ihn gewechselt hätten. «Er stand einfach lange Zeit still im kalten Wasser. Das hat ihnen viel Zeit gegeben, um zuzuschnappen.» Durch die vielen kleinen Bisse floss viel Blut. Sam Kanizay hat Glück gehabt. Obwohl seine Füsse aussahen «wie durch den Fleischwolf gedreht», muss er keine Folgeschäden befürchten. Es handelt sich bloss um eine oberflächliche Hautverletzung.

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Aus der Dominikanischen Republik brachten Katie Stephens (22) und ihr Freund Eddi Zytner (25) definitiv mehr mit, als sie wollten: Schon während der Ferien hätten sie sich ständig die Zehen gekratzt, sagte der 25-Jährige CNN. Zurück zu Hause in Windsor (Kanada) sei das Jucken immer schlimmer geworden, die Füsse der beiden schwollen massiv an, aus dem Jucken wurden Schmerzen, schliesslich bildeten sich sogar Blasen.

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An Schuhe und Socken war nicht mehr zu denken. Warum, wird auf den Bildern, die Stephens und Zytner nach dem 18. Januar auf Facebook teilten, sofort klar (siehe Bildstrecke oben). Im Spital vermuteten die Ärzte erst, die Kanadier hätten sich Sandflöhe eingefangen. Mit eingebundenen Füssen wurden sie wieder nach Hause geschickt. Einen Tag später, am 21. Januar, standen sie zur Kontrolle wieder auf der Matte.

«Tragt Schuhe»

Dem dieses Mal diensthabenden Arzt kamen die Symptome zum Glück bekannt vor. Einen ähnlichen Fall hatte er laut Zytner vor zehn Jahren bei einem Patienten, der aus Thailand zurückgekehrt war, gesehen. Die Diagnose: Hakenwürmer. Die Parasiten hatte das Paar wohl bei Barfuss-Spaziergängen am Strand von Punta Cana aufgelesen. Die Larven der Würmer kommen häufig in mit Fäkalien kontaminierten Böden in warmen und feuchten Klimazonen vor. Bei Hautkontakt bohren sie sich durch die menschliche Haut.

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Nach dem Einsatz von Medikamenten, laut Zytner Ivermectin und Antibiotika, sind er und Stephens auf dem Weg der Besserung. «Wir sind seit ein paar Tagen ohne Krücken», sagte der Kanadier zehn Tage nach der Diagnose zu CNN. Und seine Freundin warnt auf ihrem Profil: «An alle, die in die Tropen reisen, seid vorsichtig, wenn ihr im Sand seid, tragt Schuhe.»

Der Fall der Kanadier erinnert an jenen von Sam Kanizay. Vergangenen Sommer hatten winzige Meerestierchen die Füsse des Australiers blutig gebissen. Auch hier sahen sich die Experten vor einem Rätsel, bis eine Meeresbiologin die Verursacher als Meeresflöhe identifizierte.

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(kko)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sofo am 01.02.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    sehr appetitlich

    ich ass gerade genüsslich einen Kuchen beim runter scrollen...

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  • Loxx am 01.02.2018 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    auch bei uns

    Meine Nichte hat sich letzten August hier in der Schweiz solche Dinger eingefangen, als sie mit ihrer Tochter im Sand spielte. Zum Glück wussten die Ärzte gleich, was es war, bevor ihre Füsse so gruselig wie die hier aussahen. Bei ihr sah man aber monatelang dunkle Flecken auf den Waden und Schienbein. Jetzt ist es wieder weg.

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  • Klepto am 01.02.2018 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischen 6 und 13 mm gross

    Dann erkennt man die ja sofort mit blossem Auge. Die Würmer sind viel gruseliger.

Die neusten Leser-Kommentare

  • para-noina veronica-schizophrenica am 02.02.2018 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Warnung

    Hakenwürmer sind nur die Form die sie angenommen haben. Es ist blos eine biologische Hülle. Die Ausserirdischen vom Planeten Xeronima 4 sind in der Lage jegliche, zumeist mikroskopische Form anzunehmen. Gerne nisten sie sich als kleine Würmer unter der Haut ein und bilden dann künstliche Schaltkreise in unserem Gehirn, welche von Ingenieuren vom Planeten Xeronima 4 aus ferngesteuert werden. Die ganze menschliche Elite ist praktisch schon infiziert und wird als Cyborgs nun von Ausserirdischen gelenkt . Passt also auf, wenn zum nächsten Mal Brad Pitt oder Angela Merkel vor euch stehen: cyborgs!

  • Schneeglöggli am 02.02.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ab genug

    Mir ist gerade der Appetit vergangen und jetzt ist Nulldiät angesagt.

    • Jugniu am 02.02.2018 10:38 Report Diesen Beitrag melden

      Verseuchte Welt durch Menschen verursacht!

      Wir verseuchen das ganze Land ,die ganze Welt!Wegen unnötigen Chemikalien usw!Ohne Wasser gehen wir als Mensch und Tier zugrunde!

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  • Ueli Flückiger am 02.02.2018 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben ist lebensgefährlich

    ... zu Hause bleiben, um dann bei einem Unfall umzukommen, ist auch keine Lösung. Das Leben ist lebensgefährlich - überall. Ich war schon an vielen Stränden der Welt. Und in Mittelamerika, in der Karibik und in Südostasien. Bis heute ohne Probleme, ausser (kurzen - meistens nur eine Nacht) Magen- und Darmverstimmungen.

  • Ina am 02.02.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ferien in der DR

    Wir hatten leute woche auch eine Patientin bei uns im Spital sie war 5Wochen in der DR als sie zurück kamm hatte sie einen grossen Aussschlag im Gesich das mit Antibiotika behandelt werden musste.

  • Liebe die Natur am 02.02.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Bin sehr selten am Meer ! Gibt doch nicht schöneres als das barfuss im Sand . Leider verstecken sich überall die Würmer .... wird immer schlimmer . Laufe sehrviel auch ohne Schuhe in der Natur !