Zeittabelle der Schiesserei

05. Oktober 2017 10:51; Akt: 05.10.2017 12:08 Print

So jagte die Polizei den Massenmörder Paddock

Zehn Minuten lang schiesst der 64-jährige Schütze Stephen Paddock auf die Konzertbesucher in Las Vegas. Das Protokoll des Polizei-Einsatzes.

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Führte ein unauffälliges Leben: Der Täter Stephen Paddock. Eine Zusammenstellung dreier geleakten Polizeiaufnahme aus dem Hotelzimmer, kurz nach der Tat – zu sehen sind verschiedene Gewehre, die Leiche Paddocks (rechts unten) und vermutlich die von der Polizei erwähnte Notiz (rechts in der Mitte). (1. Oktober 2017) Bilder: Twitter, Zusammenstellung: Tamedia Hatte Stephen Paddock kurz vor seiner Tat eine Prostituierte bestellt? Polizisten in der Lobby des Wynn-Hotels in Las Vegas. (4. Oktober 2017) Abgeschiedenheit und Privatsphäre bevorzugt: Das Haus des Todesschützen in Mesquite, Nevada. Wettlauf gegen die Zeit: Bis die Polizei das Hotelzimmer des Schützen von Las Vegas erreichte, vergingen 75 Minuten. Von hier aus hat der Schütze das Feuer eröffnet: Scheiben des Mandalay-Bay-Hotels gingen in die Brüche. Trauernde an einer Mahnwache in Las Vegas. Reiste zurück in die USA und wurde vom FBI verhört: Die Freundin des Schützen, Marilou Danley. (Archiv) Bild: Police Handout Danley arbeitete von 2010 bis 2013 als Casino-Hostess in Reno im US-Bundesstaat Nevada, wo sie und Stephen Paddock sich kennenlernten. (Archiv) Bild: Facebook/Twitter Eine Woche vor dem Anschlag hatte Paddock hier ein Zimmer gemietet: Das Ogden-Hotel in Las Vegas (oben links im Bild). Ermittler suchen auf dem verlassenen Festivalgelände nach Hinweisen. In Gedenken an die Opfer von Las Vegas: Am Eiffelturm in Paris wurden die Lichter gelöscht. (2. Oktober 2017) In Mesquite, rund 120 Kilometer von Las Vegas entfernt, lebte Paddock mit seiner Freundin. Der Schock ist ihr ins Gesicht geschrieben: Eine Überlebende in Las Vegas. Schüsse bei Open-Air-Konzert: Leute gehen in Deckung. Zwei der Tatwaffen waren mit Vorrichtungen, so genannten «Bump Stocks», versehen, mit denen eigentlich halbautomatische Waffen automatisch Schüsse abfeuern. So konnte Paddock gegen tausend Schüsse in nur wenigen Minuten abgeben. Der Schütze habe sich selbst getötet, sagt Sheriff Joe Lombardo. Der Vater des Schützen war Bankräuber: Eine Aufnahme von Benjamin Hoskins Paddock aus dem Jahr 1979. Er starb, als er das Leben seiner Frau rettete: Sonny Melton ist eines der Todesopfer. Adrian Murfitt aus Alaska ist ein weiteres Opfer. Schweigeminute im Weissen Haus. «Akt des reinen Bösen»: US-Präsident Donald Trump gibt im Weissen Haus ein Statement ab. Die Gewehre hatte Paddock an zwei Fenstern platziert. (2. Oktober 2017) Der Angreifer feuerte wahllos in die Menge: Helfer tragen eine verletzte Frau im nahe dem Tatort gelegenen Hotel Tropicana in Las Vegas. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt: Konzertbesucher rollen eine verletzte Person auf einem Bürostuhl zu Sanitätern. Ein Mann versorgt Personen mit Wasser. Die Einsatzkräfte sperrten den Strip, die zentrale Strasse in der Glückspielstadt, ab. Zunächst ging die Polizei von mehreren Schützen aus, die Nervosität war gross: Polizisten stoppen einen Mann, der die Tropicana Avenue hinunterfuhr. Polizisten in Aktion. Viele Bilder zeigen Menschen, die offenbar geschockt sind vom gerade Erlebten. Schüsse auf Konzertbesucher: Menschen versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. (1. Oktober 2017) Menschen tragen einen Verletzten vom Festivalgelände beim Mandalay Bay Resort weg. Eine verletzte Person wird in Sicherheit gebracht. Berichten zufolge schiessen zwei bis drei Schützen aus einem Hotelzimmer: Fliehende Festivalbesucher. Die Polizei ist mit einem grossen Aufgebot vor Ort. Die Einsatzkräfte durchkämmen das Gelände. In den sozialen Medien berichten Leute, die den Polizeifunk mithören, zwei bis drei Schützen feuerten aus dem Fenster eines Hotelzimmers. Eine Polizistin geht hinter einem Polizeiauto in Deckung. Am Route 91 Harvest Country Music Festival ist Panik ausgebrochen. Ersten Berichten zufolge muss mit vielen Opfern gerechnet werden. Ein Mann und eine Frau halten sich aneinander fest. Ein Mann im Rollstuhl versucht zu fliehen. Polizisten halten eine Stellung beim Mandalay Bay Resort. Ein Mann geht hinter einem Logo in Sicherheit. Konzertbesucher gehen in Deckung. Festivalgelände beim Mandalay Bay Resort. Die Zeitverschiebung zwischen der Schweiz und der Casino-Stadt im Westen der USA beträgt 9 Stunden. In Las Vegas war es 23 Uhr, als der Angriff begann. Das Mandalay Bay Resort und Casino auf einer undatierten Werbeaufnahme.

