Ferien auf Mallorca

25. April 2018 18:47; Akt: 25.04.2018 18:47 Print

Palma soll wieder den Einheimischen gehören

Palma de Mallorca will den Massentourismus unter Kontrolle kriegen: Als erste Massnahme verbietet der Stadtrat, Zimmer und Wohnungen an Touristen zu vermieten.

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Der Bürgermeister von Palma de Mallorca sagt dem Massentourismus den Kampf an: Ab Juli dürfen Wohnungseigentümer ihre Zimmer im Zentrum der Stadt nicht mehr an Touristen vermieten. Wer in Palma Ferien machen will, kann ein Einfamilienhaus mieten — allerdings nur eines, das sich weder auf geschütztem ländlichem Boden befindet noch in Gewerbegebieten oder nahe des Flughafens steht.

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Mit diesem Vorhaben folgt Bürgermeister Antoni Noguera der Forderung von Bürgerinitiativen. Lange hatten sich die Einheimischen über steigende Mietpreise beschwert, weil die Wohnungen – meistens ohne nötige Zulassung – über Online-Portale wie Airbnb oder Wimdu an Touristen vermietet wurden. Laut offiziellen Zahlen stieg das Angebot auf Vermittlungsplattformen zwischen 2015 und 2017 um 50 Prozent an. Fast 20'000 Wohnungen und Zimmer wurden zuletzt auf Mallorca illegal an Touristen vermietet, berichtet die Zeitung «El Pais».

Richtige Prioritäten setzen

Die Vermietung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern an Urlauber war in Palma zwar schon immer untersagt – das Verbot wurde in der Praxis bisher aber kaum beachtet. Jetzt habe man «die Möglichkeiten der Sanktionen und der Kontrollen deutlich verstärkt», sagte Baudezernent José Hila zu «El Mundo».

«Palma muss für die Einheimischen bewohnbar sein. Das Schlimmste, das passieren kann, ist, dass Anwohner ihre eigene Stadt verlassen müssen», sagte Bürgermeister Noguera an einer Pressekonferenz am Montag. Mit der neuen Verordnung zeige die Stadtverwaltung «Mut, die richtigen Prioritäten zu setzen», meinte der Politiker.

Dass er mit dieser Regelung vielen Bürgern eine wichtige Einnahmequelle wegnimmt, verneinte Noguera im Interview mit «Mallorca Zeitung». Natürlich treffe die Massnahme auch Leute, die die Ferienvermietung auf kleinem Niveau betreiben, sagte Noguera, «aber ein grosser Teil der Wohnungen befindet sich in den Händen von wenigen Unternehmen, die daran gut verdienen und nebenbei das touristische Modell einer Stadt gravierend verändern. Wir wissen, welche grossen Firmen das Geschäft unter sich ausmachen. Es sind Global Player aus Spanien, aber auch aus Deutschland, England, Schweden – eben aus den Herkunftsländern der Urlauber.»

Auch Autos werden verboten

Neben der Wohnungsnot sind auch die Verkehrsbehinderungen durch Mietwagen und die Ausschweifungen der Partyurlauber ein Problem. Um den Massenandrang zu regulieren, haben die Balearen die Touristenabgabe eingeführt, die bereits rund 100 Millionen Euro eingebracht hat und für den Umweltschutz eingesetzt wird, wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet.

Weitere Massnahmen sind für die Hochsaison geplant. So soll etwa die Panoramastrasse zum Kap Formentor im Sommer zeitweise für private Autos gesperrt werden, wie die «Mallorca Zeitung» berichtet. Generell wird der öffentliche Verkehr mit Bussen ausgebaut.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gabriela am 25.04.2018 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Palma reagiert

    Kann ich voll und ganz verstehen.

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  • stef am 25.04.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer sich

    ein bild machen will, was massentourismus hier betrifft, die/der mache mal einen ausflug nach interlaken. einige wenige werden steinreich dabei, uhren schmuck, andere verkaufen drittklassware und nehmen sich sehr wichtig. als in der nähe wohnender meide ich interlaken seit langem. es ist nicht mehr auszuhalten. deswegen finde ich die lösung von mallorca sehr gut.

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  • Jose G. am 25.04.2018 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis

    Ich habe volles Verständnis für die Massnahmen. Eigentlich ist es fast noch zu wenig. Sie sollten ein Touristenkontingent einführen. Wenn eine maximale Anzahl erreicht ist, den Flughafen dicht machen. Auch sollten Airlines die (Ultra)Billigflüge anbieten den Flughafen generell nicht mehr anfliegen dürfen. Dann kehrt vielleicht wieder etwas Ordnung und Sauberkeit ein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Esmeralda Tuena am 26.04.2018 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    die Blubber-Könige

    Wie immer, viele Schweizer haben keine Ahnung und blubbern einfach drauf los. Dem entsprechend ist das Niveau unter Kindergarten.

  • Se Sence am 26.04.2018 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Balearen

    Kleine Korrektur an 20': Das neue Gesetz gilt nicht nur für die Stadt Palma de Mallorca, sondern für alle Balearen-Inseln, also Mallorca, Ibiza, Formentera etc. Bitte nächstes Mal genauer recherchieren und nicht nur vom deutschen "MallorcaMagazin" abschreiben. Im Übrigen gilt das Gesetz nur mit Einschränkungen. Danke.

  • Rolf Huber am 26.04.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    ballermann

    nun hat es die geiz ist geil insel endlich begriffen. lieber qualität wie quantität. die deutschen bringen sicherlich noch ihre selbst geschmierten brote mit auf die insel. diese touristen bringen nix, nix als ärger.

    • tom am 26.04.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf Huber

      arrogante Schweizer, die sich stets für etwas besseres halten, will man dort genauso wenig.

    • Diablo am 26.04.2018 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @tom

      Genau wie die Schweizer die die eigenen Bratwürste u. Cervelats mitbringen

    • Frit de pop. am 26.04.2018 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Diablo

      Und ja Aromat nicht vergessen!

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  • Lilo am 26.04.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich ja bald hin

    Schön zu hören. Dann kann ich ja vielleicht auch bald mal hin fahren. Bisher hat mich genau dieser Massentourismus auf der Insel abgeschreckt auch wenn ich natürlich weiss, dass es auch ruhigere Ecken gibt. Aber man sollte gleich auch noch die Hotelbettenanzahl halbieren.

    • Prima am 26.04.2018 19:52 Report Diesen Beitrag melden

      ......

      Sie wissen aber schon, dass das ein grosse Insel ist und nicht überall überlaufen ist?

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  • Fragender am 26.04.2018 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irre ich mich....

    ist Malorca nicht in der EU? Dann ist doch der freie Personenverkehr Wohnungsmietverkehr Wohnbautenkauf usw nach EU richtlinien zweckgebunden habe ich gedacht.

    • Antwortender am 26.04.2018 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fragender

      Jedes Land in der EU regelt sich selber. Es ist nicht alles aus Brüssel bestimmt.

    • konsi am 26.04.2018 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antwortender

      Jedes Land?? Ausser die Schweiz, als nicht Mitglied. Diese Unterwerfung nicht auszuhalten.

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