USA

10. Januar 2018 01:12; Akt: 10.01.2018 16:17 Print

Schlammlawine reisst 15 Menschen in den Tod

Im Süden Kaliforniens hat ein Murgang mehrere Menschen unter sich begraben. Die Verwüstung ist gross, die Suche nach Überlebenden noch nicht beendet.

Grosser Schaden: Teilweise stand der Schlamm hüfthoch in den Strassen. Video: Tamedia/Storyful/AP
Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach verheerendem Starkregen und Schlammlawinen im Süden Kaliforniens sind bis zum Mittwoch 15 Todesfälle bestätigt worden. Einsatzkräfte setzten ihre Suche nach Personen fort, die feststecken, verletzt oder möglicherweise tot sind.

Die kräftigen Niederschläge, die die Schlammmassen ausgelöst hatten, liessen nach. Einsatzkräfte bahnten sich ihren Weg durch eine Landschaft mit verstreutem Geröll und zementartigem Schlamm, der an manchen Orten Schulterhöhe erreichte. Mehrere Dutzend Häuser seien zerstört oder schwer beschädigt worden, berichtete Sheriff Bill Brown in Santa Barbara. Weitere Gebäude in ähnlichem Zustand befänden sich wahrscheinlich in Gebieten, die noch nicht erreichbar seien.

Mindestens 25 Menschen wurden in der Region verletzt, vier davon lebensgefährlich. 50 Personen mussten mit Hubschraubern gerettet werden.

Schlammlawine in Kalifornien

Im Moment gehe es in erster Linie darum, festzustellen, ob jemand in den beschädigten Gebäuden noch lebend ausharre, sagte Brown. Die Bezirke Santa Barbara, Ventura und Los Angeles waren im vergangenen Monat bereits von verheerenden Waldbränden erfasst worden. Die Natur in der Gegend brannte fast vollständig nieder, nun sorgten heftige Regenfälle für Schlamm und Geröll. Einsatzkräfte retteten Anwohner mit Hubschraubern von Hausdächern. Strassen wurden von umgestürzten Bäumen und Strommasten blockiert.

Die meisten Toten verzeichneten die Behörden in Montecito. Der nordwestlich von Los Angeles gelegene Ort mit 9000 Menschen gilt als wohlhabend, Prominente wie Oprah Winfrey und Ellen DeGeneres leben dort. Winfrey postete auf Instagram Fotos von tiefem Schlamm in ihrem Garten sowie ein Video von Hubschraubern, die über ihr Haus hinwegflogen. «Was für ein Tag!», schrieb sie dazu. Sie bete erneut für ihre Gemeinde.

In den sozialen Netzwerken waren Fotos von Wohnzimmern zu sehen, in denen der Schlamm hüfthoch stand. Laut Feuerwehr wurden mehrere Häuser von ihren Fundamenten heruntergespült und zerstört.

«Ich habe eine Minute lang gedacht, ich wäre tot», sagte eine 14 Jahre alte Jugendliche in einem Video des Senders KNBC-TV. Einsatzkräfte hatten sie nach Stunden im Schlamm aus einem eingestürzten Haus gerettet.

Für Santa Barbara, Ventura und Los Angeles hatten die Behörden Evakuierungen angeordnet. Aber lediglich 10 bis 15 Prozent aller in Santa Barbara lebenden Anwohner seien der Anweisung gefolgt, hiess es. Rettungsteams waren am Dienstag dabei, Schutt von der wichtigen Schnellstrasse 101 zu räumen, die einem schlammigen Fluss glich. Die Behörden gingen davon aus, dass der Highway zwischen Santa Barbara und Ventura mindestens 48 Stunden lang gesperrt bleiben würde.

Der Fernsehsender KEYT-TV zeigte Bilder einer Leiche, die auf einer schlammgesäumten Strasse in einen Lastwagen gehoben wurde. Einsatzkräfte retteten eine 14-Jährige nach Stunden im Schlamm aus einem eingestürzten Haus. «Ich habe eine Minute lang gedacht, ich wäre tot», sagte die Jugendliche in einem Video des Senders KNBC-TV.

(roy/sda/ap)