Fotoprojekt

26. Dezember 2016 18:24; Akt: 26.12.2016 18:24 Print

So isst Amerika

von Mareike Rehberg - Jeder Mensch hat seine Rituale, wenn es um das Abendessen geht. Die US-Fotografin Lois Bielefeld hat ihre Landsleute dabei beobachtet.

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Lois Bielefeld, wie kam Ihnen die Idee zu diesem Fotoprojekt?
Ich habe Essen schon immer geliebt. Eine meiner Aufgaben als Kind war es, am Wochenende für die Familie zu kochen. Ich durfte zubereiten, was ich wollte, aber ich sollte einem Rezept folgen. Meine Familie ass immer zusammen, wir mussten um Erlaubnis fragen, wenn wir den Tisch verlassen wollten. Auch später habe ich erlebt, dass Essen die Menschen zusammenbringt und ein Weg ist, seine Kultur auszudrücken. Ich wollte die abendlichen Rituale der Menschen beobachten.

Umfrage
Wie essen Sie Ihren Znacht?
51 %
27 %
18 %
1 %
3 %
Insgesamt 2183 Teilnehmer

Und warum haben Sie die Bilder nur an Abenden von Montag bis Donnerstag gemacht?
Ich wollte sehen, wie der Zeitmangel unter der Woche Einfluss auf unsere Gewohnheiten hat. Am Wochenende haben die Menschen einfach mehr Zeit. Ich arbeite immer in Serien, weil ich es mag, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Leuten festzustellen. Das Thema ist immer gleich – wir alle essen. Ich habe mit dem Projekt 2013 begonnen und bis 2015 daran gearbeitet. So sind 78 Porträts entstanden – vor allem in den USA. 16 Bilder habe ich 2015 in Luxemburg gemacht, als ich dort zehn Wochen zu Besuch war.

Was hat Sie während der Arbeit am meisten überrascht?
Ich war überrascht von den grossen Unterschieden, wo und was die Leute essen. Die Menschen essen nicht immer am Tisch zu Abend. Manche sitzen auf dem Boden oder essen im Stehen in der Küche. In einigen Familien essen die Menschen zwar gemeinsam, aber jeder etwas anderes.

Gab es Unterschiede zwischen den Menschen in Luxemburg und in den USA?
Ja, die gab es. In Luxemburg essen mehr Leute am Tisch. Ausserdem haben sich dort in den letzten 25 Jahren die Essgewohnheiten geändert. Früher gab es eine warme Mahlzeit am Mittag, die Leute gingen dafür heim. Abends wurde meistens Brot und Käse gegessen. Doch seit Luxemburg eine Finanzmetropole geworden ist, gibt es überall Cafés und Imbisse. Viele der Leute, die ich porträtiert habe, kochen jetzt abends. Jeder sprach über diesen Wandel. Ausserdem wurde ich in Luxemburg viel öfter eingeladen, mich an den Tisch zu setzen, nachdem ich meine Bilder gemacht hatte. In den USA passierte das nur ab und zu.

Sehen Sie eine Auswahl der Fotos von Lois Bielefeld in der Bildstrecke. Die Fotografin wird von der Portrait Society Gallery vertreten. Mehr zu ihren Arbeiten finden Sie auf ihrer Homepage.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hilda am 26.12.2016 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Essen kaum sichtbar

    Schade, dass das Essen schlussendlich kaum sichtbar ist. Kann bei 3/4 nicht ausmachen, was auf dem Teller ist. Vieles sieht aber recht "zusammengeworfen" und improvisiert aus, nur wenige scheinen sich etwas überlegt zu haben.

  • Davintschi am 26.12.2016 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fast perfekt

    Interessante Fotos. Schade sind die Mahlzeiten nicht separat ersichtlich. Wie gerne hätte ich die Menüs gesehen.

  • Alessandro am 26.12.2016 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja.. genau so isst Amerika...

    Ein Land mit 320 Mio Einwohner und 30 Bilder... wahrlich, so isst Amerika, voll repräsentativ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swisshoopz am 27.12.2016 02:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    So isst Amerika... und nicht "Das isst Amerika" das ist ein kleiner Unterschied meine Freunde!

  • Amerikaner am 27.12.2016 01:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das soll die Esskultur der USA sein?

    Wo ist das BBQ, das Jambalaya, der Hamburger, das Hot Dog, das Steak oder die Snow Crabs etc. ??? Oder sind die Bilder erst am Abreisetag entstanden, das würde vieles erklären...

    • Schweizer am 27.12.2016 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Amerikaner

      Es geht nicht darum, was gegessen wird, sondern wie es gegessen wird. Begriffen? Sonst würde es heissen "das isst amerika" und nicht "so isst amerika"

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  • Amerikaner am 27.12.2016 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na das ist mal ne Leistung

    78 Bilder in 2 Jahren und keines davon ist aussagekräftig!? Sorry, aber was sollte denn an diesen Schnappschüssen nun wirklich speziell oder repräsentativ daran sein? Wenn sie die amerikanische Esskultur wenigstens in sämtlichen Facetten festgehalten hatte, dann könnte ich ja noch einigermaßen nachvollziehen, was daran ein Projekt hätte sein sollten, aber das ist einfach nur Bullsh...

  • reto am 26.12.2016 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    nach 2 Jahren in den USA

    Dies ost nicht Amerika ! Nach 2 Jahren in den USA kann ich bestätigen das die mehr oder weniger schlanken Personen nicht die Amerika zeigen! Ich seh keine echt Dicke wie ich es fast ausschlieslich täglich sehe!

  • Alex Keller am 26.12.2016 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was noch interessant ist

    Die Einrichtungen sind alle so 50er bis 70er Jahre. Schwere und farblich dunkle Holzmöbel, kleine Esstische, sehr alte Küchen etc. Das findet msn in der Schweiz nur noch selten, weil man sonst die Wohnung/das Haus nur noch schwer verkaufen/vermieten kann.

    • desert sun am 26.12.2016 22:16 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ueberall

      generalisier das aber mal nicht. Die Jungen mit Geld kaufen sich das Moderne. Die neuen Kuechen sind alle modern und hell darf es auch sein.

    • Hilda am 26.12.2016 23:11 Report Diesen Beitrag melden

      low income

      Ich glaube, die mit dem alten Decor sind auch eher die low-income-families, die sich eben nichts modernes leisten können. Deren Menüs sehen auch anders aus als z.B. beim Paar mit Salat und Käse.

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