Vorverkaufs-Chaos

13. Januar 2010 16:18; Akt: 13.01.2010 17:53 Print

Pöstler schanzten sich AC/DC-Tickets zu

Anstatt die Tickets an die wartende Kundschaft zu verkaufen, haben Postangestellte Konzertkarten unter sich aufgeteilt. Die Post hat die Mitarbeiter gerügt. Derweil hat der Veranstalter weitere Tickets freigegeben.

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Mitarbeiter der Post schanzten sich gegenseitig AC/DC-Tickets zu. (Bild: Keystone)

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Als letzten Freitag der Vorverkauf für das AC/DC-Konzert in Bern startete, versuchten Hunderte Rockfans Tickets an den Vorverkaufsstellen der Post zu ergattern. Wie die «Berner Zeitung» berichtet, machten sie die Rechnung ohne die Post-Angestellten. Als die Filiale in Kriegstetten BE um acht Uhr öffnete, hatten die Postangestellten acht der 12 verfügbaren Tickets bereits unter sich aufgeteilt. Ein Mitarbeiter habe gar vier Konzertkarten in einem abgeschirmten Raum ausgedruckt. Einer der enttäuschten AC/DC-Fans beschwerte sich darauf beim gelben Riesen.

Post-Sprecher Oliver Flüeler bestätigt gegenüber 20 Minuten Online das Fehlverhalten. «Mitarbeiter in Kriegstetten haben sich falsch verhalten. Das tut uns sehr leid.» Die Angestellten hätten die Kunden warten lassen und Tickets selbst gekauft. Sie seien mittlerweile für das Fehlverhalten gerügt worden. «Wir werden künftig darum besorgt sein, dass sich ein solches Verhalten nicht wiederholt», sagt Flüeler.

Beschwerdeflut beim Konsumentenschutz

Nicht nur in Kriegstetten sind Pöstler AC/DC-Fans: Bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sind zahlreiche Beschwerden über den Vorverkauf bei den Poststellen eingegangen, wie Geschäftsleiterin Sara Stalder erklärt. «Uns liegen mehrere Meldungen vor, wo sich Postmitarbeiter ebenfalls selber Tickets gekauft haben sollen.» Aufgrund der zahlreichen Beschwerden will die SKS nun beim gelben Riesen vorstellig werden.

Bei der Post selbst sind laut Flüeler keine weiteren Reklamationen über ticketgierige Mitarbeiter eingegangen. «Wie der Fall in Kriegstetten zeigt, gehen wir Kundenreklamationen nach.» Das Personal habe überdies im Vorfeld des AC/DC-Konzerts keine speziellen Instruktionen zum Ablauf des Vorverkaufs erhalten.

Veranstalter wollen Schalterverkauf kippen

Der Konzertveranstalter Goodnews hat AC/DC nach Bern geholt. Das Unternehmen wünscht sich, dass Tickets für Grosskonzerte in Zukunft nur noch per Telefon oder Internet bestellt werden können. Der Schalterverkauf fördere den Schwarzmarkt. «Wir kennen Fälle, wo Schwarzhändler ganze Schulklassen anheuerten, um gegen geringes Entgelt an Schaltern Tickets zu beschaffen», sagt Goodnews-Sprecher Marc Reinhard gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

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(am)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fragile Tension am 13.01.2010 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Post

    So und für diese Feststellung brauchte man jetzt Jahre..übrigens auch beim TC läufts gleich. Erst werden Verwandte, Freunde etc intern bedient

  • Nic am 13.01.2010 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Tickets nur via Internet und Telefon ??

    Die Regelung mit Tickets nur via Telefon und Internet anzubieten ist ein Witz. Internet bricht unter dem Ansturm zusammen und die Telefonleitung ist ständig besetzt.Somit erhält man nur mit Glück Tickets, der Schwarzmarktpreis wird somit umso höher, da die wahren Fans keine Tickets erhalten und bereit sind mehr auszugeben. Ein wahrer Fan steht früh vor der Vorverkaufsstelle. Tickets nur noch an den Vorverkaufsstellen verkaufen mit Ausweis, so erhalten die wahren Fans die Tickets! Es wäre unfair nur mit Glück an Tickets zukommen um seine Lieblingsband zu sehen. Zuerst vor Ort=Tickets auf sicher

  • Michael Bieri am 13.01.2010 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    TC Auktionsplattform?

    Wieso startet der Ticketcorner für solche Anlässe eigentlich keine eigene Auktionsplattform? Das würde den inoffiziellen Tickethandel praktisch auf einen Schlag vernichten - und die Fans hätten Ende alle praktisch für denselben Betrag ihre Tickets. Allfällige Zusatzeinnahmen könnten sicherlich auch gut investiert werden. z.B. in Nachwuchsförderung oder Kultur.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niggi am 17.01.2010 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht ja auch noch eine Weile

    Bis das Konzert steigt und all diejenigen die kurtzfristig noch an s Konzert wollen werden bewust tief in die Tasche greiffen! das beste wäre für solche Events garnicht erst einen Internetverkauff anzubieten sondern nur an den Ticketschaltern/Vorverkauffsstellen die Tickets zu verkauffen! dann haben alle die gleiche chance!

  • SOLDIER am 15.01.2010 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Ein Arbeitskollege von mir hatte vom TC satte 8 Tickets beim ersten Vorverkaufstag bekommen, WÜRG. mfg

  • wawa wiwa am 14.01.2010 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tickets

    Die die jetzt reklamieren, hätten doch genau das selbe gemacht, da bin ich mir ganz sicher. Und jetzt was ist so schlimm daran, dass Postangestellte auch ans Konzert wollten die haben ja dafür bezahlt oder nicht? Erbeite nicht auf der Post aber kann es in etwa verstehen. Die haben ja sonst noch weniger chancen an Tickets zu kommen als andere

    • Grummel am 28.01.2010 08:21 Report Diesen Beitrag melden

      Ticketcorner

      Alle schreiben immer von der schlimmen Post...... habt ihr echt das Gefühl, dass die Mitarbeiter von Ticketcorner sich nicht selber VIELE Tickets kaufen ?!? Ich kenne eine Telefonistin bei Ticketcorner... und die hat schon bei AC/ DC kräftig zugelangt :-((

    einklappen einklappen
  • Dan am 14.01.2010 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder..

    ..ist sich selbst der nächste. Jetzt schreien wieder alle nach Regulierung. Lächerlich. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, so ist das nun mal. Und die SKS selber ist nicht koscher: in dem Forum des SKS steht seit Dezember ein Link zum Download von Avatar... der Moderator schläft wohl gerade ;)

  • rob ericson am 14.01.2010 01:24 Report Diesen Beitrag melden

    what the f....

    kann ja nicht angehen dass man ein team den kunden vorzieht. wäre ja wie wenn der becker erst ab seinen brötchen abbeiss bevor er sie verkauft, überlegt doch mal. nene, und wenn nicht alle internet börsen jetz voll mit tickets zu 4fachen preisen wär, müsste man da auch nicht drüber diskutieren, nur, über i-net wäre das ganze noch verwirrter und unfairer weil nicht jedermann immer net hatt. aber ich glaube trotz meinen 31jahren bin ich zu alt für diese geschäfte, oder zu jung da ich solche mit dem schwert unterbinden würde.