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Über zehn Minuten feuerte der Todesschütze von Las Vegas von seinem Hotelzimmer aus auf die Besucher eines Country-Festivals. Die Polizei von Las Vegas hat eine Chronologie der Ereignisse veröffentlicht. Vom ersten Schuss bis zur Erstürmung des Hotelzimmers hat es demnach 75 Minuten gedauert. Bereits 12 Minuten nach den ersten Schüssen haben Polizisten den 32. Stock erreicht.


Beklemmend: Die Polizei hat Bodycam-Aufnahmen veröffentlicht, die den Einsatz während des Attentats zeigen. Tamedia/AFP

22:05 – Auf dem Konzertgelände fallen die erste Schüsse. Der genaue Zeitpunkt kann mit Hilfe von Aufnahmen von Überwachungskameras bestimmt werden.

22:12 – Zwei Polizisten erreichen den 31. Stock des Mandala-Bay-Hotels und melden, dass direkt über ihnen geschossen wird.

22:15 – Gemäss Auswertungen von Bodycams wird ermittelt, dass der Schütze seine letzten Schüsse abgefeuert hat.

22:17 – Die ersten beiden Polizisten erreichen den 32. Stock.

22:18 – Ein Sicherheitsbeamter des Hotels teilt den Polizisten mit, dass er angeschossen worden ist und wo sich das Zimmer des Schützen befindet.

22:26 - 22:30 – Acht weitere Polizisten erreichen den 32. Stock. Weil sie keine Schüsse mehr hören, durchsuchen sie systematisch jedes Zimmer und suchen nach verletzten Personen.

22:55 – Acht Beamte erreichen über das Treppenhaus das andere Ende des Gangs im 32. Stock nahe dem Zimmer des Schützen.

23:20 – Die Polizisten stürmen das Hotelzimmer und sehen den 64-Jährigen tot am Boden liegen. Eine weitere Tür im Zimmer wird entdeckt.

23:27 – Der zweite Raum wird gestürmt. Die Beamten stellen fest, dass der Raum leer ist, und melden über Funk, dass der Schütze ausgeschaltet sei.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. Gu. am 05.10.2017 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Terror pur

    Ein paar Minuten vergehen bis sich Polizisten in der 32.Etage befinden, aber es vergeht beinahe eine Stunde bis sie das Zimmer stürmen?? Finde ich für amerikanische Verhältnisse eine lange Zeit.

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  • Blerim am 05.10.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jagen?

    Naja Jagen ist ein falsches wort, der ist ja nicht geflüchtet, der war bei seinem Hotelzimmer. Die Polizei musste einfach reinstürmen. Jagen ist wenn er geflüchtet wäre.

  • Batisa am 05.10.2017 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schärfere Gesetze???

    Sehr schlimm was hier passiert ist und das ein Mensch überhaupt auf so eine Idee kommt. Unfassbar Aber ich denke mit schärferen waffengesetzen hätte man diese Tat auch nicht verhindert, da paddock nicht zu denjenigen gehört hätte dem man keinen Waffenschein erlaubt hätte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 06.10.2017 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizeiarbeit?

    "Vom ersten Schuss bis zur Erstürmung des Hotelzimmers hat es demnach 75 Minuten gedauert." Die Leistung der Polizei ist alles andere als beeindruckend. In einer amerikanischen Grossstadt kann einer also über eine Std. ungestört in eine Menschenmenge ballern? Er hätte somit auch nach einer Std. (60m) ungehindert mit dem Lift nach unten fahren können?

