Senderchef in Not

15. November 2017 18:40; Akt: 15.11.2017 19:26 Print

Pro7-Boss nennt Publikum «fett und arm»

TV-Zuschauer seien fettleibig und arm - mit dieser Aussage ist ProSieben-Chef Thomas Ebeling unter Druck geraten.

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Der Konzernchef von ProSiebenSat.1, Thomas Ebeling, hält seine Zuschauer für «arm und fettleibig». (Bild: Keystone/Sven Hoppe)

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Eine Telefonkonferenz mit Wirtschaftsanalysten bringt den Konzernchef von ProSiebenSat.1 in eine missliche Lage: Thomas Ebeling soll nach Angaben des Mediendienstes Dwdl.de TV-Zuschauer als «übergewichtig und arm» bezeichnet haben. Ebeling reagierte damit auf die Nachfragen eines Finanzanalysten nach der neuen Konkurrenzsituation durch Streamingdienste wie Netflix.


Dem Dienst liegt eine Abschrift des auf Englisch geführten Gesprächs vor. Wörtlich sagte der ProSieben-Chef: «All die Hollywood-Blockbuster gibt es auf unseren Sendern, und nicht jeder Netflix-Film ist ein Homerun. Und sehr oft sind deren Inhalte sehr, sehr Arthouse-like. Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert.»

Die Vorstandsvorsitzenden der Sendergruppe dementieren die Aussage Ebelings nicht. Der Chef sei missverstanden worden, teilte ein Sprecher dem Mediendienst Dwdl.de mit.

Textaussage und Tonalität

«Wir möchten einordnen: Die im Englischen getroffene Bemerkung im Analysten-Call war eine zugespitzte Aussage im Zusammenhang mit einer provokanten Frage durch einen französischen Analysten», hiess es. Und: «Es ging bei der Bemerkung darum, die gerne von Analysten verwendeten Stereotypen eines TV-Zuschauers in englischer Sprache zu reflektieren. Wenn man die Bemerkung aus dem Kontext zieht und wortwörtlich übersetzt, kann dies womöglich missverstanden werden.» Grundsätzlich: Die Textaussage spiegele nicht die Tonalität der Aussagen wider.

Obs nützt? Wie «Stern» kommentiert: «Es ist schwer vorstellbar, dass Werbetreibende ihre Produkte bei einem Sender platzieren wollen, deren Zuschauer träge auf der Couch sitzen.»

Im letzten Jahr hat Thomas Ebeling angekündigt, seinen Posten 2019 räumen zu wollen. Laut der «Süddeutschen Zeitung» wird allerdings spekuliert, dass er das Unternehmen schon zur nächsten Hauptversammlung im Mai verlassen könnte.

Um die Umsatz- und Gewinnprognosen des deutschen Senders ist es nicht gut bestellt.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Laborant am 15.11.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Assi-TV

    Wen wunderts denn? Der hat nur ausgesprochen, was alle über Pro7-Zuschauer denken. Nichtmal mit der Look-back funktion ist der Sender zu gebrauchen, weil die Filme von dermassen viel Werbung zugekleistert werden, dass nichtmal mehr das Vorspulen was bringt

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  • Daniel am 15.11.2017 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Was die RTL2 und 3Plus Bosse sagen..

    Wenn der Geschäftsführer von Pro7 schon so über seine Kunden denkt, wie denken wohl die Bosse von RTL2 und 3Plus über ihre Zuschauer?

  • Der Gucker am 15.11.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    also ich mach immer bei pro7 den abwasch, da die werbungen ziemlich genau gleich lang gehen wie die sendezeit. von wegen herumsitzen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kusi am 16.11.2017 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lacher

    Ich muss für mich lachen habe mich grad gefragt ob pro7 mal herr der ringe gesendet hat? wenn ja muss der film 5-6 stunden lang gewesen sein bei alle 10min werbung.

  • SODUXX am 16.11.2017 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    natürlich..

    ..und das sagt einer der bereits ne Halbglatze hat..lol

  • Lasen Landwehr am 16.11.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Joko und Klaas

    Wer Joko und Klaas im Programm und als Zugpferd hat muss auf solche Leute zurück greifen. Denkende Menschen schauen sowas nicht an.

  • Motzki am 16.11.2017 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Moralkeule

    Diese Unterhaltung war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Ebeling hat auch nichts Widerrechtliches gesagt. Was intern gesagt wird, hat dort zu bleiben. Trotzdem saust nun die Moralkeule nieder, es spielt keine Rolle, dass die Aussage grundsätzlich zulässig (wenn auch etwas grob) und die Veröffentlichung recht eigentlich unzulässig ist. Man fragt sich schon, wer aus diesem internen Kreis Ebeling abschiessen will.

  • Rechtshänder am 16.11.2017 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er hat ja Recht

    stimmt ja auch. Das sind alles schlafschaffe die jeden Mist auch noch glauben was dort gesendet wird.