01. Februar 2005 11:50; Akt: 01.02.2005 23:38 Print

Schweizer Tierschutz kritisiert chinesische Tierfarmen

Mit einer Videodokumentation und zahlreichen Fotos zeigt der Schweizer Tierschutz (STS) auf, wie in Pelztierfarmen im Norden von China Füchse und Wildhunde lebendig gehäutet werden.

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Mit einer Petition soll der Pelzimport aus China eingeschränkt werden.

Ein grosser Teil der Billigpelze, die man heute in Europa an Kapuzen oder Kragen findet, stammt gemäss dem Schweizer Tierschutz (STS) aus China. Jährlich würden dort in Farmen über 1,5 Millionen Füchse und etwa gleich viele Marderhunde gezüchtet, wie der STS am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich ausführte.

Versteckte Videoaufnahmen

Um etwas über die Arbeitsmethoden in diesen so genannten Pelztierfarmen herauszufinden, begaben sich Tierschützer aus China mit versteckten Kameras in diese Fabriken. Entstanden sind daraus rund 560 Fotos und über sechsstündiges Videomaterial. Diese Dokumente wurden am Dienstag erstmals veröffentlicht.

Die Bilder zeigen, wie Füchse und Wild- oder Marderhunde mit einem Knüppel auf den Kopf geschlagen oder mit Schwung auf den Boden geschleudert werden, um sie bewusstlos zu machen. Diese Methoden würden verwendet, damit das Fell nicht beschädigt werde, erklärte Heinz Lienhard, STS-Präsident, vor den Medien.

Viele Tiere seien davon jedoch nur betäubt und würden während oder nachdem ihnen der Pelz abgezogen wurde, wieder das Bewusstsein erlangen. «Der Todeskampf dauert in diesen Fällen fünf bis zehn Minuten», sagte Lienhard. Diese Methoden stellten alles, was bisher an brutalen Tötungsmethoden bekannt war, in den Schatten.

Gegen Hunde- und Katzenfelle

Mit der Veröffentlichung dieser Bilder aus China will der STS erreichen, dass sich die pelztragenden Leute bewusst sind, was den Tieren widerfahren sein könnte. Die Öffentlichkeit müsse von diesem Leid wissen, eine solche Sache gehöre nicht in die zivilisierte Welt, sagte der STS-Präsident.

China exportiert gemäss STS neben Füchsen und anderen Wildtieren auch Tiere, die bei uns als Heimtiere leben. Deshalb forderte der Schweizer Tierschutz den Bundesrat auf, den Import von Hunde- und Katzenfellen aus China zu verbieten. Eine entsprechende Petition mit 80 000 Unterschriften wurde in Bern bereits deponiert.

(sda)