Polen

07. Oktober 2014 14:49; Akt: 07.10.2014 15:52 Print

Schwerer Grubenbrand – 29 Bergleute verletzt

Im Süden Polens ist es in einem Bergwerk zu einer Gas-Explosion gekommen. Sieben Kumpel schweben in Lebensgefahr. Ein Bergmann wird noch vermisst.

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Am späten Montagabend hat sich im Steinkohlebergwerk Myslowice-Wesola vermutlich eine Methangas-Explosion ereignet, wie der polnische Nachrichtensender TVN 24 berichtete. Ein 42-jähriger Bergmann wurde am Dienstag noch vermisst. «Wir hoffen, dass er lebt», sagte ein Bergwerkssprecher.

Die Suche nach dem Vermissten war den Angaben zufolge am Dienstagvormittag nicht möglich. Der Grubenbrand dauerte an, zudem war laut einem Sprecher der Bergbaugesellschaft die Gaskonzentration unter Tage zu hoch, um Retter zur Unglücksstelle zu schicken.

Zeche ist für Methangas-Risiko bekannt

«Ich habe keine Hoffnung», sagte der Vater des Vermissten der polnischen Nachrichtenagentur PAP. «Er war dort eingesetzt, wo die Bedrohung am grössten ist.» Bereits am Tag vor dem Unglück habe es Berichte über erhöhte Methangaswerte gegeben.

Die Unglückszeche ist bekannt für das Risiko hoher Methangaswerte. Nach Angaben der Bergwerksgesellschaft werden daher moderne Messgeräte zur Dauerüberwachung der Luftwerte unter Tage eingesetzt.

Bis zu 80 Prozent der Haut verbrannt

Einige der Geborgenen waren den Angaben zufolge sehr schwer verletzt. «Bei einigen Männern sind bis zu 80 Prozent der Hautoberfläche verbrannt», sagte Mariusz Nowak, Leiter einer Spezialklinik für Verbrennungsopfer.

In der Klinik werden 18 der am schwersten verletzten Bergleute behandelt. Die Behandlung werde Monate dauern. Mehrere Männer werden den Angaben zufolge Hauttransplantationen benötigen.

In der Gefahrenzone 665 Meter unter der Erdoberfläche hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks 37 Kumpels auf, von denen 36 bis zum frühen Dienstagmorgen nach oben gebracht werden konnten. Die Bergbaubehörde und die Staatsanwaltschaft wollten noch am Dienstag Ermittlungen zur Unglücksursache aufnehmen.

(sda)