«Die Frucht des Krieges»

31. Dezember 2017 19:48; Akt: 31.12.2017 22:13 Print

Papst verschickt Schock-Bild an Silvester

Aus dem Vatikan gibt es zum Jahreswechsel eine verstörende Warnung. Und die UNO ruft gar die Alarmstufe Rot aus.

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Warnung aus dem Vatikan: Das vom US-Photographen Joseph Roger O'Donnell aufgenommene Nagasaki-Bild. (Bild: Vatikan)

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Zum Jahresende hat Papst Franziskus ein düsteres Bild gezeichnet. «Auch die Zeit des Jahres 2017 (...) haben wir Menschen in vielerlei Hinsicht mit Taten des Todes, mit Lügen und Ungerechtigkeiten verschwendet und verwundet», sagte der Pontifex in einem Gottesdienst an Silvester im Petersdom. «Kriege sind der ungeheuerliche Ausdruck dieses rückfälligen und irrwitzigen Stolzes.»

Vor dem Jahreswechsel warnte der Papst vor der Grausamkeit eines Atomkrieges. Dafür liess am Wochenende ein Foto verbreiten, das 1945 im japanischen Nagasaki nach dem Abwurf einer Atombombe durch die USA entstanden ist. Darauf zu sehen ist ein Junge, der seinen toten Bruder auf dem Rücken zu Grabe trägt - nach den Worten von Franziskus «die Frucht des Krieges». Der Argentinier hatte angesichts der Spannungen zwischen den USA und Nordkorea im Atomkonflikt Abrüstung gefordert.

Der Pontifex, der auch Bischof von Rom ist, dankte am Sonntag aber auch für die guten Taten des auslaufenden Jahres: Die jener Menschen, die täglich mit «kleinen, aber wertvollen Gesten» zum Wohl der Stadt beitragen. «Auch wenn diese Personen keine Nachrichten generieren, stehen sie für den Grossteil der Menschen, die in Rom leben.» Die italienische Hauptstadt macht immer wieder Schlagzeilen wegen Organisationschaos und Misswirtschaft.

Guterres ruft zu Einheit auf

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat angesichts der Konflikte und Gefahren weltweit die «Alarmstufe rot» für den Planeten Erde ausgerufen.

Als er vor einem Jahr sein Amt angetreten habe, habe er dazu aufgerufen, 2017 zu einem Jahr des Friedens zu machen, erinnerte Guterres in seiner Neujahrsansprache am Sonntag. «Leider ist das Gegenteil eingetreten». Die Konflikte hätten sich verschlimmert, neue Gefahren seien aufgetaucht.

Noch nie zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges seien die durch Atomwaffen ausgelösten Sorgen so gross gewesen, erklärte Guterres in Anspielung auf den Konflikt mit Nordkorea weiter. «Der Klimawandel ist schneller als wir», die Ungleichheiten würden immer grösser, begleitet von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen. Guterres mahnte, die Konflikte könnten gelöst, der Hass überwunden «und unsere gemeinsamen Werte geschützt» werden. «Aber wir müssen geeint sein, um das zu schaffen.» Die Einheit sei der Weg, «unsere Zukunft hängt davon ab», fügte der UNO-Generalsekretär hinzu.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hr Schmidt am 31.12.2017 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Franziskus

    Ich bin nicht in der Kirche. Aber dieser Papst gefällt mir. Er steht mit beiden Beinen in der Realität, ist bescheiden und korrekt.

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  • DWD am 31.12.2017 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Innehalten und sich Nächstenliebe zu Herzen nehmen würde uns allen gut tun. In diesem Sinne allen ein gutes und gesundes Neues Jahr!

  • Markus E. am 01.01.2018 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott sei mit Ihm

    Dieser Papst, ist meines Erachtens, seines Amtes würdig. Nicht als Stellvertreter Gottes auf Erden, sonderen als Mensch mit dem Herzen wo es hingehört. Bin Atheist, und dies will was heissen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 01.01.2018 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Dana am 01.01.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Widersprüchlich

    Die meisten hier sind ziemlich heuchlerisch und widersprüchlich drauf hier. Ich erinnere mich als es hiess die Schweiz soll keine Waffen mehr ins Ausland (speziell Kriegsgebiete verkaufen). Das hat alle empört, schliesslich würden diese Regierungen so oder so Waffen kaufen, also kann ruhig die Schweiz das grosse Geld machen. Und jetzt seid ihr plötzlich alle für Frieden und Nächstenliebe? Das wird ja wunderbar klappen mit eurer wahren Einstellung...

  • Yannick Schmid am 01.01.2018 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Mal etwas neues. Starkes Zeichen und natürlich eine gute Idee

  • Annika am 01.01.2018 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr lange

    Der Jüngste Tag ist ganz nah, das spüre ich. Selig werden all jene sein, die ohne Schuld sind, wenn sie vor dem HERR stehen werden...

    • Augustus am 01.01.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Jemand ohne Schuld?

      Ist jemand auf dieser Welt ohne Schuld? Der soll mit dem Stein als erster werfen.

    • Neumann am 01.01.2018 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annika

      Is leider alles ein bisschen komplexer als du das siehst

    • bebbeli am 01.01.2018 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Annika

      Leider ist kein Mensch ganz ohne Schuld. Sogar ich habe diesen oder jenen Fehler schon gemacht, obwohl ich ich sehr bemühe das zu vermeiden.

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  • Realistin am 01.01.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Fehl am Platz

    Nur nicht mit falscher Bescheidenheit protzen! Was hat der Vatikan gegen Armut und Ungleichheit schon reell mit seinem Milliarden Reichtum getan ausser Plappern und den Menschen ins Gewissen geredet? Bin kein Papst Gegner aber diese Schuldzuweisungen und Einmischen in die Politik sind fehl am Platz! Warum nimmt der Vatikan nicht tausende von den herumhängenden Armen zu sich und TEILT das Essen und die warme Stube?