Nicht ganz jöööh

13. November 2012 14:25; Akt: 13.11.2012 16:35 Print

Pinguin-Plage in Südafrikas Gärten

Die meisten Hobby-Gärtner ärgern sich schon über ein paar Schnecken in ihrem geliebten Beet. Die Bewohner der südafrikanischen Stadt Betty's Bay klagen über ganz andere ungebetene Gäste.

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Pinguine sind niedlich und sorgen bei Menschen normalerweise für Entzücken. Doch im kleinen südafrikanischen Dorf Betty's Bay, knapp 100 Kilometer südöstlich von Kapstadt, haben die Bewohner alles andere als positive Gefühle gegenüber den gefiederten Einheimischen. Seit der Zaun des Reservats auf Western Cape durchbrochen wurde, laufen die Brillenpinguine frei durch die Gegend. Dabei durchqueren die Tiere die Gärten der naheliegenden Häuser und hinterlassen Federn und allerlei Dreck.

«Es stinkt zum Himmel», klagt Nachbarin Barbara Wallers gegenüber dem Nachrichtensender CNN. «Wenn der Wind bläst, haben wir auf unserem Grundstück alles voller Federn.» Doch das ist immer noch nicht das Schlimmste: Nachts könne man nicht schlafen, so laut sei das Bläken der Tiere.

Von vier Millionen auf ein paar Tausend reduziert

Die Behörden wüssten schon seit langem, dass der Zaun zur Tieranlage zu reparieren sei, doch bisher hätten sie nichts unternommen, sagen die Bewohner. «Mich stören die Pinguine nicht, solange sie in ihrem Schutzgebiet bleiben», sagt Johannes Klopper. Die Pinguinbevölkerung sei seit Beginn der 1980er Jahre rasant gewachsen, nachdem die Behörden ein einziges Pärchen ausgesetzt hatte, um eine Siedlung anzulegen.

Noch im vergangenen Jahrhundert lebten in der Region etwa vier Millionen Brillenpinguine. Seither ist die Zahl der Pinguine in Südafrika besorgniserregend zurückgegangen. Heute sind sie eine gefährdete Tierart.

(kle)