#MeToo

09. Juni 2018 04:29; Akt: 09.06.2018 08:02 Print

Pixar-Mitbegründer tritt zurück

Walt Disney's Animationschef John Lasseter hat Fehlverhalten gegenüber Mitarbeitenden eingeräumt. Er will sein Amt bis Ende Jahr niederlegen.

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Walt Disney's Animationschef und Mitgründer des Filmstudios Pixar, John Lasseter, legt im Zuge der #MeToo-Bewegung sein Amt nieder. (8. Juni 2018) #MeToo: Das «Time Magazine» hat die Person des Jahres gekürt. Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten. (6. Dezember 2017) Bild: Time Mehrere Frauen beschuldigen George Bush senior der sexuellen Belästigung. 2003 soll er eine damals 16-Jährige bei einem Fototermin am Po angefasst haben. (Archivbild) Bereits mehr als zehn Männer werfen Kevin Spacey sexuelle Übergriffe vor. Netflix hat sich von ihm getrennt, ebenso seine Agentur und seine Sprecherin. «House of Cards» wird es mit ihm nicht mehr geben. Fordert eine Kultur des Respekts: Theresa May hat weitere Massnahmen präsentiert, nachdem Fälle von sexuellen Übergriffen britischer Parlamentarier bekannt geworden sind. Der ehemalige Kongressabgeordnete Anthony Weiner tritt seine Haftstrafe an. (6. November 2017) Er hat den weltweiten öffentlichen Diskurs ausgelöst: Harvey Weinstein soll über Jahrzehnte unzählige Frauen sexuell belästigt, mindestens eine vergewaltigt haben. (Archivbild) Auch er soll eine Frau sexuell belästigt haben – als sie 17 Jahre alt war: Dustin Hoffman hat wegen des Vorfalls um Entschuldigung gebeten. (Archivbild) Sex im Auto als Geheimnis: Gleich zwei Frauen sagen, es sei dazu gekommen, die eine sagt, es war «sehr brutal». Auch weitere Frauen werfen Tariq Ramadan sexuelle Brutalität vor. (Archivbild)

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Walt Disney's Animationschef und Mitgründer des Filmstudios Pixar, John Lasseter, legt im Zuge der #MeToo-Bewegung sein Amt nieder. Zum Ende des Jahres werde er dem Unternehmen den Rücken kehren, bis dahin bleibe er als Berater im Einsatz, teilte Disney am Freitag mit.

Lasseter habe Fehlverhalten im Umgang mit Mitarbeitern eingeräumt. Er ist der höchste Hollywood-Boss, der mit den Konsequenzen aus der #MeToo-Bewegung seinen Hut nehmen wird. Lasseter war der kreative Macher hinter jeder Pixar-Verfilmung sowie hinter Disney-Hits wie «Frozen» und «Moana».

Bei Mitarbeitern entschuldigt

Bereits im November hatte der 61-Jährige eine sechsmonatige Auszeit angekündigt und sich bei Mitarbeitern entschuldigt, «die je eine ungewollte Umarmung» oder eine andere Geste von ihm empfangen hätten, «die sie nicht respektiert oder unwohl» fühlen liess. In einer Mitteilung gab er nun bekannt, in den vergangenen Monaten über sein Leben und seine Karriere nachgedacht und entschieden zu haben, neue kreative Herausforderungen zu suchen.

Disney-Chef Bob Iger würdigte Lasseter für seine Innovationen und dessen Art des Geschichtenerzählens. Er habe Standards in der Animation gesetzt, die noch für kommende Generationen gelten würden. Ein Nachfolger für Lasseters Posten wurde noch nicht bekannt gegeben.

(scl/sda)