Drogenboss-Prozess

06. Februar 2018 17:57; Akt: 06.02.2018 23:15 Print

US-Richter fürchten die Rache von «El Chapo»

Der mexikanische Drogenbosss Joaquín «El Chapo» Guzmán sitzt in den USA in Einzelhaft. Für den Prozess werden höchste Sicherheitsmassnahmen getroffen.

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Hier sitzt «El Chapo» bereits in den USA> Kurz nach seiner Auslieferung wurde er ein erstes Mal verhört. Drogenboss Joaquín Guzmán alias «El Chapo» wurde im mexikanischen Militärjet in die USA ausgeflogen. In New York wurde der als Ausbrecherkönig bekannte Drogenboss von US-Polizisten in Empfang genommen. Er war der mächtigste Drogenboss der Welt: «El Chapo» wird in Mexiko City von mexikanischen Soldaten eskortiert. (8. Januar 2016) In diesem Flugzeug der mexikanischen Luftwaffe wurde Guzman in die USA geflogen. (19. Januar 2017) Soldaten überwachen den Transfer am Flughafen von Ciudad Juárez. Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez. Bei Guzmáns Verhaftung stürmt ein Kommando der mexikanischen Armee eine Wohnung in der Stadt Los Mochis, Sinaloa. (AP) Wieder hinter Gittern: Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano. (AP) Vor seiner Verhaftung hatte sich der Drogenboss auf eine Liebelei mit der in den USA lebenden mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo eingelassen. Die Nachrichten, die er mit ihr austauschte, sollen die Ermittler auf seine Spur gebracht haben. (AP/ Matt Sayles) Chapo Guzmáns Heimatort: Badiraguato im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. (AP/Fernando Brito) Für einen Teil der mexikanischen Bevölkerung ist Chapo Guzmán ein Held – und allemal besser als die korrupte Kaste der Politiker. (AP/Rebecca Blackwell) Blick in den Fluchttunnel, durch den El Chapo» 2015 aus dem Gefàngnis ausgebrochen ist. Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez González (2.v.r.) schaute sich am Tag nach der Flucht den Eingang zum Fluchttunnel an.

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Die zwölf Geschworenen im bevorstehenden Prozess gegen Joaquín «El Chapo» Guzmán werden anonym über das Schicksal des mexikanischen Drogenbossses entscheiden können. Richter Brian Cogan genehmigte am Montag einen entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft.

Das teilte die Justizbehörde in New York am Dienstag mit. Die noch zu wählenden Juroren sollen so vor möglichen Racheakten von Guzmáns Helfern oder seinen Unterstützern geschützt werden.

Keine Kontakte zur Aussenwelt

Cogan begründete seinen Entschluss für eine anonyme Jury unter anderem mit der von Guzmán ausgehenden Gewalt. Als Chef des Sinaloa-Kartells habe er durch Auftragskiller mutmasslich Hunderte Menschen ermorden, angreifen und entführen lassen. Deshalb sei er in New York auch in Einzelhaft untergebracht, um Kontakte mit der Aussenwelt zu verhindern, schreibt Cogan.

Zudem hätten mutmassliche Unterstützer den Willen geäussert, Guzmán zu helfen. Beleg sei etwa eine von kalifornischen Häftlingen gefilmte Videobotschaft, die im Januar auf Youtube auftauchte. «Wir sind die Killer, die sich um ihn kümmern werden», sagen die Häftlinge darin auf Spanisch laut «Los Angeles Times» und erklären, dass Guzmán dort «mehr als 3500 Soldaten» habe.

Geschworene werden abgeschirmt

Mit Cogans Entscheidung werden weder Reporter noch die Prozessparteien die Namen und privaten und beruflichen Adressen der Juroren einsehen können. Ausserdem werden diese vom Marshals Service – die Polizei des US-Justizministeriums – während des gesamten Verfahrens von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Der Prozess soll voraussichtlich im September in New York beginnen.

(chi/sda)