Wäh-Attacke

14. November 2012 16:28; Akt: 14.11.2012 16:51 Print

Sieben Monate Haft für Sperma-Grüsel

Weil er eine Frau mit abgefülltem Sperma bespritzte, muss ein Deutscher nun ins Gefängnis. Das Gericht wertete seine Tat in einer Kassen-Schlange als Körperverletzung.

Bildstrecke im Grossformat »

Im «Dschungelcamp» können sich die Insassen wie hier Budenzauberer Raven im Januar 2012 nicht über Kontakt mit Sperma beklagen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Amtsgericht Lübeck hat entschieden, dass das Bespritzen von Personen mit menschlichem Samen den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung erfüllt. Allerdings müssen dafür physische oder psychische Probleme beim Opfer auftreten, die über ein reines Ekelgefühl hinausgehen, berichtet das Jus-Portal «Kostenlose Urteile».

Das ungewöhnliche Urteil war nötig geworden, nachdem eine Frau einen Mann angezeigt hatte. Sie hatte im Supermarkt an der Kasse angestanden, als sie eine Flüssigkeit im Po-Bereich bemerkte: Sie fasste sich an die Hüfte, roch an ihren Fingern und erkannte, dass der Kerl hinter ihr sie mit Sperma bespritzt hatte.

Das vierfache Opfer

Die hinzugerufene Polizei konnte rekonstruieren, dass der Mann sich vor dem Vorfall selbstbefriedigt und seinen Samen in ein Augentropfen-Fläschchen gefüllt hatte, um damit Frauen zu beschmutzen, die in seinen Augen hässlich sind. Doch dieses widerwärtige Verhalten alleine führte nicht zu dem Urteil der Richter.

Ausschlaggebend war der Zustand des Opfers: Die Frau leidet seit dem 13. Lebensjahr unter psychischen Problemen und zusätzlich unter Multipler Sklerose. Zudem wurde sie mit 15 Jahren vergewaltigt.

Nach dem unappetitlichen Aufeinandertreffen im Supermarkt hatte sie Schlafstörungen und vermehrt Krampfanfälle. Diese psychischen und physischen Folgen der Sperma-Attacke gaben den Ausschlag bei der Bewertung der Tat. Für vorsätzliche Körperverletzung wurde der Grüsel zu sieben Monaten Haft verknackt.

(phi)