Grausiger Fund

19. November 2012 22:46; Akt: 19.11.2012 23:32 Print

Russin behält toten Mann jahrelang zuhause

Drei Jahre lang bahrte die Frau den Leichnam in ihrer Wohnung auf. Um seine Wiederauferstehung herbeizuführen, mussten die fünf Kinder ihren Vater gar füttern.

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Es geschah im kleinen Dorf Semibratovo in der zentralrussischen Region Jaroslawl rund 300 Kilometer nordöstlich von Moskau. Nachdem der Mann im August 2009 an einer langen Krankheit gestorben war, bewahrte die Ehefrau den Leichnam in der Wohnung auf. Nun wurden die Leichenteile entdeckt.

Wie Ermittler am Montag mitteilten, lag die Leiche des Familienvaters bis Anfang Juli dieses Jahres in einem Zimmer der Wohnung auf einem Bett. Zu Lebzeiten war der Mann ein Missionar bei einer anglikanischen Bewegung. Seine Frau kam mit seinem Ableben offenbar nicht klar. Verzweifelt hoffte sie auf die Wiederauferstehung des Toten. Aus diesem Grund mussten die Kinder den Toten täglich mit einer Suppe füttern und zu ihm sprechen.

Raumdüfte gegen den Verwesungsgestank

Obwohl sie gewusst hätten, dass ihr Vater tot war, hätten sie der Mutter gesagt, dass er esse und zu den Kindern spreche, um sie nicht zu beunruhigen, teilten die Ermittler mit. Die Frau selbst ging nie in das Zimmer – aus Angst, die Wiederauferstehung zu gefährden. Mit Raumdüften hätten die fünf Kinder der Familie versucht, den Verwesungsgestank erträglich zu machen.

Der Fall kam den Ermittlern zufolge ans Licht, als die Familie in eine andere Stadt umzog. Zwei der Kinder, ein neunjähriges und ein 14-jähriges Mädchen, entschieden daraufhin, sich der Leiche zu entledigen. Sie packten ihn in Plastiksäcke und warfen ihn ins Gebüsch. Dabei fielen der Kopf und die rechte Hand ab; diese Teile entsorgten die Mädchen in einer Mülltone.

Nach dem grausigen Fund der Leichenteile wurden Mordermittlungen eingeleitet, am Montag jedoch eingestellt. Die Kinder waren laut psychologischen Untersuchungen wohlauf. Die Mutter galt indes als psychisch labil.

(sda)