Tausend Vermummte in Paris

19. März 2017 23:23; Akt: 20.03.2017 14:25 Print

Scharmützel bei Demo gegen Polizeigewalt

Tausend Vermummte haben am Sonntag in Paris randaliert. Insgesamt gingen bis zu 7500 Menschen auf die Strasse, elf wurden festgenommen.

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Mehrere tausend Menschen haben am Sonntag in Paris gegen Polizeigewalt und Straflosigkeit für Polizisten demonstriert. An der friedlichen Demonstration nahmen nach Polizeiangaben bis zu 7500 Menschen teil. Die Demonstranten folgten Aufrufen von Gewerkschaften, antirassistischen Organisationen, Menschenrechtsgruppen und linken Parteien.

Die Demonstranten waren Aufrufen von Gewerkschaften, antirassistischen Organisationen, Menschenrechtsgruppen und linken Parteien gefolgt. Der Demonstrationszug bewegte sich von der Place de la Nation im Osten der Hauptstadt bis zur Place de la République im Zentrum. Es war die zweite Kundgebung dieser Art in Paris auf Initiative von Angehörigen der Opfer von Polizeigewalt.

«Polizei überall, Gerechtigkeit nirgends»

Während des gesamten Marsches waren Parolen zu hören wie «Polizei überall, Gerechtigkeit nirgends» oder «Zyed, Bouna, Théo und Adama - kein Vergeben, kein Vergessen».

Die beiden 15 und 17 Jahre alten Schüler Bouna Traoré und Zyed Benna waren 2005 bei einer Verfolgungsjagd durch die Polizei im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois in einem Transformatorenhäuschen gestorben. Der 24-jährige Adama Traoré starb vergangenes Jahr in Polizeigewahrsam in der Banlieue Beaumont-sur-Oise, nachdem er Widerstand gegen die Festnahme seines Bruders geleistet hatte.

Wurfgeschosse und Brandbomben

Zuletzt hatte die brutale Festnahme eines Schwarzen in der Pariser Vorstadt Aulnay-sous-Bois zu nächtelangen Ausschreitungen geführt. Der 22-jährige Théo wurde schwer verletzt, als ihm ein Polizist einen Schlagstock in den After rammte, woraufhin er für längere Zeit ins Krankenhaus musste.

Polizisten wird immer wieder vorgeworfen, in Problemvorstädten äusserst hart vorzugehen, insbesondere gegen Jugendliche und junge Männer aus Einwandererfamilien.

Gegen Ende der Demonstration am Sonntag störten nach Polizeiangaben etwa tausend vermummte Jugendliche den friedlichen Verlauf. Sie warfen demnach Wurfgeschosse und Brandbomben in Richtung der Polizei. Die Schaufenster von fünf Banken gingen zu Bruch, zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein. Drei Menschen wurden festgenommen.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pro Evropa am 19.03.2017 23:51 Report Diesen Beitrag melden

    Phönix

    Das Werk der Sozialingenieure nimmt langsam Form an.. Die Bürgerkriege sind nicht mehr abzuwenden!

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  • René B. am 19.03.2017 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie bei uns

    Es sind immer die gleichen die Theater und Chaos machen.

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  • Pit M. am 19.03.2017 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig Steuergelder verblödet

    Wenn der Staat noch ein wenig von seiner angeschlagenen Glaubwürdigkeit retten will, hilft nur hartes Durchgreifen. Scharfschützen mit Nashornbetäubungsgewehren auf die Dächer und die schlafenden Übeltäter nachher einsammeln und einem harten Gericht zu führen. Gilt auch für alle Störenfrieden in der Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sheryl am 20.03.2017 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Weltanschaung!

    Mit Gewalt gegen "Gewalt" demonstrieren. Irgendwie kratzt sich das doch? Das Eine zieht das Andere nach sich. Burlesk!

  • Damian am 20.03.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Code geknackt

    laut Nostradmus wird es im 2018 im süden von Frankreich brennen.

    • lalule am 20.03.2017 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Damian

      das sagt alois irlaier auch. wenn paris von 'den eigenen jungen' in brand gesteckt wird ist dier der anfang. ;)

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  • Dusty am 20.03.2017 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    In frankreich gehören solche Ausschreittungen zur Normalität, auch der Ausnahmezustand dauert schon mehrere Monate an und anstelle über einen Ort an der Kippe zu No-Go Zones, rechtsfreie Räume, Kapitulation und Bürgerkrieg berichtet man lieber 100 mal über Trumps Haare... Danke Qualitätsmedien!

    • AlternativGebildet am 20.03.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      Seh nichts, höre nichts, sage nichts

      Schliesse mich an. Als Resultat davon gibt es tatsächlich Kommentarschreiber, welche die Situation in Frankreich mit den kleineren Scharmützel in Bern vergleichen möchten und auch gleich die Antwort zur Bewältigung von diesem Problem parat haben. Schöne Schweiz

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  • Tim Tim am 20.03.2017 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit friedlich

    Wieso mussten sie fliehen? Liebe Menschen seit doch einfach wieder normal und friedlich....dann passiert das nicht.

  • marko 32 am 20.03.2017 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helfen

    Da muss was passieren