Sonnenschein-Rangliste

01. Januar 2010 14:26; Akt: 01.01.2010 16:37 Print

Sonnenstube der Schweiz liegt nicht im Tessin

Ein weiterer Schweizer Mythos ist entzaubert: Die Sonnenstube der Nation liegt nicht im Tessin, sondern im Oberwallis.

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Sonnigste Ecke der Schweiz: Das kleine Matterhorn im Wallis. (Bild: Keystone)

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Das Kleine Matterhorn schwang punkto Sonnenscheindauer 2009 obenaus. Nicht einmal in die Medaillenränge schaffte es Locarno-Monti mit Platz 5.

Die engmaschigen Messungen des Wetterdienstes Meteomedia aus Gais AR bestätigten damit einen Verdacht, den die Meteorologen längst hegten. Wie das Unternehmen von Jörg Kachelmann an Neujahr mitteilte, fällt im Tessin viel Niederschlag. Die sonnigsten Orte der Schweiz können deswegen nicht dort liegen.

Die Messungen förderten nun das Kleine Matterhorn als sonnenreichsten Ort der Schweiz zutage: 2543,3 Stunden strahlte dort auf 3884 Metern über Meer die Sonne im vergangenen Jahr. Auf Platz 2 folgt Muottas Muragl im Oberengadin (2453 m ü. M.) mit 2428,2 Sonnenstunden.

Die Diavolezza (2978 m ü. M.) ob Pontresina und das Gebiet Corviglia bei St. Moritz liegen ebenfalls im Hochgebirge und landeten auf den Plätzen 3 und 4.

Die Station Locarno-Monti als Repräsentatin der entzauberten Sonnenstube brachte es auf 2338,6 Stunden Sonnenschein. Ein Trost: Das sind gemäss Meteomedia 184 Sonnenstunden mehr als im langjährigen Mittel der Station. Der sonnigste Ort der Alpennordseite war im übrigen der Niesen-Kulm im Berner Oberland.

Dass in dieser Sonnenschein-Rangliste noch einmal ein Tessiner Ort obenaus schwingen könnte, halten die Meteorologen aus Gais für unwahrscheinlich. Das sonnigste Plätzchen dürfte aufgrund der registrierten Abstände weiterhin im Engadin oder im Oberwallis zu finden sein.

Die Niederschlagsmessungen erbrachten 2009 nach Angaben von Meteomedia keine Überraschungen in der Rangliste. Am niederschlagsreichsten war der Säntis mit 2505,3 Litern pro Quadratmeter gefolgt von Intragna TI (2166,6 Liter), Locarno-Monti (2079,6), Mosogno TI (1966) und Bisisthal SZ (1963,4).

(sda)