  • Jack van Law am 05.10.2017 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schnell waren die vor Ort??

    in 75 Minuten fahre ich von Aarau nach Lausanne.

    • Innerschweizer am 05.10.2017 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jack van Law

      Lesen und verstehen ist eben doch schwierig, aber Hauptsache sie können von Aarau nach Lausanne fahren.

    • Slow Motion Escape am 05.10.2017 18:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Jack van Law

      Für "Profis" viel Zeit um alle Spuren zu verwischen einen Patsy (Sündenbock) zu plaziern und in aller Seelenruhe zum Lift spazieren, noch 1 Softdrink/Snack aus dem Automaten ziehen und abzuhauen!

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  • Beat em up am 05.10.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenmassnahmen für die Zukunft

    Hat die Polizei keine Scharfschützen für solche Events? 3 Mann gut verteilt erreichen Heckenschützen in viel kürzerer Zeit. Da müssen ein paar Organisationen über ihre Bücher!

  • Fox am 05.10.2017 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lückenhaft

    Nach neusten Erkenntnissen und Aussagen des Sheriffs soll der Täter die Flucht und auch ein weiteres Attentat Tage vorher bei einem anderen Konzert geplant haben, ohne jedoch die Gründe dieser Annahmen zu erwähnen. Das Motiv ist aber nach wie vor rätselhaft. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass man hier einfach von den wichtigen Fragen ablenken will. Was ist z.B. mit der Frau, die mehrere Dutzend Augenzeugen eine Stunde vor der Tat angeblich gewarnt haben soll "Bringt euch in Sicherheit, sie werden euch alle umbringen..."? Wird nach ihr noch gefahndet? Wusste sie tatsächlich etwas? Ist es nicht Wert nach ihr zu suchen? Sie wäre ja der Kronzeuge schlechthin. Doch in keinster Weise wird von dieser Warnung mehr berichtet. Falls es doch nicht stimmt, wieso gibt es kein Dementi? Es gibt dermassen viele Lücken, dass einem fast übel werden kann.

    • Dr. Unwichtig am 05.10.2017 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fox

      Hallo? Ein Dementi? Die Polizei hat der ominösen Frau zu keinem Zeitpunkt eine Bedeutung zugesprochen - das waren Gerüchte von angeblich Anwesenden. Der Wunsch nach lückenloser Aufklärung ist ja gut und recht - läuft aber ins Leere, wenn sich der Anspruch auf jede noch so hanebüchene Behauptung ausweitet...

    • Fox am 05.10.2017 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Unwichtig

      Noch so hanebüchene Behauptung? Zu keinem Zeitpunkt eine Bedeutung zugesprochen? Dann erklären Sie mir mal wieso die Polizei dieser hanebüchenen Behauptung nachgegangen ist, als man noch glaubte es könne sich um die Freundin des Täters handeln. Als man herausfand, die Freundin sei gar nicht anwesend, hat man diesem Verdacht sehr schnell abgelassen. Warum zum Teufel sollten Augenzeugen, die den Tod vor Augen hatten, unabhängig davon ein solches Gerücht in die Welt setzen? Mal ehrlich, finden Sie die ganze Story nicht auch etwas seltsam?

    • Dr. Unwichtig am 05.10.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fox

      Wann ist die Polizei diesen Behauptungen nachgegangen? Die Polizei hat sehr schnell nach Marilou Danley gefahndet - eine Verbindung zu der ominösen Frau hat sie aber zu keinem Zeitpunkt kommuniziert. Dies waren ungeprüfte Berichte in den Medien. Im Rahmen der Untersuchungen gab es wohl auch keinen Hinweis, dass die erwähnte Frau etwas wissen könnte. Zu denken gibt mir einzig die Tatsache, wieviele Menschen offenbar nicht in der Lage sind, mit der Flut an Informationen umzugehen und sich daher eine eigene, für Sie nachvollziehbarere Welt basteln - wie erschreckend sie auch immer sein mag...

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  • MadChengi am 05.10.2017 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Sensationsgier

    Statt sinnlose Dashcams welche nichts aussagen, würden mich eher die Handyvideos des Taxifahrers interessieren, welche angeblich Mündungsfeuer aus dem 4. & 10. Stock zeigen sollen, etc. Hotelvideoüberwachung oder div aufklärende Bilder!

    • Innerschweizer am 05.10.2017 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MadChengi

      Hört mit dem Blödsinn auf das noch aus anderen Zimmern geschossen wurde, diese Behauptung wurden zu 100% wiederlegt.

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